Microsoft Universal Translator:
Völkerverständigung à la Star Trek

Stell dir vor, du kannst dich ab sofort in 26 Sprachen dieser Welt unterhalten – ohne dafür etwas zu lernen. Eine Software übernimmt die Hauptarbeit für dich. Klingt nach Star Treks «Universal Translator»? Microsoft will ihn uns bringen – ein bisschen.


(Foto: PrincessFroglips, flickr.com. Lizenz: CC BY-NC-SA)

(Foto: PrincessFroglips, flickr.com. Lizenz: CC BY-NC-SA)

Spracheingabe, -ausgabe und Übersetzungen sind in den letzten Jahren spürbar besser geworden. Was aber passiert, wenn man das alles miteinander kombiniert? Und wie wäre es erst, wenn die akustische Wiedergabe der fremden Sprache dann auch noch mit der eigenen Stimme erfolgen würde?

Genau das ist es, woran Frank Soong von Microsoft Research forscht. In seinen Universal Translator spricht man hinein, er übersetzt und gibt mit der eigenen Stimme das Gesprochene in der gewählten Zielsprache wieder.

Das alles erinnert ein wenig an Star Trek, wo bekanntlich alle Aliens perfektes Englisch sprechen – dank des Computers. Der übersetzt laufend alles, was gesprochen wird. So jedenfalls die «offizielle» Erklärung für den meist problemlosen interstellaren Plausch. Der funktioniert sogar lippensynchron, wofür es keine weitere Erklärung gibt…

Eine Stunde Training

Microsofts Universal Translator jedenfalls braucht derzeit etwa eine Stunde Trainingszeit, bis er dann mit deiner Stimme sprechen kann. Danach soll er laut Frank Soong von jeder der 26 Sprachen in jede andere übersetzen können. Anwendungen dafür sieht er beispielsweise beim Sprachen lernen: Es könnte für die Schüler hilfreich sein, sich selbst in der fremden Sprache zu hören. Aber es gäbe natürlich viele weitere Anwendungsfelder, beispielsweise auf Reisen.

In diesem Bericht der Technology Review gibt es einige Hörbeispiele. Wie man daran schnell feststellt: Perfekt ist das alles natürlich noch nicht. Aber es ist so oder so spannend zu beobachten, in welche Richtung die Entwicklung hier geht. Und in gar nicht so ferner Zukunft werden wir uns vielleicht per Universal Translator in unserem Smartphone überall auf der Welt mit jedem unterhalten können.

Weitere Informationen auf der Website der «Speech Group» innerhalb von Microsoft Research.

P.S.: Star-Trek-Insidern wird natürlich auffallen, dass Frank Soong offensichtlich ein Vorfahre des kommenden Noonian Soong ist – dem Erschaffer des Androiden Data. Das kann doch einfach kein Zufall sein…

Via technabob

 

Jan Tißler

Jan Tißler ist Leitender Redakteur von neuerdings.com und Autor auf netzwertig.com. Er ist fasziniert von Technik und ein leidenschaftlicher Internetintensivnutzer.

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