Samsung MV 800 im Test (1/3):
Klappdisplay mit Fingerschubs

Mit der MV 800 präsentiert Samsung eine Kompaktkamera mit Touchscreen und jeder Menge Software an Bord. Ob sich die Kamera bewährt, zeigt sich in unserem Praxistest.


Samsung MV 800 (Bild: rpa)

Samsung MV 800 (Bild: rpa)

Mit einer Grösse von 92 x 55 x 22 mm entspricht diese Kamera den normalen Massen einer «Westentaschenknipse» von der Grösse eine Zigarettenschachtel. Erstaunlich ist dabei, dass trotz der Tiefe von nur 2,2 cm trotzdem noch ein Klappdisplay verbaut werden konnte – und nicht nur irgendein Display, sondern ein kapazitives, mit dem die (Einstell-)Menus der Kamera gesteuert werden. Um diese kennen zu lernen, muss man sich genug Zeit nehmen, denn eine ausführliche Bedienungsanleitung auf Deutsch gibt es nicht, gemäss Samsung, weil sich die MV 800 ja von selbst erklärt. Im Netz findet man bei Bedarf aber aber auf englisch und koreanisch eine Anleitung. Schade, denn wer sich nun nicht ausreichend Zeit nimmt, alle Funktionen einmal selbst durchzuprobieren, der könnte etwas verpassen…

Samsung MV 800
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Wer den Power-Knopf drückt, wird staunen, wie schnell die Kamera einsatzbereit ist: nach weniger als einer Sekunde kann schon das erste Bild geschossen werden. Neben dem Ein-/Aus-Knopf ist der Auslöser placiert, dessen äusserer Ring den Zoom triggert. Zwei weitere Knöpfe sind an der Kamerarückseite neben dem Monitor placiert: einer für die Wiedergabe und einer für den Zugang zum Menü.

Umfangreiche Funktionen

Wer auf letzteren klickt, kann sogleich wie bei einem Smartphone durchs Menü wischen: Vier Seiten lang werden verschiedene Aufnahmemodi angeboten, von Smart (alles automatisch) über Programm (alles einstellbar) bis zu Bild in Bild, Filter (von schwarz/weiss bis zu Cartoon oder Tunneleffekt), Nacht oder Nahaufnahme. Ein witziges Highlight sind vorprogrammierte Photoposen, mit denen man sein Modell entsprechend der eingeblendeten Silhouette positionieren kann.

Ausserdem gibt es eine Panorama-Funktion, wenn der 4,7 mm-Weitwinkel nicht ausreichen soll. Dabei wachsen die Bilder aber nicht zu unendlicher Grösse an, sondern beschneiden sich selbst, werden am Ende nur 600 px hoch.

Wer sich durch alle Möglichkeiten wischen und tippen möchte, wird einige Zeit benötigen – und geduldige «Opfer/Mannequins». Statt die Geduld geliebter Mitmenschen zu strapazieren, empfehlen wir mit Haustieren oder Tischdekoration zu probieren. Das kann freilich zu unerwarteten Problemen führen, beispielsweise, wenn die Kamera im Modus Intelligentes Portrait moniert: «Kein Gesicht erkannt. Kamera auf ein Gesicht ausrichten.» Überhaupt scheint das Fotografieren von Menschen eine Domäne der Kamera zu sein. Sie kann sogar automatisch auf das Lächeln des Gegenüber scharfstellen.

Wenn das Alles nicht geholfen hat, gibt es auf der fünften Seite, bei Einstellungen und anderen Gadgets, noch einen integrierten Fotoeditor, um Bilder nachträglich mit Filtern zu bearbeiten. Zur Verfügung stehen dabei die gleichen Effekte, die es auch im Soforteinsatz gibt. Zusätzlich kann ein Foto heller, kontrastreicher und können die Farben satter gemacht werden.

Ein schwenkbares Display

Das von der PR versprochene Wunder, mittels des schwenkbaren Displays «jedes noch so komplizierte Motiv» festzuhalten zu können, beschränkt sich eigentlich auf die Möglichkeit, die Kamera auch in Hüfthöhe oder mit ausgestrecktem Arm über den Köpfen Umsteheder zu halten und von oben respektive unten den Bildausschnitt auf dem entsprechend ausgeklappten Display zu kontrollieren. Die Kamera in einer Menschenmenge hoch zu heben ist übrigens nur möglich, wenn man sie dann wortwörtlich über Kopf hält. Dann muss man allerdings anschliessend das Foto auf dem Computer wieder um 180 Grad drehen.

Am interessantesten ist die Klapp-Funktion beim Selbstportrait. Hier haben Narzissten die Möglichkeit Bildausschnitt und Blickwinkel komplett zu kontrollieren. Interessanterweise führt das komplette Aufklappen dazu, dass die Ausgabe im Monitor gespiegelt wird, das heisst, das sichtbare Bild wird nicht seitenrichtig dargestellt wie das tatsächliche Foto. Aber wie in einem richtigen Spiegel erleichtert dies natürlich dann die eigenen Bewegungen vor der Kamera. Beim fertigen Foto stimmt dann am Ende aber die Seitenrichtung trotzdem. Da das Display den Auslöseknopf verdeckt, wenn es komplett ausgeklappt wird, ist auf der Rückseite der Kamera hinter dem Display mittig ein zusätzlicher Auslöser placiert.

Hohe Auflösung – hohes Rauschen

Mit 16,1 MP konkurriert die Samsung rein zahlentechnisch selbst mit semiprofessionellen Spiegelreflex-Kameras (D-SLR). Allerdings hat man die Pixel allesamt auf den kleinstmöglichen Chip (1/2,3 Zoll) gepackt; die Chips grosser D-SLR sind über 23 Mal so gross. Erfahrungsgemäss stören sich dadurch die Sensoren gegenseitig, entsprechend wirkt das Bild oft etwas matschig. Das merkt man aber nur bei einer Vergrösserung von 100% auf dem Bildschirm. Bei regulären Fotoabzügen bis 10 x 15 cm (Postkartengrösse) ist das ohne Belang. Allerdings ist die hohe Pixeldichte bei dunklen Lichtverhältnissen und daraus resultierenden hohen ISO-Zahlen schon sichtbar – es ist wie Früher, wenn ein Film mit hohen ASA-Zahlen benutzt wurde, nämlich etwas körnig.

Wie gut das fünffach zoomende Schneider-Kreuznach-Objektiv tatsächlich ist, zeigt sich dann bei guten Lichtverhältnissen, mit entsprechend kleiner ISO (150) und kurzen Belichtungszeiten. Da sind die entstandenen Bilder selbst bis 100% Vergrösserung noch gut anzusehen.

Wie gut sich die MV 800 als Videokamera schhlägt, soll im zweiten Teil des Tests erläutert werden.

 

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