Oxford Nanopore DNA-Sequenzer:
USB-Stick rein, DNA-Code raus
Mit dem Oxford Nanopore Technologies DNA-Sequencer, einem Gadget von der Grösse eines USB-Sticks, kann sich bald jeder seine DNA ansehen.

Oxford Nanopore Tech. MinION - Der DNA auf der Spur (Quelle: Nanopore Oxford Tech.)
Der «MinION», (minion, übersetzt: «Speichellecker») nimmt sich aus dem Finger des Probanden eine Blutprobe und analysiert die darin enthaltene DNA Stück für Stück. Laut Oxford Nanopore entschlüsselt der kleine USB-Stick die DNA genauso präzise, wie die momentan besten Sequencer in den Laboren der Welt. Mit 20 verschalteten Geräten und einer noch nicht erhältlichen 8’000-Nanoporen-Konfiguration, soll das menschliche Genom in 15 Minuten entschlüsselt sein. Das hier vorgestellte MinION enthält eine Kartusche mit 2’000 Nanoporen und benötigt entsprechend länger.
Das Prinzip soll eine Neuheit sein und nach der «strand sequencing» («Strangsequenzierung») ablaufen. Ein Aufbau vieler Proteinporen in Nanogrösse ist in eine Polymermembran eingelassen. Jede Nanopore kann den entsprechenden Komplementärstrang aus den Bruchstücken der DNA in der Probenmischung mit einem proprietären Enzym synthetisieren. Die Identifizierung des entsprechenden Basenpaares geschieht während des Durchlaufens der Nanoröhre durch Potentialänderung. Die Auswertung des Signals erfolgt in Echtzeit, kann somit während des Experiments verfolgt und nach Auslesen der gesuchten Stelle beendet werden.
Wenn das wirklich so präzise abläuft und preislich unter EUR 1000 bleibt, werden sich die Schüler vielleicht bald im Biologieunterricht ihre Basenpaaren anschauen können.
Via Oxford Nanopore Technologies.






















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24. Februar 2012 um 8:59
Das wird doch 100% ein Aprilscherz sein :)
24. Februar 2012 um 11:05
Nö, Amerika.
Aber ist wohl analog zu sehen :-)
25. Februar 2012 um 18:43
Zugegebenermapen kenne ich die marktüblichen Preise nicht. Doch so ein kleines “CSI-Teil” ist schon eine fantastische Sache und zudem auch noch sehr einfach in der Anwendung.
04. Juli 2012 um 23:26
Ein Aprilscherz ist es nicht, aber im Biounterricht die DNA angucken wird wohl in naher Zukunft trozdem nicht möglich sein. Der Artikel verschweigt nämlich, dass es sich um ein Wegwerfprodukt handelt. Es kann damit also nur einmal sequenziert werden und dann muss ein neues für 900$ her. Und es kann laut dem NYT Artikel nur eine Milliarde Basenpaare lesen, was nur ein Drittel des menschlichen Genoms ist.
Aber da sich Technik erfahrungsgemäß immer weiter verbessert, ist es so vielleicht irgendwann möglich eine Humangenetische Untersuchung in der normalen Sprechstunde beim Arzt durchzuführen. Aber das wird noch eine Weile dauern…
07. März 2012 um 13:43
Nice. Die NYT hat einen interessanten Artikel dazu, der mehr Hintergründe liefert.