Nikon D4:
Solide Weiterentwicklung oder Quantensprung?

Mit der D4 präsentiert Nikon sein neues Flaggschiff. Die Spiegelreflexkamera mit Vollformatsensor bietet unter Anderem eine höhere Auflösung und Arbeitsgeschwindigkeit als ihre Vorgängerin. Ab Mitte Februar soll sie erhältlich sein.


Selbst wenn die 16,6 Megapixel (16,2 effektiv) mittlerweile auch von Kompaktknipsen erreicht werden, übertrifft Nikon damit seine eigene bisherige Spitzenkamera, die D3s. Zum Einsatz wird ein Vollformat-CMOS-Sensor kommen, dessen Grösse von 36,0 mm x 23,9 mm einem Filmnegativ entspricht. Mit diesem Vollformat-Sensor (Nikon spricht von FX-Format) lassen sich Fotos mit einer Auflösung von 4’928 × 3’280 px schiessen. Der Sensor und die Abbildung ist auf hohe ISO-Empfindlichkeit ausgerichtet, sie reicht von ISO 100 bis 12’800 und der Bereich kann sogar bis auf 50 bis 204’800 erweitert werden.

Nikon D4: Ein neues Flaggschiff unter den D-SLRs
Nikon D4 ZoomobjektivNikon D4 WiFiNikon D4 SchrägNikon D4 Mikrofon
Nikon D4 FrontNikon D4 Blitzlicht

Auch in Sachen Speed muss sich das neue Spitzenmodell nicht verstecken: bis zu 11 Bilder pro Sekunde schiesst die D4. Möglich wird diese Geschwindigkeit dank eines Verschlussmechanismus’ aus Kevlar-Kohlefaser-Verbundmaterial. Neben Speed bringt diese Konstruktion auch Ausdauer: bis 400’000 Auslösungen soll der Mechanismus aushalten. Dazu passt auch das massive Metallskelett. Die D4 ist als robuste und schnelle Sport- und Reportagekamera konzipiert.

Wie zu erwarten, ist ist die D4 auch schnell betriebsbereit: Nur 0,12 s vergehen nötigenfalls zwischen Einschalten und dem ersten Auslösen. Die 0,042 s Auslöseverzögerung haben sich gegenüber dem Vorläufer D3s allerdings nicht weiter verbessert – aber jegliche Änderung dieses Wertes wären wahrscheinlich ohnehin nur Änderungen auf dem Papier und unter realen Bedingungen kaum spürbar.

Die Motiverkennung mit dem 91’000 Pixel-Sensor funktioniert nicht nur im Live-View-Modus, sondern auch im optischen Sucher und das, so Nikon, auch bei schwächstem Licht und/oder durch zusätzliche Konverter stark abgedunkelte Objektivkombinationen. Um geschossene Bilder gleich anzusehen, steht auf der Gehäuserückseite ein 3,2-Zoll-TFT-Monitor mit 921’000 Bildpunkten (VGA) zur Verfügung.

Da Fotos und Filme nicht in der Kamera bleiben sollen, gibt es neben dem serienmässigen RJ-45-Netzwerk-Anschluss einen W-LAN-Adapter, der sich an die Kamera anschmiegt und nicht stören soll. Speichermedien sind in einem Dual-Slot untergebracht, was an sich nichts Neues ist. Bekannt ist die Speicherung auf Compact-Flash-Karten seit Anbeginn. Neu ist das parallele Angebot für die neuen XQD-Karten (statt bisher SD-Karten). Erstmals gibt es bei Nikon das neue Format, das aktuell bei den Sony-Karten eine extrem hohe Schreib- und Lesegeschwindigkeit verspricht. Notwendig ist das vor allen Dingen wenn es darum geht, Filme zu drehen. Mit den geplanten, bis zu 2 TB fassenden Karten sollen sich auch lange Filmsequenzen ohne Unterbrechung aufnehmen lassen.

Auch sonst bietet die D4 einiges für Filmschaffende: So ist sie beispielsweise mit einer Mini-HDMI-Buchse sowie einem separaten Audioeingang und –Ausgang für die standartisierten 3,5 mm-Klinkenstecker ausgestattet. Gefilmt wird in Full-HD (1080p), wobei die Länge einer Filmsequenz auf knapp 30 min beschränkt ist. Die Ausgabe erfolgt für Profis wahlweise auch in unkomprimierter Form für externe Aufnahmegeräte. Dabei entfallen auch die sonst üblichen Monitoreinblendungen, exportiert wird das reine Aufnahmematerial.Wer Zeit und Musse hat, kann die D4 mit Hilfe der Fotofunktion auch zum Erstellen eines fertigen Zeitrafferfilms benutzen.

Die Kamera scheint (auf dem Papier) für reine Fotografen nicht der Überflieger zu sein, den man sich in der Szene erhofft hatte. Nikon hat relativ behutsam Verbesserungen gegenüber dem Vorgängermodell eingeführt, wobei das gewohnte Bedienungs-Feeling nicht verändert wurde.

Doch die Luft im Spitzensegment ist dünn. Tatsächlich ist der Sprung von elf statt bisher neun Bildern pro Sekunde nach aussen hin nicht sonderlich spektakulär, aber genau wie das Anwachsen von zwölf auf 16 MP bewegt man sich in Unterschieden, die realistisch gesehen, in den seltensten Fällen abgerufen werden müssen und oft nur messbar und kaum spürbar sind. Was das verbesserte Autofokus-System bringt, muss sich erst noch in der Praxis weisen. Beim Einsatz als Filmkamera, bietet die D4 allerdings einige Features, die den Profiszene sicherlich aufmischen wird.

Die Nikon D4 ist voraussichtlich ab Mitte Februar 2012 zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von EUR 5’929,00 erhältlich. Mehr Infos zur D4 gibt es hier. Einen ersten Erfahrungsbericht des Fotografen Joe McNally hier.

 

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2 Kommentare

  1. Der Begriff Quantensprung wird in der Umgangssprache mittlerweile falsch gebraucht.

    Auszug aus Wikipedia:
    “Einfach gesagt, ist ein Quantensprung eine Zustandsänderung in einem sehr kleinen System, also eine sehr kleine Änderung der Wirklichkeit. Umgekehrt ist jede noch so kleine Zustandsänderung immer ein Quantensprung, es gibt nichts kleineres.”

  2. NACHHILFEUNTERRICHT!

    Bewegtes BILD / FILM Vollsensor 10-16 Megapixel.

    Standbild / Studio / Mode 80 Megapixel und > Phase One

    ————
    Volltrotteln+KOnsumenten+Schafe:: Megapixelquaqau weil auch die Inteligenz net davon kommt nur weil einer die
    Einschalttaste findet oder…

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