Samsung MV 800 im Test (2/3):
Hollywood lässt grüssen

Die Samsung MV 800 schiesst nicht nur Bilder, sie dreht auch Filme und hat jede Menge Software an Bord. Damit lassen sich Bilder sowohl auf der Kamera als auch am Computer nachbearbeiten.


Samsung MV 800 (Bild: rpa)

Samsung MV 800 (Bild: rpa)

Eine Kompaktkamera hat heutzutage nicht nur die Aufgabe Fotos zu machen, sondern soll möglichst auch noch Videos in HD drehen können. Mit dem einfachen «Smart Film»-Modus der MV 800 geht dies sofort los: Auf den Auslöser drücken und: «Film ab!» Beim zweiten Mal Drücken wird die Aufnahme gestoppt. Ein Detail stört beim Filmen. Wie bei vielen anderen Kompaktkameras auch, lässt sich der Zoom nicht mehr bedienen, sobald die Filmaufnahme gestartet hat. Auch gilt zu bedenken, dass sich eine zigarettenschachtelgrosse Kamera beim Filmen kaum ruhig halten lässt.

Schlaue Filmkamera mit Schwächen

Neben Smart Film gibt es noch den Modus «Videoclip» und dort lässt sich wieder jede Menge einstellen: Vom Weissabgleich über die Bildfrequenz (30 fps bis 15 fps) bis zur Auflösung. Weil HD draufsteht, werden in der höchsten Auflösung, 1280 x 720 Pixel im Verhältnis 16:9 angeboten, obwohl der Sensor mit 4608 x 3456 px eigentlich mehr Pixel zur Verfügung stellen würde.

Um Platz auf der Speicherkarte oder Zeit beim Übertragen ins Internet zu sparen, kann man die Auflösung gar noch weiter reduzieren. Und vielleicht sollte man besser auch dabei bleiben – wer sich einmal eines dieser Videos auf einem Computermonitor mit einer Diagonale von über 30 cm angesehen hat, weiss warum es für Videoaufnahmen immer noch eigene Geräte gibt und nicht alle Hobbyfilmer mit solchen Kompaktkameras rumlaufen.

Ein jeder ein kleiner Künstler

Trotz toller Farben wirkt das Video irgendwie matschig verlaufen. Da helfen auch die mitgelieferten Effekte nicht; es sind übrigens dieselben Effekte, die man auch bei den Fotos anwenden kann, von der gewollten Unschärfe bei einer Miniaturansicht (Tilt Shift) bis zu künstlerisch anmutenden Verfälschungen wie Comicstyle et cetera.

Andererseits ist die Betrachtung der Videos im Wohnzimmer auf dem 32-Zoll-Full-HD-Bildschirm überraschend gut – wahrscheinlich, weil man da doch weiter weg sitzt… Höchst angenehm ist die nutzerfreundliche Ausgabe der Videos im mp4-Format, was heutzutage eigentlich jeder Computer oder Fernseher abspielen können sollte.

Software an Bord

Wer die VM 800 an seinen Computer anschliesst, um die Bilder herunterzuladen, erlebt eine Überraschung – der Rechner bietet nicht nur an, die Fotos zu übertragen, sondern auch die Software Intelli-studio zu installieren.

Wer nicht von Haus aus ein anderes Bildbearbeitungs- und Videoschnittprogramm nutzt, kann das Angebot ohne Bedenken annehmen. Mit der Anwendung lassen sich die Bilder ganz leicht ein Bisschen aufzumotzen, zum Beispiel heller oder dunkler machen, rote Augen entfernen, Texte einblenden oder der Ausschnitt beschneiden. Auch die Möglichkeit, ein zweites Bild oder eine Zeichnung einzufügen, ist gegeben.

Spassvögel werden sich ob der Möglichkeit freuen, fotografierten Mitmenschen am Bildschirm mal die Ohren lang zu ziehen, das Gesicht zu verwirbeln oder den Mund zu vergrössern. Mit der Funktion Animiertes Foto erstellen, lassen sich gar animierte GIF-Dateien erstellen.
Wie das aber alles funktioniert, muss man selbst herausfinden – die Hilfe Funktion gibt nicht viel her und ein ausführliches Handbuch ist, so wie für die Kamera, nicht zu bekommen.

Das integrierte Videoschnitt-Programm mit dem Namen «Movie Edit» kann Filmsequenzen kürzen oder zusammenführen. Dazu gibt es sogar verschiedene Übergangseffekte. Helligkeit, Kontrast und Sättigung können verändert werden und verschiedene Effekte von «Alter Film» über «Sepia» bis zu einem «Tunnel-Effekt» dürfen ausprobiert werden.

Wer möchte, hinterlegt seinen Film mit Musik oder einer anderen Audio-Datei. Das kann durchaus praktisch sein, nicht zuletzt deshalb, weil die Audio-Aufnahmequalität der Samsung naturgemäss nicht die stärkste ist. Textkommentare können in verschiedenen Schriften, Farben und Effekten eingeblendet werden – und die Ablauf-Geschwindigkeit eines Videos kann von Zeitlupe bis Zeitraffer geändert werden.

Der nächste grosse Programmteil: Share. Hier lassen sich Youube Twitter, Flickr, Facebook, Picasa oder das persönliche E-Mail-Programm mit Bildern und Videos füttern. Einfach das Bild oder Video auswählen, auf «Hochladen» klicken und den Anweisungen folgen für die Eingabe der Login-Daten des entspechenden Social-Networks. Einfacher geht es fast nicht mehr!

Für wen ist diese Kamera also gedacht? Diese Frage beantworte ich im dritten Teil des Tests.

 

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