Werksbesichtigung bei RIM (2):
So wird ein Smartphone entwickelt

Wie entsteht ein Smartphone eigentlich? Bei einer RIM-Werksbesichtigung in Bochum wurde das den Besuchern anhand des Blackberry Bold 9790 vorgestellt.

BlackBerry in Bochum - Entwicklung eines Smartphones (Bild: kaz)

BlackBerry in Bochum - Entwicklung eines Smartphones (Bild: kaz)

RIM hatte der Presse die Gelegenheit gegeben, hinter die Kulissen des Werkes in Bochum zu blicken. Siehe dazu auch den ersten Teil meines Berichts. Ein Programmteil des Tages beschäftigte sich mit der Entwicklung von Smartphones. In einer Powerpoint-Präsentation zeigt man uns den Ablauf von der Konzeption bis zur Produktion eines BlackBerrys. Der Vortrag war insbesondere deshalb so interessant, weil die Vorgehensweise sicherlich als stellvertretend in der Branche gelten kann.

Smartphone Entwicklungsprozess
BlackBerry in Bochum - Aufprall mit Hochgeschwindigkeitskamera aufgezeichnet (Bild: kaz)BlackBerry in Bochum - Das Ergebnis (Bild: kaz)BlackBerry in Bochum - Design for Six Sigma (Bild: kaz)BlackBerry in Bochum - Computersimulation (Bild: kaz)
BlackBerry in Bochum - Gehäuse Aufbau (Bild: kaz)BlackBerry in Bochum - Gegenseitige Beeinflussungen (Bild: kaz)BlackBerry in Bochum - Gegenseitige Beeinflussungen (Bild: kaz)BlackBerry in Bochum - Soap Model (Bild: kaz)
BlackBerry in Bochum - Verschiedene Designstudien (Bild: kaz)BlackBerry in Bochum - Entwicklung eines Smartphones (Bild: kaz)BlackBerry in Bochum - Entwicklung eines Smartphones (Bild: kaz)BlackBerry in Bochum - Entwicklung eines Smartphones (Bild: kaz)

Kick Off

Am Anfang steht die Kick-Off-Phase. Sie beginnt mit einer Design-Idee und einer Produkt-Besprechung. Hier werden das Aussehen, die Materialien und auch die grundlegenden technischen Vorgaben besprochen. Die Vorgaben beim Bold 9790 waren klar umrissen: Es sollte so viel Leistung bieten wie seine Vorgänger, aber schlank sein und sowohl Tastatur als auch Touchscreen beherbergen. Das alles sollte in einer möglichst kompakten Form vereinigt werden.

Konzept

BlackBerry in Bochum - Verschiedene Designstudien (Bild: kaz)

BlackBerry in Bochum - Verschiedene Designstudien (Bild: kaz)

Nachdem man sich auf die Eckdaten geeinigt hat, müssen Produktarchitekturen entworfen werden. Es sind kritische Fragen zu beantworten: Wo wird der Akku sitzen? Wo das Display? An welcher Stelle kann der USB-Port angebracht werden? Ein erster Zeitplan wird erstellt, um dem Projekt mehr Form zu geben. Verschiedene Designstudien können heute mit 3D-Druckern in kurzer Zeit realisiert werden, die noch unausgegorenen Modelle nennt man “Soap Model”.

Verschiedene Komponenten beeinflussen sich gegenseitig, das kann mechanischer, aber auch elektro-magnetischer Natur sein. Deshalb beschreitet man einen iterativen Weg: Man probiert einen Ansatz, verbessert ihn, probiert ihn wieder aus, optimiert weiter und irgendwann erreicht man dann ein Optimum.

Design/Implementation

Durch die Finite Elemente Analyse (FEA) werden Computermodelle berechnet. Die FEA beschreibt ein Näherungsverfahren, bei dem es letztlich immer zu einer Lösung kommt, dabei muss man jedoch verschiedene Ungenauigkeiten in Kauf nehmen. Doch die Computersimulation bringt erste Erkenntnisse, wie praxistauglich die Entwürfe sein könnten.

Verification

BlackBerry in Bochum - Anklicken für Animation (Bild: kaz)

BlackBerry in Bochum - Anklicken für Animation (Bild: kaz)

Nach der Simulation folgt der Praxistest. Er wird nach dem “Design for Six Sigma”-Verfahren durchgeführt, bei dem man eine sehr geringe Fehlertoleranz anstrebt und das Produkt in Schleifen immer wieder verbessert. Dies ist der Zeitpunkt, an dem die Geräte auch echten Belastungen ausgesetzt sind. Das animierte Bild links zeigt (nach dem Draufklicken) den Aufprall des Bold 9790 auf eine Betonplatte und wie dessen Deformationseinwirkungen in Schwingungen umgesetzt werden.

Launch

Hat das Smartphone die gewünschten Eigenschaften erreicht, kann die Serienproduktion gestartet werden. Damit endet der Entwicklungsprozess und die Teams wenden sich einem neuen Gerät zu.

 

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