Powertraveller Minigorilla:
Mehr Saft für Smartphone, Kamera, Laptop & Co

Der mobile Akku «Powertraveller Minigorilla» versorgt Geräte vom Smartphone bis zum Laptop unterwegs mit der Extraportion Saft. Ich habe den Kleinaffen für euch ausprobiert.


Der Powertraveller Minigorilla überzeugt durch einen guten Kompromiss aus Leistung und Grösse/Gewicht. (Bild: pd)

Der Powertraveller Minigorilla überzeugt durch einen guten Kompromiss aus Leistung und Grösse/Gewicht. (Bild: pd)

Der mobile Stromspeicher Powertraveller Minigorilla besticht gegenüber der Konkurrenz vor allem durch seine Handlichkeit: Er ist im Verhältnis zu seinen Leistungsdaten ausgesprochen klein und leicht. Daher eignet er sich ideal als Reisegefährte für Rucksacktouristen, die zwar nicht auf elektronische Geräte verzichten möchten, aber dennoch nicht schwere Akkus und Ladegeräte mit sich herumschleppen wollen. Und auch wer keine Weltreise antreten will, kann den handlichen Stromspeicher in jeder Jackentasche mit sich führen und so etwa dem schwächelnden iPhone-Akku im entscheidenden Moment zu Hilfe eilen.

Wisse, was du brauchst!

Um zu entscheiden, ob der Minigorilla zu deinen Ansprüchen passt, braucht es ein paar Hintergrundinformationen.

Mit Akkus und Batterien verhält es sich wie mit den meisten anderen Energiequellen auch: je grösser, desto besser. Leider sind 24V-Lkw-Bleiakkus zwar leistungsfähig, aber nicht gerade handlich. Deshalb bestehen die meisten mobilen Stromspeicher heutzutage im Kern aus Lithium-Ionen- oder Lithium-Polymer-Zellen, die eine wesentlich höhere Leistungsdichte aufweisen als Blei-Säure- oder Nickel-Cadmium-Akkus.

Das Angebot an mobilen Stromspeichern ist vielfältig, es gibt sie von sehr klein bis riesengross. Dabei gilt natürlich, dass die grösseren Modelle auch mehr Saft liefern. Wer also einen Stromspeicher für sein Laptop braucht, sollte sich nicht bei den kleinen Geräten umschauen, denn diese liefern oft lediglich 5V Ausgangsspannung via USB-Port und eignen sich damit höchstens zum Laden eines Smartphones, eines MP3-Players oder einer Schnappschusskamera. Wer einer richtigen Kamera, einem iPad oder einem Netbook/Ultrabook unterwegs steckdosenunabhängig das Leben verlängern will, muss sich in die Klasse der Stromspeicher vortasten, die mindestens 12V Ausgangsspannung liefern können. Das ermöglicht dann den Anschluss von Kfz-Adaptern und damit im Prinzip das Laden fast sämtlicher Geräte. Noch besser ist, wenn auch Spannungen von 16 bis 19V zur Verfügung stehen, da zahlreiche Geräte mit bis zu 19V arbeiten. Mit dem richtigen Stecker kann so der mobile Rechner direkt am Akkupack geladen werden. Das ist effizienter und spart zusätzlich an Gepäck.

Minigorilla: Saft für zwischendurch
Minigorillaminigorilla-solarpanelsminigorilla-kameraakkuminigorilla
minigorilla-zubehoer

Auf die Grösse kommt es an

In meinem speziellen Fall musste die Stromversorgung dreier Geräte sichergestellt werden: eines iPhone 3GS mit kränkelndem Akku, einer Olympus E-PL2 mit zwei Reserveakkus und eines Apple Macbook Air 11 Zoll. Ich hätte dazu einen Stromspeicher wie den PowerTank XXL-60 von SIStech nehmen können. Sicher könnte er alle diese Geräte problemlos nacheinander füllen und hätte wohl immer noch Reserveleistung gehabt. Aber mit 423g Eigengewicht ohne die zusätzlichen Adapterkabel ist dieser doch schon recht gross, obwohl er zu den kleinsten gehört.

Klein sollte der Stromspeicher sein, schnell wieder aufgeladen, aber trotzdem im Stande, mindestens 16V auszuspucken, damit ich mein Subnotebook direkt laden kann. Meine Wahl fiel in der Folge auf den in Grossbritannien entwickelten Minigorilla von Powertraveller.

Details und Spezifikationen

Der Minigorilla misst 15 x 8 x 1.5 cm und wiegt 265 g. Er liefert wahlweise 8.4, 9.5, 10.5, 12 oder 19 V und verfügt darüber hinaus über einen 5V-USB-Port, aus welchem maximal 700 mA strömen. Damit ein iPad dennoch geladen werden kann, gibt es einen kleinen Adapter mit dem ebenfalls «affigen» Namen Gorilla-Pad.

Für die übrigen Spannungen gilt eine Stromobergrenze von 3 A, bei 19 V sind es noch 1.5 A. Der Akku ist mit 9’000 mAh bewertet und liefert entsprechend 6’000 mAh bei 5 V, 4’000 mAh bei 8.4 V, 3’500 mAh bei 9.5 V, 3’200 mAh bei 10.5 V, 2’800 mAh bei 12 V und 2’000 mAh bei 19 V. Das sind in Anbetracht der geringen Grösse respektable Leistungswerte. Sie können aber dennoch nicht mit grösseren Konkurrenzprodukten mithalten, deren Akkus mehr als doppelt so hohe Kapazitäten aufweisen.

Für viele ebenso wichtig wie die Ausgangsspannung dürfte die Ladespannung sein, um den Akku wieder zu befüllen. Das Ladegerät für die Steckdose liefert beim Minigorilla 9 V. Powertraveller hat aber auch ein Solarladegerät im Angebot, den passend benannten Solargorilla. Auf meine Anfrage hin wurde mir bestätigt, dass der Minigorilla mit Ladespannungen von 9 bis 20 V umzugehen weiss und sich deshalb auch mit Solarpanels anderer Anbieter aufladen lässt.

Im Test

Der Minigorilla kommt mit einer Vielzahl von Adaptern und Steckeraufsätzen. (Bild: beb)

Der Minigorilla kommt mit einer Vielzahl von Adaptern und Steckeraufsätzen. (Bild: beb)

Der Packung liegen eine Vielzahl von Steckadaptern sowie ein internationaler Reiseadapter bei. Dazu gibt es eine Reissverschluss-Neoprenhülle mit praktischen Innenfächern und ein Kabel für den USB-Port zum Laden zahlreicher Mobiltelefone. Auf Anfrage erhält man bei Powertraveller zudem ein Kabel, das direktes Laden vom Minigorilla auf ein Apple-Laptop mit deren Magsafe-Stecker ermöglicht. Nicht mitgeliefert wird ein Kabel mit weiblicher Kfz-Buchse – das lässt sich aber nötigenfalls selbst anfertigen. Insgesamt machen sowohl das Gerät als auch das Zubehör einen guten Eindruck, die Verarbeitung ist solide, die gummierte Oberfläche des Minigorilla liegt gut in der Hand.

Der Minigorilla ist denkbar einfach anzuwenden. Ein Display informiert über den Ladestand und die gewählte Ausgangsspannung, sowie ob ein Gerät am USB-Stecker angeschlossen ist. Mit einem einzigen Knopf kann man den Kleinaffen ein- und ausschalten und durch die verschiedenen Spannungseinstellungen wechseln. Ziehen die Geräte nach Vollladung keinen Strom mehr, schaltet sich der Minigorilla nach zwei Minuten automatisch aus. Das ist ausgesprochen praktisch, wenn man beispielsweise ein Gerät über Nacht laden will.

Geräte, die am USB-Port angeschlossen werden, können gleichzeitig mit dem Minigorilla geladen werden. Ein Laden des Minigorilla und gleichzeitiges Entladen über die Ausgangsbuchse ist wie bei den meisten Geräten hingegen nicht möglich. Im Test liess sich der Minigorilla sowohl mit Solarstrom als auch mit Strom aus der Steckdose problemlos aufladen. Der Minigorilla liefert beispielsweise dem iPhone 3GS bei intensivem Gebrauch Strom für vier Tage, oder 70% einer Akkuladung eines MacBook Air 11″, bevor er selbst wieder geladen werden muss. Das Laden des Kameraakkus gelang mir dagegen nicht, was aber vermutlich am verwendeten Billigst-Ladegerät für den Kameraakku lag. Prinzipiell sollte jedes Ladegerät mit 12V-Gleichstromanschluss funktionieren.

Fazit

Der Minigorilla überzeugt durch einen einzigartigen Mix aus guten Leistungsdaten, breiter Spannungsauswahl sowie geringem Gewicht und kompakten Abmassen. Er ist kinderleicht zu bedienen und eignet sich für viele Geräte, sowohl zum Laden als auch um geladen zu werden. Mit einem Strassenpreis von unter CHF 140/EUR 110 ist er auch verhältnismässig günstig, zumindest in der Klasse der Stromspeicher ab 12 V.

 

Mehr lesen

Sonnenrepublik Clicc und ClicLite: Modularer Sonnenstrom für unterwegs

9.4.2014, 0 KommentareSonnenrepublik Clicc und ClicLite:
Modularer Sonnenstrom für unterwegs

Das Berliner Startup-Unternehmen Sonnenrepublik produziert Clicc - eine kleine, effiziente Solarzelle, um die herum ein ganzes System modularer Solargadgets entstehen soll. Momentan ist Clicc vor allem mit ClicLite benutzbar, einem Akku mit LED für das Schlüsselbund.

WakaWaka: Gelungene Kombination aus Solarladegerät und Solarlampe

24.7.2013, 5 KommentareWakaWaka:
Gelungene Kombination aus Solarladegerät und Solarlampe

WakaWaka ist ein Solarladegerät für Gadgets aller Art, das außerdem noch als praktische Taschenlampe dient. Nach acht Stunden in der Sonne ist der integrierte 2.200-mAh-Akku voll geladen.

Dennis Siegel Electromagnetic Harvester: Strom is in the Air

28.1.2013, 12 KommentareDennis Siegel Electromagnetic Harvester:
Strom is in the Air

Dennis Siegel ist ein Bremer Student, der einen "Electronic Harvester" entwickelt hat - ein Gadget, das elektromagnetische Felder anzapfen und deren Energie in einem herkömmlichen AAA-Akku speichern soll.

7 Kommentare

  1. Wie wurde der Macbook angeschlossen?

    • Mit dem auf Anfrage erhältlichen MagSafe Kabel. Das lässt sicher allerdings sogar selber machen, wenn man über minimale Lötkenntnisse verfügt.

  2. Habe mir nun so ein Custom-MagSafe Kabel gebaut. Es funktioniert eigentlich nicht schlecht. Der Minigorilla kann bei voller Ladung ca. 40% des MacBook Air 13″ laden. Es fühlt sich jedoch alles sehr “knapp” an – wenn er gleichzeitig aufgeklappt ist, lädt es nicht immer.

  3. Guter Testbericht, danke. Nur eine Frage: Wie kommst du auf die Feststellung, dass der minigorilla bei höherer Ausgangsspannung weniger Kapazität zur Verfügung stellen kann?
    Du hast ja geschrieben bei 5V 6000mAh etc. aber ein Akku hat immer die gleiche Kapazität, sprich Ladung, unabhängig von der Spannung oder dem Strom, den er liefert. Lg

    • Ein Akku hat bei gleicher Spannung immer die gleiche Kapazität (selbst das stimmt nicht, weil die Temperatur und das Alter auch noch eine Rolle spielen). Die meisten Li-Ionen Akkuzellen, also eine Einheit in einem Akku, liefern von “Haus aus” 3.7V.
      Nehmen wir an, eine Zelle hat eine Kapaztität von 1000mAh. Wenn man also beispielsweise 3 Zellen in einem Akku hat und die Zellen in Serie schaltet, ergibt das eine Ausgangsspannung von ca. 11.1V, die Kapaztität verdreifacht sich aber nicht, weil es ja eine Serieschaltung ist. Braucht man hingegen nur 3.7V Ausgangsspannung, kann man die Akkuzellen parallel schalten, dann bleibt die Spannung gleich, die Kapazität verdreifacht sich aber auf 3000mAh. Diese Schalterei passiert im Inneren von variabel-spannungs Akkuspacks.

      Die Kapazität eines Akkus ist also relativ zur Stromspannung, die er liefern muss. Das ist wie das berühmte Wasserfass: Es fasst 100L. Wie schnell das Wasser auslaufen kann, bzw. wie viel Leistungs es bringen kann (Watt) hängt davon ab, mit wie viel Druck es ausläuft (Volt/Spannung) und wie gross das Loch ist, d.h. wie viel Wasser fliessen kann (Ampère). Der Wert mAh impliziert ja bereits, dass es sich um den Fluss des Stroms über Zeit handelt. Dass das Fass nicht gleich lange auslaufen kann, wenn man es einfach laufen lässt, oder mit dreifachem Atmosphärendruck das Wasser herausdrückt, das leuchtet ja sicher ein.
      Frei nach der Formel W = V*A bzw. sämtlicher Umstellungen davon. Ziemlich grundlegender Stoff:)

  4. Hallo zusammen
    Mit dem USB Anschluss kann ich z.B. das iPhone oder iPad laden, dies ist mir klar.
    Mit dem Adapter Gorilla-Pad (nicht inbegriffen) kann ich den zweiten Ausgang (neben dem USB Anschluss) benutzen und haben einen weiteren USB Anschluss.
    Was stelle ich jetzt aber ein? 5V kann ich nicht einstellen. Es beginnt erst bei 8.4V.
    Gruss Lutz

  5. @Lutz:
    Der Gorilla-Pad Adapter kann 5-24V am Eingang haben, aus diesen macht er dann 5V.
    Empfohlen ist 8.4V, da bei dieser Spannung der minigorilla und der Pad-Adapter am effizientesten funktionieren.

    Der Grund für das Ganze ist dass der 5V USB direkt am Gorilla nur 1A liefert.
    Am runden Anschluss liefert er bei 8.4V bis 3A, somit kann dann der Gorilla-Pad 5V mit 2A für das iPad bringen, damit es schneller geladen wird.

Ein Pingback

  1. [...] Der getestete PowerTank XXL-60 ist ein wahrer Tausendsassa: Nicht nur beherrscht er Ausgangsspannungen von bis zu 20 V bei 3,25 A und spielt damit leistungsmässig in der Königsklasse, er verfügt auch über einen High-Power-USB Anschluss mit 5 V bei 2 A und lädt damit nativ auch die anspruchsvollsten Tablets mühelos. Der PowerTank kann nicht nur gleichzeitig ein Gerät am USB-Anschluss und am Stromausgang laden, er kann auch noch gleichzeitig befüllt werden. Dieses Kunststück beherrschen längst nicht alle gängigen mobilen Stromspeicher (siehe dazu mein Test des Powertraveller minigorilla). [...]

Kommentar schreiben

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.

* Pflichtfelder