Evergreen Bone Transmission Headphones:
Diese Kopfhörer tönen durch den Schädel

Den Ausspruch «Das geht in den Schädel» kann man bei den Bone Transmission Headphones von Evergreen wortwörtlich nehmen: Sie werden nicht wie andere Kopfhörer auf dem Ohr aufgesetzt oder hineingesteckt. Sie liegen stattdessen auf dem Knochen auf.


So werden die Bone Transmission Headphones korrekt aufgesetzt. (Quelle: donya.jp)

So werden die Bone Transmission Headphones korrekt aufgesetzt. (Quelle: donya.jp)

Lautsprecher ohne eigentlichen Lautsprecher sind nichts Neues: Sie bringen eine harte Oberfläche zum Schwingen und erzeugen so den Sound. Ähnlich muss man sich die Bone Transmission Headphones des Herstellers Evergreen vorstellen: Sie erzeugen den Schall über den Schädelknochen des Anwenders. Die Schwingungen erreichen dann direkt die «Hörschnecke» im Innenohr. Folgerichtig positioniert man diese Headphones nicht über dem Ohr oder steckt sie gar hinein. Sie werden dagegen vor dem Ohr aufgelegt, wie die Abbildung des Herstellers zeigt.

Evergreen Bone Transmission Headphones
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Eine Frage ist natürlich, was man von diesen Schwingungen bemerkt. Eine klare Aussage dazu kann ich mangels Testgerät allerdings nicht geben. Und deshalb muss auch eine andere wichtige Frage für den Moment unbeantwortet bleiben: Wie klingen denn diese «Knochenhörer»? Die Selbstdarstellung des Herstellers bleibt da ein bisschen schwammig: Der Nutzer habe ein Hörerlebnis, das einem kein konventioneller Kopfhörer geben könne. Aha. Ja, gut. Das kann natürlich sehr viel heißen und könnte auch Marketingsprech für «unfassbar schlecht» sein.

Gut für Jogger, schlecht für Audiophile

So sieht der Hersteller seine Zielgruppe. (Quelle: donya.jp)

So sieht der Hersteller seine Zielgruppe. (Quelle: donya.jp)

Die Seite Rocketnews24.com zitiert aus einem japanischen Testbericht. Demnach sei die Soundqualität in Ordnung. Allerdings bekomme auch die Umgebung einiges von der Musik mit, so dass sich die Bone Transmission Headphones nicht besonders für Büros oder ähnliche Orte eignen.

Und natürlich haben sie einen Nachteil, der auch ein Vorteil sein kann: Man hört neben der Musik nach wie vor alles, was um einen herum geschieht. Ist man beispielsweise Joggen, kann das durchaus lebensrettend sein. Man überhört eben nicht so leicht ein Auto beim Überqueren einer Strasse. Andererseits wird die Musik von solchen Geräuschen natürlich auch immer wieder übertönt. Wer wie ich In-Ear-Kopfhörer nutzt, gerade weil sie die Umgebungsgeräusche dämpfen, wird an den Bone Transmission Headphones natürlich wenig Freude haben. Aber für diese Zielgruppe sind sie auch ganz offensichtlich nicht gedacht. So wirbt der Hersteller damit, dass die Kopfhörer samt Fernbedienung im Kabel spritzwassergeschützt sind.

Wichtig ist noch zu wissen, dass sich in der Fernbedienung im Kabel zugleich ein Akku befindet, denn das Headset braucht für seine Funktion zusätzlichen Strom. Zum Aufladen braucht dieser Akku 15 Stunden, danach kann man die Kopfhörer 3 Stunden nutzen.

In Japan kommen die Kopfhörer Ende April 2012 für 2’999 Yen auf den Markt, was etwa 27 Euro entspricht. Ob und wann sie nach Europa kommen, ist nicht bekannt.

Nachtrag vom 04.01.2013: Vergleichbare Kopfhörer gibt es jetzt auch in Europa zu kaufen: das AfterShokz Bluez Headset.

 

Jan Tißler

Jan Tißler ist Leitender Redakteur von neuerdings.com und Autor auf netzwertig.com. Er ist fasziniert von Technik und ein leidenschaftlicher Internetintensivnutzer.

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Ein Kommentar

  1. Also dort wo laut Abbildung diese Kopfhörer aufgesetzt werden befindet sich höchstens noch ein kleiner Teil vom Schädelknochen… Ob diese Vibrationen auf dem Unterkiefer sehr angenehm sind und einen guten Sound erzeugen sei mal dahingestellt…

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