99 Reasons Why:
Jedem sein eigenes E-Book-Ende

Das neue E-Book von Caroline Smailes enthält alternative Enden und wählt ausgehend von einem Fragebogen das für den Leser geeignete aus.


Caroline Smailes. In diesem E-Book bestimmt der Leser das Ende {Becky Adams;http://www.carolinesmailes.co.uk/a-front-cover-99-reasons-why}

Caroline Smailes. In diesem E-Book bestimmt der Leser das Ende (Quelle: Becky Adams)

Früher war alles besser. Früher gab es keinen Elektrosmog und Kinder lasen noch aus echten Büchern mit echten Papierseiten. Zwischen all den vielen langweiligen Romanen und Wissensbüchern fand man ab und an ein Buch, das kurze Abschnitte enthielt, wo zu lesen war: «Willst Du die Truhe öffnen? Lies weiter auf Seite 16. Lieber weiter gehen? Seite 64.». Diese Spielbücher waren in den 80er und 90er Jahren sehr beliebt, zumindest in meinem Freundeskreis. E-Books scheinen für diese Art des Geschichtenerzählens Buch ideal und so griff Caroline Smailes diese Idee auf. Das Ergebnis: «99 Reasons Why», ein Ebook, das dem Leser ein Ende nach seinem Geschmack bietet.

Bevor man das Buch lesen kann, muss man verschiedene Fragen beantworten, zu Farben, der eigenen Stimmung et cetera.

Anhand dieses Profils fällt das Ende mal im Quentin-Tarantino-Style aus, mal Star-Wars-angehaucht; mal wird die Geschichte in einem traurigen, mal in einem glücklichen Grundton erzählt. Smailes erklärt, das Buch sei von vornherein auf unterschiedliche Endkapitel ausgelegt. Somit dürften die ersten Teile Interpretationsspielraum lassen, und erst das letzte Kapitel enthüllt die einzelnen Charaktere. Die Idee ist gut, wenngleich nicht neu, wie wir jetzt wissen. Vielleicht können wir bald im Kino abstimmen, ob der Held überlebt oder stirbt, ob der Protagonist seine Holde küssen darf oder ob die beiden einfach Freunde bleiben werden.

Was dabei klar wird: Die geliebte Technik erledigt in diesem Fall die gleiche Arbeit wie ein Papierbuch, nur aufwändiger und undurchsichtiger. Vor diesem Hintergrund wird vielleicht der Eine oder Andere argumentieren, es sei vielleicht doch angebracht, mehr Zeit mit echtem Papier zu verbringen, als alles mit dem Computer erledigen zu wollen.

Via The Independent.

 

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