Samsung MV 800 im Test (3/3):
Fazit oder «Wessen Kamera kann das sein?»
Die Samsung MV 800 macht einen guten Eindruck im Praxistest. Zum Schluss gibt es eine Frage zu beantworten: Wer sollte den Kauf dieser Kompaktkamera in Erwägung ziehen?
Erstaunlich schnell ist die Samsung nach dem Einschalten startbereit – und der Akku hält selbst einen gesamten Teenager-Tages-Schulausflug einer knipswütigen heranwachsenden Dame durch. Enttäuschend allerdings die spontane Fotoausbeute, denn ganz so planlos klappt das Fotografieren dann doch nicht. Einfach nur Kamera hochhalten und abdrücken funktioniert in der Regel genauso wenig wie der ungezielte Hüftschuss im Vorbeigehen.
Immerhin: der fünffach-Zoom ist rein optisch und damit wird verhindert, dass man beim Weiterzoomen in den Bereich des digitalen Zooms kommt, was die Bildqualität arg beeinträchtigt. Ein wenig sollte man sich also schon mit den Grundfunktionen der Kamera vertraut machen, was mit dank Touchscreen und guter Menüführung spielend leicht von der Hand geht.
Mich persönlich hat die Funktion des Model-Scouts begeistert: Silhouetten verschiedener Posen werden auf Wunsch im Display eingeblendet, sodass der Fotograf nur noch sein Model anweisen muss, die vorgegebene Haltung einnimmt – Da kommt fast schon Stimmung wie beim Modeshooting auf.
Zwar ist es nicht möglich, wie iMenschen vielleicht intuitiv möchten, mit zwei Fingern die Bilder auf dem Touchscreen grösser zu ziehen oder zu drehen, dafür kann man aber verschiedene Themenalben füllen oder mit Wischgesten eine Diashow auf der Kamera steuern. Mit Hilfe eines (nicht beiliegenden!) Mini-HDMI-Kabels könnte man das auch gleich auf dem Fernseher zeigen.
Bleibt die Verbindung zum Computer. Das mitgelieferte Ladegerät ist in Wirklichkeit ein Trafo mit eingestecktem USB-Kabel, das mit dem Mini-USB-Port der Kamera verbunden wird. Deshalb lädt der Akku der Samsung auch ganz regulär wenn er mit dem Computer verbunden ist, um beispielsweise seine Bilder von der (nicht beiliegenden) Micro-SD-Karte übertragen.
Ein zusätzlicher Blitz kann nicht geschaltet werden, was schade ist, denn der verbaute ist höchstens im Portraitbereich bis zwei Personen wirklich sinnvoll einsetzbar. Dafür hat das Gehäuse aber ein vollwertiges Stativ-Gewinde – ob das die Zielgruppe interessieren wird?
Für einen anspruchsvollen Fotografen, der mit Langzeitbelichtung das Kircheninnere fotografiert, ist die Abbildungsqualität sicher nicht das Richtige. Mit einem Strassenpreis von um Eur 200,00 ist die Samsung aber doch zu teuer für ein reines Spielzeug. Wer aber endlich bei Facebook einmal kontrolliert entstandene Selbstportraits einstellen möchte, oder beim Treffen mit Freunden sich fotografisch austoben möchte, der ist mit der MV 800 gut beraten.
Mit 7,62 cm Bildschirmdiagonale kann man die Bilder auch bei nur 288’000 Bildpunkten noch gut ansehen – und die Kamera dreht sogar die Bilder, wenn man den Apparat hochkant hält. Die Bilder lassen sich schnell durchblättern – entweder auf einer Leiste, durch die man mit dem Finger huscht, oder aber auch durch eine Gesamtanzeige, wobei die Motive manchmal zu klein werden, um tatsächlich erkannt zu werden. Und wer Bilder rudimentär nachbearbeiten will, wird sich über die mitgelieferte Anwendung Intelli-Studio freuen.
Fazit: Mit der MV 800 bietet Samsung ein rundes Paket für den Hobby-Knipser an, der besonders viel Spass daran hat, sich und seine Freunde ins rechte Licht zu rücken.


























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