QLOCKTWO im Test (2/2):
Wir sprechen auch Ostdeutsch!
neuerdings.com hat nach einem Blick auf die Alternativen gewagt, das Original der QLOCKTWO zu testen. Das Erlebnis übertrifft die Eröffnung eines Apple-Stores eindeutig!
Der Kurier brachte ein überraschend grosses Paket vorbei, das auf allen Seiten mit roten «Vorsicht, zerbrechlich»-Warnungen beklebt war – und dies, obwohl die QLOCKTWO nur Plexiglas oder Edelstahl als Frontmaterial verwendet, kein Mineralglas, und daher nicht extrem zerbrechlich ist. Aber klar, runterwerfen sollte man das teure und mit etwa 4 kg für die Grösse durchaus gewichtige Stück keinesfalls, und eine angedullte Ecke wäre dem Design sicher nicht zuträglich.Schon das Auspacken einer QLOCKTWO ist ein Erlebnis wie es auch Apple seinen Kunden beschert. Aus dem Paket kommt ein schlanker Koffer, in dem sich dann neben Uhr mit Frontplatte noch Zubehör findet wie ein Sortiment aus Mini-Frontplatten in anderen Farben. Auch hier ist die Analogie zu Apple iMacs und iPods in unterschiedlichen Farben offensichtlich, und der Wunsch, der Käufer möge sich mehrere verschiedenfarbige Frontplatten anschaffen und dann die Frontplatte passend zur Tagesstimmung (oder dem Abendkleid) auswechseln.
Zusätzliche Frontplatten kosten jeweils EUR 95, die Edelstahl-Frontplatte EUR 295 und die Gold-Frontplatte mit arabischer Schrift (!) vermutlich deutlich mehr – auch die Preispolitik erinnert an die edle Massenware aus Cupertino.
Hinzu kommen ein weiches Tuch zur Reinigung, Plexiglasständer für das Aufstellen auf Regalen oder Tischen, ein Wandhalter mit Montageschrauben, zwei USB-Anschlusskabel (1 x lang, 1 x kurz), ein USB-Steckernetzteil und ein Adapterkabel, wenn man die Uhr an eine feste Installation unter Putz anschliessen will statt an eine normale Steckdose. Dies ist natürlich besonders elegant, weil dann die Verdrahtung unsichtbar bleibt.
Ja, die QLOCKTWO spricht auch Fremdsprachen: Neben Deutsch, Englisch und Französisch auch Italienisch, Spanisch, Dänisch, Schwedisch, Russisch, Arabisch…und, natürlich, auch Schwiizer Dütsch!
Die Uhr selbst kann nach einer kurzen Umprogrammierung die Zeit in jeder Sprache anzeigen, allerdings muss auch die dazu gehörende Frontplatte aufgesetzt sein, sonst entsteht nur Buchstabensalat. Man kann also nicht eben mal die QLOCKTWO bei hohem Besuch aus dem Ausland von deutsch auf holländisch umschalten, wenn man sich vorher nicht die entsprechende Frontplatte angeschafft hat und diese mit auswechselt.
Zwei Sprachen kann die QLOCKTWO aber schon ab Werk und ohne Wechsel der Frontplatte: Deutsch (West) und Deutsch (Ost), kurz «D» und «D2». Nein, die Uhr spricht nicht sächsisch oder bayrisch, obwohl es sicher eines Tages auch noch solche Varianten geben wird, sondern reinstes Hochdeutsch. Doch gibt es einen Unterschied in der gesprochenen Angabe der Uhrzeit, der vermutlich den meisten gar nicht bewusst ist, weil sie es gar nicht anders kennen. Doch wenn ich einem Rheinländer erkläre, es sei gerade dreiviertel Vier, schaut der mich meistens ratlos an wie ein Auto. Ich kenne dagegen, obwohl im Westen aufgewachsen, genau diese Art der Zeitangabe für 15.45.
Viertel Fünf führt dafür wiederum bei mir zu Grübeln, ob dies nun 16.15, 17.15 oder 16.45 sein könnte. Letztere Definition zeigen teils die QLOCKTWO-Nachbauten an, wenn man sie auf «ostdeutsch» einstellt. Das Original wechselt dagegen bei Sprach-Einstellung auf «D2» nur zur erwähnten dreiviertel-Schreibweise und einigen anderen kleinen Variationen wie es ist zehn vor halb zwei, die mir ebenso seit jeher geläufig sind, anderswo jedoch eher als es ist zwanzig nach eins wiedergegeben würde. Von daher trifft die QLOCKTWO in Einstellung «D2» genau mein Sprachempfinden, die Nachbauten dagegen nicht.
Doch auch ansonsten hat mich die Uhr überzeugt. So wird die Anzeigehelligkeit automatisch geregelt, mit einem Lichtsensor auf der Uhrenrückseite – das schnörkellose Design der Frontplatte soll ja nicht leiden! Dies erschien mir etwas gewagt, doch es funktioniert perfekt: In einem dunklen Raum regelt die QLOCKTWO nachts so weit herunter, dass man auf den ersten Blick denkt, es scheine nur etwas Licht durch einen nicht ganz geschlossenen Rollladen. Bei Sonne dreht sie dagegen immer weiter auf und bleibt stets gut lesbar.
Einzige Einschränkung: Die Anzeige ist aus Effizienzgründen getaktet und flimmert bei höherer Helligkeit ganz leicht – direkt neben den Fernseher sollte man die Uhr daher nicht hängen, was sich aber wegen der alle fünf Minuten umspringenden und damit ablenkenden Anzeige ohnehin empfiehlt. Erstaunlich dabei: Der Energieverbrauch ist selbst bei maximaler Helligkeit noch unmessbar gering!
Dass das Produkt QLOCKTWO designorientiert ist, hat den Hersteller also nicht daran gehindert, auch technisch eine optimale Lösung zu liefern. Nur der Preis dürfte dazu führen, dass die QLOCKTWO eher ein – wenn auch sehr hübsches – Nischenprodukt bleiben wird.












































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04. Januar 2012 um 15:19
Die QlockTwo steht schon lange auf meiner Wunschliste, ist mir aber immer noch zu teuer :( Zudem wäre eine Version mit Batteriebetrieb wünschenswert, damit man die Uhr auch ohne lästiges Stromkabel an die Wand hängen kann.
Auf jeden Fall ein Hingucker, wenn auch viel zu teuer.
04. Januar 2012 um 15:33
Ich hoffe mal, ich habe es nicht überlesen und frage mal, ob die Uhr Funk hat oder wird sie manuell eingestellt?
04. Januar 2012 um 15:50
Wenn halb Fünf 16:30 Uhr ist und dreiviertel Fünf 16:45 Uhr dann ist (ein)viertel Fünf – 16:15 Uhr.
So schwer ist ostdeutsch nicht, ich hoffe, die Nachbauten machen es richtig.
04. Januar 2012 um 16:38
kleine Korrektur.
Die als OST-Deutsch bezeichneten Zeitangaben sind auch im Süden der Republik durchaus Normal und Üblich.
Ergo keine Ost / West Phänomen sondern ein Nord-West / Süd-Ost Phänomen. Ist aber vermutlich zu lang für die Überschrift und nimmt dem ganzen seinen Wir/Die-Reiz
04. Januar 2012 um 17:37
Hallo Sinaria
Die Uhr hat Funk, man kann sie aber auch manuell einstellen – z.B. für den Fall, dass man das Funksignal am Aufstellungsort nicht empfangen kann.
04. Januar 2012 um 17:40
Ein fünf Minuten langes, unscharfes und verwackeltes Video mit irgendeinem schwenglischen Genuschel wäre echt nicht nötig gewesen. Ausserdem ist die völlig ungepolsterte Versandverpackung eine Frechheit, als ob “Vorsicht empfindlich”-Aufkleber irgendjemand bei der Post davon abhalten würden den Karton mit einem kräftigen Tritt in die richtige Richtung zu befördern.
05. Januar 2012 um 4:16
Ich verstehe nicht, was das Tolle an der Uhr ist.
Für 30 Euro läuft diese Uhr seit einem Jahr bei mir. Und die kann wirklich alle Sprachen der Welt.
http://j.mp/xLXl4p
g.
05. Januar 2012 um 6:29
da der Preis ja doch “relativ” hoch ist, kennt denn jemand eine passende App aus dem Appstore um den optischen Effekt der textuellen Zeitanzeige auf dem iPad zu nutzen?
05. Januar 2012 um 12:43
Paul,
nimm meine Lösung direkt über dir. Das ist zwar kein teures Ipad, aber es ist ein billiger elektronischer Bilderrahmen.
05. Januar 2012 um 13:00
@Paul: Die App heisst “Qlocktwo”.
05. Januar 2012 um 16:29
@Gerald:
sieht leider auch sehr bescheiden aus! sorry ;-)
05. Januar 2012 um 19:13
@Sven: Ob der Stromverbrauch Batteriebetrieb erlaubt…? So gering ist er dann wohl doch nicht. Wiederaufladbare Akkus sollten es dann schon sein. Vielleicht kann man aus vier 1,2-V-Akkus und einem USB-Kabel sowas basteln.
@croaker: Die Bezeichnung Ost/West ist bei den Nachbauten zu finden, die QLOCKTWO verwendet “D” und “D2″. Ich habe nur festgestellt, daß man mich in NRW nicht versteht…
Und ich denke Hamburg/Bayern ist sogar konfliktträchtiger als Ost/West. ;-)
@Tom: Also ich fand das Video hoch spannend – ich habe jeden Moment darauf gewartet, daß er beim um-den-Tisch-rennen die QLOCKTWO zu Boden reißt…
@Paul: Die Apps für Apple und Android sind in Teil I verlinkt. Laufen allerdings nur als normale Apps, nicht als Lockscreen. Also zum mal Anschauen ganz nett, aber ein iPad an die Wand gehängt wäre dann preislich irgendwie auch nicht viel besser…
05. Januar 2012 um 23:16
Das iPad muss nicht extra gekauft werden, das hängt eh schon an der Wand.
Jetzt hab ich ne schicke Alternative zur Wetterapp / zum Bildschirmschoner.
Und das mit dem Lockscreen ist kein Problem, ich lass die App einfach laufen ohne das automatische abdunkeln/locken