Toshiba X770-11 im Test (2/2):
Gaming-Laptop für fast alle Lebenslagen

Der Toshiba erntete im ersten Teil eine Menge Lob, nun geht es ihm aber an den Kragen. Doch trotz der vielen Kritik ist das Toshiba X770-11 am Ende eine Kaufempfehlung wert.


Toshiba X770-11 - (Bild: Toshiba)

Toshiba X770-11 - (Bild: Toshiba)

Der Toshiba X770-11 konnte sich trotz Vorurteilen im ersten Teil des Tests ein gutes Ergebnis einholen. In Sachen Gaming-Leistung und 3D lohnt sich der Toshiba allemal. Doch es gibt auch Schattenseiten. Können die das bisher gute Urteil trüben?

Lärmentwicklung

Ein so schneller und doch kompakter 17-Zoll-Laptop hat Mühe, seine Wärme nach aussen abzuführen. Da geht es den Mitbewerbern nicht besser: Also muss der Lüfter kräftig pusten, um sich etwas Abkühlung zu verschaffen. Die Lärmentwicklung hält sich in Grenzen, als Multiplayer-Spieler trägt man meist Headsets und wer alleine auf die Ego-Shooter-Pirsch geht, möchte ebenfalls hören, aus welcher Richtung der Gegner naht. Steckt man erstmal mitten im Geschehen, blendet man den Lüfter automatisch aus – wenn man ein Rechtshänder ist! Noch immer haben die Laptop-Hersteller nicht gelernt, dass wir Linkshänder ebenso gerne zocken. Man muss sich deshalb als Minderheit um einen «Wärmewall» bemühen: Auf der linken Seite pustet der X770 seine heisse Luft genau auf die Hand des Spielers, im Winter eventuell noch angenehm, doch in der Hauptsache störend. Abhilfe schafft hier nur eine externe Tastatur, ein Stück Pappe zwischen Hand und Luftauslass oder die Schrägstellung des Gerätes.

Kostenlose, unerwünschte Dreingaben

Toshiba X770-11 - Man beachte die überfüllte Taskleiste, dabei wurden noch gar keine persönlichen Programme installiert (Bild: kaz)

Toshiba X770-11 - Man beachte die überfüllte Taskleiste, dabei wurden noch gar keine persönlichen Programme installiert (Bild: kaz)

Es gab Zeiten, da war der Begriff «Bloatware» unbekannt, wahrscheinlich noch nicht mal erfunden. Doch dank der Computerindustrie erlebt die Wortneuschöpfung ein Revival: Bloatware, zu deutsch Blähware, hat nichts mit Flatulenz zu tun. Stattdessen beschreibt der Begriff vorinstallierte Software, die der Kunde nicht erwartet oder installieren wollte. Auch bei Toshiba ist man davor nicht gefeit: Ein «kostenloser» Virenscanner mit wenigen Monaten Laufzeit gehört ebenso zum schlechten Ton, wie der Internet-Link zu eBay oder ein Link zu einer Flashspiele-Homepage.

Und sollte man vergessen haben, welchem Hersteller man das zu verdanken hat, so hilft ein Blick in die Liste der installierten Programme: Können 29 vorinstallierte Programme, mit Namen wie «Toshiba TEMPRO», «Toshiba Schlaf-Dienstprogramm» oder «Toshiba Online Product Information» irren? Wenn man zu den ganz Uneinsichtigen gehört, erinnert einen das «Toshiba Bulletin Board» in regelmässigen Abständen daran, dass es ungelesene Toshiba-Neugkeiten im Internet gibt – ungefragt natürlich. Wann werden die Hersteller endlich verstehen, dass man mit schwer verdientem Geld einen Laptop und keine Litfass-Säule gekauft hat?!

Kurzatmiger Koloss

Toshiba X770-11 Netzteil - Viel Leistung benötigt viel Energie! (Bild: kaz)

Toshiba X770-11 Netzteil - Viel Leistung benötigt viel Energie! (Bild: kaz)

Fernab der Steckdose findet dieses Trauerspiel glücklicherweise schnell ein jähes Ende: Nicht mal für einen Kinofilm reichte die Ladung bei voller Helligkeit und ausgeschaltetem WLAN. Da half auch kein «Eco-Modus». Wer zu einem 17-Zöller mit kräftiger Grafikkarte greift, sollte sich hinsichtlich Laufzeit keiner Illusion hingeben: Mehr als zwei Stunden schafft fast keiner. Besonders mobil ist man mit dem riesigen Netzteil und dem Gesamtgewicht von nahezu 4 kg ohnehin nicht.

Wenn man es doch mal vor die Haustüre schafft, so können an den vier USB-Buchsen Smartphone und andere USB-Geräte geladen werden. Denn durch die «Sleep and Charge»-Funktion liefert der Laptop auch in ausgeschaltetem Zustand Ladestrom. Die Funktion ist intelligenterweise bei Auslieferung deaktiviert, so dass man nicht ungewollt vor einem leeren Akku steht. Der ausgeschaltete Zustand erlaubt auch die Nutzung der Boxen: Einfach Klinkenstecker in die Mikrofonbuchse stecken und das andere Ende mit einer Musikquelle verbinden.

Spielvergnügen

Der Toshiba X770-11 ist nichts für schwache Nerven oder schwache Menschen: Eine leistungshungrige Ausstattung zehrt am Netzteil und am Arm. Dafür erhält man einen Laptop, der beispielsweise «Assassins Creed – Brotherhood» mit Full-HD-Auflösung und maximaler Qualitätsstufe fast ruckelfrei bewältigt – nur Kampfszenen in belebten Gebieten mit weitem Blick lassen die FPS sinken. Will man dagegen 3D, muss man einen Gang runterschalten, da die Grafikkarte bei nicht optimierten Spielen die zweifache Leistung erbringen muss – hier geht es nur mit mittleren Einstellungen.

Fazit

Als Linkshänder hat man es im Gamingbetrieb nicht leicht (an dieser Stelle ist euer Mitleid mit mir durchaus angebracht). Sieht man von dieser Kleigkeit jedoch einmal ab, so lässt der Toshiba X770-11 keine Wünsche offen. Satte Klänge, gutes und helles Display, sowie eine Leistung, die aktuelle Spiele bewältigt, erwarten den Käufer. Wer 3D mit Shutterbrille und mobiles Gaming sucht, sollte hier ebenfalls einen genauen Blick darauf werfen. Nur bei der «Blähware» und den ungefragten Werbemeldungen sollte Toshiba nochmal überlegen, wie zuträglich das dem eigenen Geschäft ist.

 

Mehr lesen

Alienware Area 51: Seltsames Design trifft auf edlen Gaming-Rechner

2.9.2014, 5 KommentareAlienware Area 51:
Seltsames Design trifft auf edlen Gaming-Rechner

Es muss nicht immer das 08/15-Towergehäuse sein. Das dachten sich offenbar auch die Verantwortlichen beim PC-Hersteller Alienware. Herausgekommen ist das 2014er-Modell der hauseigenen Area-51-Reihe. Der Komplett-PC richtet sich an ambitionierte Gamer, die sich ein unkonventionelles Design wünschen.

Alienware Alpha: Die PC-basierte Spielkonsole, die niemand braucht?

14.8.2014, 10 KommentareAlienware Alpha:
Die PC-basierte Spielkonsole, die niemand braucht?

Ein PC fürs Wohnzimmer. Eine Spielkonsole für PC-Games. Ein einfach zugänglicher, vielseitiger Entertainment-Alleskönner. Das alles möchte Alienware Alpha sein. Nur wer braucht so etwas wirklich?

Logitech G502 Gaming-Mouse ausprobiert: Nichts für zu kurze Finger

17.7.2014, 2 KommentareLogitech G502 Gaming-Mouse ausprobiert:
Nichts für zu kurze Finger

Linke Mousetaste, rechte Mousetaste und vielleicht noch ein Scrollrad – das sind die Ansprüche, die man normalerweise an eine Mouse stellen würde. Die G502 Gaming-Mouse von Logitech ist dagegen mit vielen Tasten bestückt, die während des Gamings nützlich sind. Seit einigen Wochen ist sie bei mir im Einsatz und daher möchte ich meine Eindrücke einmal zusammenfassen.

Wallum A1 und M1: Minimale Börsen bündeln Kreditkarten und Geldscheine und blocken NFC-Signale

15.9.2014, 3 KommentareWallum A1 und M1:
Minimale Börsen bündeln Kreditkarten und Geldscheine und blocken NFC-Signale

Der Wiener Student Maximilian Mueller hat eine Börse für Scheine und Kreditkarten entwickelt, die aus zwei Aluminiumplatten und ein paar Gummiringen besteht. Eigentlich sind es sogar zwei minimalistische Börsen. Wir haben uns die Wallum A1 und die Wallum M1 angesehen.

Bellroy Elements Sleeve: Wetterfeste Minimalbörse schützt Karten, Scheine und mehr

8.8.2014, 0 KommentareBellroy Elements Sleeve:
Wetterfeste Minimalbörse schützt Karten, Scheine und mehr

Das australische Unternehmen Bellroy stellt Geldbörsen aus Leder her. Das Besondere daran: Bellroy-Börsen sind bei hoher Funktionalität besonders kompakt. Wir haben das wetterfeste Elements Sleeve ausprobiert.

WowWee MiP: Der lustige Spielzeugroboter im Praxistest

28.7.2014, 0 KommentareWowWee MiP:
Der lustige Spielzeugroboter im Praxistest

MiP möchte mein neuer Roboterfreund sein. Für rund 130 Euro tanzt er für mich. Und er lässt sich mittels Smartphone steuern. Auch kann er selbständig auf seinen zwei Rädern balancieren, Dinge tragen und mich unterhalten. Aber ist MiP von Hersteller WowWee wirklich eine Bereicherung für das eigene Leben? Wir haben es ausprobiert.

Handykamera à la Lytro angekündigt: Welche Funktionen braucht eine Smartphone-Kamera?

29.12.2012, 1 KommentareHandykamera à la Lytro angekündigt:
Welche Funktionen braucht eine Smartphone-Kamera?

Toshiba will ein Kameramodul für Smartphones herausbringen, das mit seinen Fähigkeiten an die "Lytro"-Lichtfeldkamera erinnert. Damit lässt sich unter anderem der Schärfepunkt von Fotos nachträglich verändern. Ist das mehr als Schnickschnack?

Apple, Asus, Acer, Fujitsu, Toshiba: MacBook Air vs Ultrabooks - ein Marktüberblick

22.6.2012, 2 KommentareApple, Asus, Acer, Fujitsu, Toshiba:
MacBook Air vs Ultrabooks - ein Marktüberblick

Apple hat seinen Bestseller MacBook Air aufgefrischt, und auch die Konkurrenz aus dem Ultrabook-Lager ist mit neuen Geräten am Start. Dieser Artikel zeigt euch, was diese Laptops können und was sie voneinander unterscheidet.

Toshiba X770-11 im Test (1/2): Geballte 17-Zoll-Ladung!

19.3.2012, 2 KommentareToshiba X770-11 im Test (1/2):
Geballte 17-Zoll-Ladung!

Das Toshiba X770-11 ist gross, schwer und stromhungrig - kein Wunder, denn da steckt geballte Leistung drin.

Toshiba X770-11 im Test (1/2): Geballte 17-Zoll-Ladung!

19.3.2012, 2 KommentareToshiba X770-11 im Test (1/2):
Geballte 17-Zoll-Ladung!

Das Toshiba X770-11 ist gross, schwer und stromhungrig - kein Wunder, denn da steckt geballte Leistung drin.

3 Kommentare

  1. Okay, also hier mal eine kleine Nachhilfestunde vom Profi.

    Diese “Litfasäulen” sind für uns sehr wichtig. Dummerweise sind nämlich rund 95% aller Windows User nicht PC Freaks und haben oft nichtmal eine Ahnung was überhaupt in ihren PC’s und Notebooks drin steckt.
    Damit wir auf den ersten Blick sehen können womit wir es zu tun haben, legen die Komponentenhersteller diese netten kleinen Aufkleber bei, welche man nach der Montage drauf klebt. Das tun die auch nicht seit gestern, das läuft schon beinahme seit einem Vierteljahrhundert so.

    Ganz grosse Klasse finde ich den Satz: “Nur bei der «Blähware» und den ungefragten Werbemeldungen sollte Toshiba nochmal überlegen, wie zuträglich das dem eigenen Geschäft ist.”

    Ähhh…jo…hm…wie soll ich das jetzt nur erklären. Diese Bloatware trägt auf allen PC’s nämlich gerade dazu bei, dass es für das Geschäft zuträglich IST.
    Wäre die Bloatware nämlich nicht drauf, müsste der Kunde dies bezahlen. So wird diese “Werbung” von den jeweiligen Software- oder Linkanbietern bezahlt womit die Geräte günstiger sind und das ist meist zuträglich wenn es um Verkaufszahlen geht.

    Aber das tolle daran ist, ab Windows 8 kann man wählen ob man die Bloatware beim Kauf haben will und die Hersteller das Gerät subventionieren oder ob man lieber alles ohne Bloatware haben will und dafür selbst für die Kosten aufkommt: http://gamestar.de/softwa…s_8,473,2567893.html

    Das muss dir doch dann unheimlich gefallen wenn das weg fällt, du bezahlst dann ja sicher gerne diese Gebühren ;-)

    Ansonsten fehlt bei dem Test leider das Wichtigste. Das Thema Display geht hier leider völlig unter und was ist interessanter bei einem 3D Gerät als die Displayleistung im 2D und 3D Modus. Blickwinkel, Invertierungen, Helligkeit, Kontrast, etc….

  2. Mein lieber Profi,

    Danke für die Anmerkungen, dieser Text hat tatsächlich die 3D-Fähigkeiten etwas vernachlässigt. Allerdings schrieb ich auch klar wieso: das Flimmern der Shutterbrille bei diesem Gaminglaptop war nicht erträglich – da ist die 3D-Leistung hernach nicht mehr das Hauptaugenmerk.

    Und

    hier mal eine kleine Nachhilfestunde vom (Text-)Profi

    :
    Bitte bei Kritik und Zitaten korrekt zitieren und nicht nach Gusto:

    Diese “Litfasäulen” sind für uns sehr wichtig.

    Dieses FALSCHE Zitat bezieht sich in meinem Text auf die Bloatware! Ich schreibe vollständig: “Wann werden die Hersteller endlich verstehen, dass man mit schwer verdientem Geld einen Laptop und keine Litfass-Säule gekauft hat?!” Von Werbeaufklebern schreibe ich gar nichts.

    Wenn Du diesen Abschnitt genauestens durchließt, wird dir auch auffallen, was ich mit Blähware meinte: Nicht nur Werbung von anderen Marken, die dafür zahlen, sondern auch die 29!! vorinstallierten Toshiba-Programme mit Nerv-Pop-Ups. Das können alle anderen Hersteller besser.

    Ich nehme jeden Kommentar ernst, aber Deiner ist leider nicht stichhaltig.

  3. Auf dem Laptop ertrage ich 3D eigentlich überhaupt nicht. Ganz kleine Monitore von Handheld-Konsolen und normal weit entfernte Fernseher mit 3D kann ich sehr gut vertragen, aber PC-Monitore und Laptops mit 3D irritieren mich auf die kurze distanz irgendwie.

Kommentar schreiben

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.

* Pflichtfelder