Forschung:
Speicher der Zukunft ist eine transparente Folie

Flash-Speicher, wie wir ihn heute aus USB-Sticks, Smartphones und inzwischen auch Laptops kennen, kommt langsam aber sicher an seine Grenzen. Die Zukunft könnte in einer transparenten und flexiblen Folie liegen. Ein Forscherteam präsentierte dazu jetzt seine Ergebnisse.

Speicherfolien könnten ein Nachfolger für die heute üblichen Speicher sein. (Quelle: Rice University)Verglichen mit den Laptops, Tablets und Smartphones vor zehn Jahren wirken unsere heutigen Geräte wie Science Fiction. Sie sind zugleich dünner und leistungsfähiger geworden. Und man fragt sich: Wohin mag die Reise in weiteren zehn Jahren gehen?

In Zukunftsvisionen sieht man da oft Tablets und Smartphones, die so dünn sind wie ein Stück Papier oder vielleicht noch wie ein Stück Pappe – und dabei am besten noch durchsichtig. Was James M. Tour und sein Team von der Rice University in Houston, Texas, vorgestellt haben, rückt diese Idee ein bisschen näher. Sie haben Speicherchips entwickelt, die transparent und flexibel wie eine Folie sind. Zugleich hält das Material Temperaturen von weit über 500 Grad Celsius aus.

Der Touchscreen als Speicher

Vorgestellt hat James M. Tour die Forschungsergebnisse auf der “National Meeting & Exposition” der American Chemical Society. “Diese Chips sind für die Elektronikindustrie sehr interessant, weil nach einem Ersatz für Flash-Speicher gesucht wird”, erklärte James M. Tour dazu. Der Hauptgrund: Nach aktuellem Stand der Erkenntnisse könne man Flash-Speicher nur noch weitere sechs bis sieben Jahre kompakter machen, dann stoße man auf grundlegende Begrenzungen der Technik. Ein Stillstand ist aber bekanntlich nicht denkbar.

Die Forscher der Rice University sehen breite Anwendungsfelder für ihre Technik. Da das Material flexibel und transparent ist, ließe es sich beispielsweise in das Glas von Fahrzeugen einbetten. Oder aber es ließe sich ein Smartphone denken, bei dem der Touchscreen zugleich der Speicher ist. Das würde entsprechend Platz an anderer Stelle frei werden lassen. Ob damit nun gleich “durchsichtige Smartphones” machbar werden, die man sich ums Handgelenk legen kann, steht auf einem anderen Blatt. Der entsprechende Artikel der Rice University ist da vielleicht ein bisschen euphorisch.

Die Hauptfrage ist natürlich: Wie bald lassen sich solche Speicherfolien auch günstig genug herstellen, um tatsächlich Flash-Speicher abzulösen? Zu den vermuteten Herstellungskosten gibt es noch keine Angaben. Derzeit stehen die Forscher in Verhandlungen mit Herstellern, damit diese die Folien in ihre Produkte integrieren.

Viele weitere Informationen über die transparenten und flexiblen Speicherchips findet ihr in dieser Mitteilung.

via gizmag

 

Jan Tißler

Jan Tißler ist Leitender Redakteur von neuerdings.com und Autor auf netzwertig.com. Er ist fasziniert von Technik und ein leidenschaftlicher Internetintensivnutzer.

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5 Kommentare

  1. Tja, 1x geknickt, bleibt der Bug sicherlich drinnen. Das kann leicht passieren, wenn man ihn wie einen USB-Stick einfach in die Hosentasche steckt, und danach den Haustürschlüssel. 1x Hinsetzen – Daten eventuell futsch. Ebenso sehe ich hier nur eine flache Version einer CD-R. Wie soll man Folien wieder beschreiben? Ich sehe hier nur eingebrannte Punkte, wie eben bei der CD-R. Gut, wenn man es wie bei einer CD-RW machen könnte, ginge es eventuell ein paar hundert mal – maximal. Aber mal schnell Fotos drauf und mitnehmen, löschen und wieder von vorne?

    Das stelle ich hier infrage. Somit kann diese Folie maximal die CD ablösen, aber den einfach wieder beschreibbaren Stick? Nein. Auch werden – wenn meine These stimmt – die Hersteller der Mobiltelefone nur den Mittelfinger zeigen, weil der Konsument keine Updates des Betriebssystems mehr fahren kann. Gerade in der immer moderneren Zeit werden Updates und auch Upgrades immer wichtiger, die auch vom Konsumenten zuhause aus erledigt werden können.

    Denn wer hat immer Zeit, den nächsten Shop aufzusuchen? Ich nicht.

    mfg SCORPiON

  2. Sorry Scorpion, aber Thema verfehlt:
    Im Text lautet es:
    Sie haben Speicherchips entwickelt, die transparent und flexibel wie eine Folie sind.

    Man soll sich ja auch keine Folie in die Hose stecken.
    Es geht hier darum die Folie in andere Gegenstände zu integrieren …

    mfg

    DeVille

  3. Außerdem darf man sowohl den Wissenschaftlern als auch den Unternehmen schon etwas zutrauen. Es ist meistens nicht so, dass sie ein Produkt auf den Markt werfen und dann merken: Funktioniert ja gar nicht.

  4. Alter Hut. TESA hat schon in den 90er Jahren als Ersatz für Tapes Folienspeicher entwickelt. Wurde aber nie serienreif. Typisch Deutschland. Hier wiederholt sich die Geschichte vom FAX. Wer hat´s erfunden?

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