Kai Zantkes Bilanz und Ausblick:
2011 – Das Jahr des Tablets
Unsere Redakteure lassen das vergangene Jahr Revue passieren, den Anfang macht Kai Zantke mit einer kurzen Geschichte der Entwicklung und dem Stand der Dinge.
Ein kurzer Abriss
Begonnen hat alles bei Xerox PARC und einer Idee des damals genannten Dynabook: Es sollte das erste Gerät mit integriertem Display und Tastatur sein, welches gleichzeitig mobil nutzbar wäre, das war 1972. Erst 21 Jahre später präsentierte Apple das «MessagePad», landläufig auch «Newton» genannt, und heimste den Ruhm für diese Idee ein. Dabei hätte der Newton durchaus den Durchbruch schaffen können, doch schlechte Handschrifterkennung, ein instabiles Betriebssystem und eine kurze Batterielaufzeit verhinderten den Erfolg.
2001 bemühte sich Microsoft vergebens um die Verbreitung von Tablet-PCs. Die Beliebtheit von Palm PDAs sollte der neuen Geäteklasse von tastaturlosen Mobil-PCs genügend Dynamik bringen, um sich bis in die Chefetagen hinaufzuschwingen und von dort bis nach unten zum einfachen Consumer zu plumpsen – doch ein Erfolg blieb aus. Der Preis war zu hoch und die Akkulaufzeit mit drei, vier Stunden rechtfertigte den Kauf nicht vor der heimischen Finanzministerin.
Erst als Asus die Idee des Psion 5MX aufnahm und sein erstes Netbook, den Asus Eee PC 700 Ende 2007 vorstellte, wurde «mobile computing» für wirklich jeden erschwinglich. Intel schwenkte mit seiner Atom-CPU auf niedrigere Taktraten um und so wurden auch langsame ARM-Prozessoren salonfähig. Der Durchbruch für Tablets ging dann aber doch noch auf das Konto Apples: Nur das iPad brachte die nötige mediale Aufmerksamkeit, so dass sich Konsumenten endlich für Tablets interessierten.
Tablets im Aufwind
Nun ist der Glaube an Ratingagenturen und Prognoseunternehmen in letzter Zeit geschwunden und auch ich halte Gartner nicht für die zuverlässigste Quelle, wenn man in einem lebhaften, völig unvorhersehbaren Markt eine Prognose für 2015 wagt. Doch wenn selbst ein Behemoth wie Research in Motion, der immer vorsichtig die Marktentwicklung beäugt und nur langsam nachzieht, sich mit einem Playbook in den Markt hineinwagt, dann scheint es Nachfrage zu geben. Und Samsung peilt mit dem Samsung Note ebenfalls die Tablet-Ecke an. Zudem liefern sich die Koreaner einen erbitterten Kampf um das Samsung Galaxy Tab – ist der Tablet-Markt wirklich so wichtig?
Tablets im Abwind
Geht es nach Stan Shih, Mitbegründer Acer, sind Tablets nur eine Modeerscheinung; Asus und Acer wurde später nachgesagt, sie wollten aus dem Tabletmarkt aussteigen. Dell tat den Schritt tatsächlich und äscherte die Streak-Serie vorerst ein, Acer dagegen besinnt sich wieder und hält Tablets doch für «verkaufenswert», Asus dementierte nach Bekanntwerden des Gerüchtes ebenfalls. Ganz klar: Tablets werden immer wichtiger.
Was kommt als nächstes
Es begann mit einer grauen Kiste unter dem Tisch, ging weiter mit einem dicken Laptop unter dem Arm und schrumpfte auf DIN-A5-große Netbooks. Dann schnitt man die Tastatur ab. Was wird der nächste Schritt sein? Schmeißen die Hersteller das Display heraus und setzen auf Siri?
Nichts ist so unsicher wie die Zukunft und deshalb prognostiziere ich schon heute: Es wird spannend bleiben.
















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Das Scheitern der Tablet-PCs lag nicht an Akkulaufzeiten oder Preis, sondern an der völligen Inkompetenz Microsofts.
Anstatt TabletPCs mit einer benutzbaren GUI zu versorgen, klatschte MS einfach ein unangepaßtes Windows + Office auf die Geräte, im Irrglauben mit einem drangefrickeltem Schrifterkennungs-tools eine tablettaugliche GUI zu erhalten.
Apples Erfolg mit den iPads/iPhones beruht nicht auf Überlegenheit der Hardware, sondern darauf, daß sie die Geräte mit einer benutzbaren Benutzeroberfläche versorgt haben.