Prototyp:
Asetek stellt Flüssigkühlung für (Gaming-)Laptops vor

Flüssigkeit auf einem Laptop verschüttet, ist mit großer Wahrscheinlichkeit eine Katastrophe. Flüssigkeiten als Kühlmittel in einem Laptop können eventuell sinnvoll sein. Ein Spezialist für Computer-Kühlsysteme setzt genau auf diese Karte. Die Idee hat ihren Reiz – aber auch erhebliche Nachteile.


Das Kühlsystem von Asetek. (Bild: Asetek)Asetek ist die Firma, die jetzt einen Prototypen für eine Flüssigkühlung in Laptops vorgestellt hat. Als Beispiel bauten sie eine solche liquide Technologie in einen Alienware M18x-Gamingrechner ein. Konkret kam eine Pumpe zum Einsatz, um in einem geschlossenen Kreislauf eine nicht näher spezifizierte Flüssigkeit zu transferieren und so für erträgliche Temperaturen im Gehäuse zu sorgen. Letztlich ist das Resultat ein gravierender Unterschied zu herkömmlichen Kühllösungen von Laptops, die in der Regel auf Heatpipes, Kühlkörper und Lüfter setzen.

Anderseits stellt sich die Frage: Welchen tieferen Sinn soll eine Flüssigkühlung in Laptops haben? Meist kommt diese im Desktop-Segment zum Einsatz, wenn Prozessoren außerhalb ihrer offiziellen Spezifikationen übertaktet werden sollen. Und auch im Fall des M18x ist das nicht anders: Asetek erhöhte den Takt der beiden Grafikeinheiten von 680 auf 800 MHz, die CPU wurde von 3,5 GHz auf 4,4 GHz hochgesetzt. “Gequält” wurde konkret ein Intel Core i7-2920XM, als Grafikkarten waren im M18x zwei AMD Radeon HD 6990M verbaut, die über einen Standardtakt von 715 MHz verfügen.

Asetek Prototyp: Flüssigkühlung fürs Laptop
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Vor- und Nachteile der Flüssigkühlung im Laptop

Alles schön und gut, denke ich mir, und vielleicht auch ein wenig beeindruckend. Denn durch das Kühlsystem von Asetek dürfte der M18x eine ganze Ecke flotter werden – vor allem natürlich in Spielen. Laut Herstellerangaben erreichte man durch die Übertaktung plus Flüssigkühlung ein 18 Prozent besseres Ergebnis beim Benchmarktest 3DMark 11, ganze 23 Prozent mehr erhielt man bei 3DMark Vantage gegenüber der Standardtaktung.

Nur in der Praxis dürfte dadurch auch enorm die Stromaufnahme steigen, was bei einem Laptop mit Akkubetrieb wohl kein erstrebenswertes Ziel ist. Sicher: Ein M18x mit seinem 18,4 Zoll großen Display dürfte sowieso nur begrenzt für den mobilen Einsatz gedacht sein, doch würde eine Flüssigkühlung in Laptops nicht zuletzt den Preis für solche Geräte deutlich erhöhen. Ein zu hoher Preis für das mehr an Leistung?

Was das Experiment von Asetek jedoch reizvoll macht: Flüssigkeitskühlsysteme auf Pumpbasis ermöglichen eine bessere Kontrolle der Temperatur im Gehäuse und bieten die Chance, leistungsfähigere Hardware zu verbauen und das bei potentiellem Verzicht auf lästige Lüfter. Gerade im Gaminglaptop-Bereich sind die Lüfter mittlerweile recht groß geworden. Man denke hier an die G7x-Reihe von Asus oder eben an Alienwares M18x.

Video von Asetek zur Laptop-Flüssigkühlung

Hier auf der Asetek-Website gibt es weitere Informationen.

Sinnvoll oder überflüssig – das ist hier die Frage. Was haltet ihr von dem Prototypen? Fändet ihr so eine Flüssigkühlung im Laptop reizvoll, weil Lüfterrauschen damit der Vergangenheit angehört? Oder stehen für euch die Nachteile wie der höhere Preis und die verkürzte Akkulaufzeit dagegen?

via gizmag

 

Sven Wernicke

Sven Wernicke hat eine Vorliebe für verspielte Gadgets, kunterbunte LEDs und Technik, die unterhalten möchte.  Wenn ihm als Freiberufler noch etwas Freizeit bleibt, bastelt er an seinen eigenen Projekten,  darunter Polygamia.de und GamingGadgets.de.

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3 Kommentare

  1. Naja. Ich bezweifle mal, dass man das mit ins Flugzeug nehmen darf ;)

  2. Bei der Leistung und nem 18″… Wieso nicht ? Ich sehe hier den Anwender als Bewohner eines 10-15m2 Zimmer einer WG. Und da ist jeder Kubik(!)meter wertvoll. Und was den Akku angeht, sehe ich zwei Möglichkeiten.
    1.) Das System lässt sich per Energiemanager der Situation so anpassen dass bei reiner Arbeit (Word, Excel, Internet etc.) weder Wasserkühlung noch (zusätzliche) Grafikkarte aktiv ist und der Prozessor auf Minimum reduziert wird.

    2.) Künftig sollte überhaupt KEIN Akku (in reinen Gaming Laptops) verbaut werden um entweder das Gewicht zu reduzieren, günstigere (grössere) Bauteile zu verbauen oder die Leistung noch weiter zu steigern.
    Zumindest sollte es der Alienware Konfigurator als Möglichkeit in Betracht ziehen.

    Denn ganz ehrlich der Akku frisst eine Menge Platz und Kohle und wer zockt schon an Orten ohne Steckdose.
    Und es müsste Jedem klar sein, dass Alienware nicht unbedingt der günstigste Hersteller ist.
    Also sollten bei Anschaffungspreisen jenseits der 2000€ noch 400€ für entweder einen Aldi Laptop, IPad mit Tastatur oder ein Netbook zur Verfügung stehen welche zu reinen Arbeitszwecken genutzt werden können.

    LG
    Flo

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