Bonbonfarbige Canon IXUS:
WLAN, Touchscreen, Augenweh?

Schon vor einigen Tagen hat Canon die Meldung herausgegeben, dass in Kürze neue Kompaktkameras aus der IXUS-Modellreihe erscheinen werden. Die beiden Modelle heissen Ixus 510 HS und Ixus 240 HS und werden angekündigt als «Elegante Neuzugänge mit Touchscreen und WLAN».


Canon IXUS 240 HS in Pink (Quelle: Canon)

Canon IXUS 240 HS in Pink (Quelle: Canon)

Canon lanciert neue Kompaktmodelle, besonders gespannt sind wir dabei auf folgende Funktion: die beiden Kompakt-Modelle sollen eine WLAN-Schnittstelle bieten, dank der sich Bilder und Full-HD-Movies (zu denen die Kameras dann offenbar auch in der Lage sein werden) «unkompliziert» mit Freunden teilen lassen, so die Canon-Pressemitteilung.

Es ist die Rede von einer Anwendung «CameraWindow», mit der sich die Aufnahmen kabellos auf iPhone 4, iPad 2 und iPod touch 4 übertragen lassen sollen. Leider schweigt sich die Canon-Mitteilung darüber aus, wie sich die vielen User von anderen Smartphones oder Tablets behelfen sollen. Möglicherweise mit einem Umweg über das «Canon image Gateway»? Das ist der Beschreibung nach so eine Art markeneigene Cloud, in der dem Anwender bis zu 10 Gigabyte an Speicherplatz zur Verfügung stehen.

Bonbons mit CMOS, W-LAN und Touchscreen: Canon IXUS 510 HS und 240 HS
Canon IXUS 510 HS in SchwarzCanon IXUS 510 HS in WeissCanon IXUS 240 HS in BlauCanon IXUS 240 HS in Rot
Canon IXUS 240 HS in Pink

Übrigens ist das mit dem WLAN ja eigentlich ein alter Hut. Zum Beispiel haben Kodak (EasyShare-One) und Nikon (Coolpix P1/P2) bereits 2005 einen Vorstoss in diese Richtung gewagt. Aktuell lassen sich mit den SD-Karten von Eye-Fi auch Kameras ins WLAN einbinden, die von Haus aus keine derartige Funktion bieten. (Wer sich dafür interessiert, kann seine Kamera auf der Kompatibilitätsliste des Anbieters abchecken.)

Canon IXUS 510 HS in Weiss (Quelle: Canon)

Canon IXUS 510 HS in Weiss (Quelle: Canon)

Beim Thema Touchscreen geht es nur noch um die Reaktionsgeschwindigkeit und die Präzision bei der Bedienung, denn eine wirkliche Revolution bedeuten die 3,2 Zoll-Touchscreens nicht. Eine der ersten Kameras mit dem besonderen «Touch» und lustigen Malfunktionen auf dem Screen haben wir etwa 2006 gesehen (Pentax Optio T10). Seit dem sind schon Dutzende Kameras mit Touchscreen von allen möglichen Herstellern auf den Markt gekommen.

Die beiden Hauptfeatures, mit denen Canon die Kameras ins Rennen schickt, sind für sich genommen also nicht besonders innovativ. Aber dennoch ist die Kombination interessant, und vor allem dann, wenn die Features auch gut – und wie versprochen «unkompliziert» – funktionieren. Nach der weiteren Ausstattung zu urteilen, wird die Ixus 510 HS vermutlich das interessantere Gerät sein. Der 1/2,3 Zoll CMOS Sensor der 510 HS hat 10 MP, so dass man auf ein gutes Rauschverhalten hoffen kann, während in der Ixus 240 HS bei gleicher Sensorfläche 16 MP aufgelöst werden. Das Objektiv der Ixus 510 HS deckt mit einem 12-fach Zoom die Brennweiten von 28 bis 336 mm ab, während in der 240 HS ein 5-fach Zoom mit 24 bis 120 mm Brennweite steckt. Weitere Details kann man auf der Canon-Webseite finden.

In den Handel kommen sollen die Kameras Ende März, beziehungsweise Anfang April. Die 240 HS soll rund EUR 290 kosten, die 510 HS wird mit rund EUR 380 zu Buche schlagen. Die Ixus 510 HS wird dezent in Schwarz oder Weiss erhältlich sein, die Ixus 240 HS dagegen wird in leuchtenden Bonbonfarben angeboten.

Das hat sich ja in den letzten Jahren bei den Kompaktmodellen durchaus etabliert. Mancher Hersteller hat damit sicher versucht, eine grössere Modellvielfalt vorzutäuschen, als eigentlich vorhanden. Diesem Verdacht ist Canon als einer der grössten Anbieter auf dem Fotomarkt natürlich nicht ausgesetzt. Aber es stellen sich – zumindest mir persönlich – die Fragen: Warum Schweinchenrosa? Und gibt es wirklich eine Horde von kleinen Mädchen, die ihr Taschengeld in die Prinzessin-Lillifee-Kamera für EUR 290 stecken wollen?

 

Gabriele Remmers

Gabriele Remmers schreibt gelegentlich als freie Autorin bei neuerdings.com. Sie interessiert sich für Fotografie, aber auch sonst für alles, was irgendwie “klick” bei ihr macht.

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