Kodak Playfull Waterproof im Test:
Mehr als ein Spielzeug?

Die Videoqualität der Kodak Playfull Waterproof ist nicht überragend, die Kamera kann sich bei dem kleinen Preis aber sehen lassen.

Kodak Playfull Waterproof - (Bild: kaz)

Kodak Playfull Waterproof - (Bild: kaz)

Wasser und Elektronik kommen nur selten miteinander aus. Schon bei normalem Regen bange ich um mein Smartphone, und eine normale Digitalkamera würde ich nie mit ins Schwimmbad nehmen, die Kodak Playfull Waterproof aber schon: sie kann bis 3 Meter tief ins Wasser – und bei hundert Euro wäre der Schmerz zu ertragen, wenn sie doch dem Nass erliege.

Äußeres

So groß wie eine Scheckkarte, etwas dicker als ein Bleistift und silbrig weiß - die Playfull Waterproof bezaubert gleich beim Auspacken. Auf der Vorderseite verdeutlichen vier große Icons, welche Funktion sie auslösen und das Steuerkreuz navigiert durch das Menü. Im ersten Moment drückt man unweigerlich auf dem 2 Zoll Display herum, bis man merkt, dass nicht die Kamera träge reagiert, sondern das Hirn:

Es gibt keinen «Tatschscreen», dafür ist ja das Steuerkreuz da. An der Seite liegt eine Klappe mit einem Entsperrriegel, hierüber werden die SD-Karten und der HDMI-Ausgang vor Wasser und Staub versteckt. Das Fußende hält ebenfalls eine Klappe vor, dahinter verbergen sich der USB-Anschluss zur Datenübertragung und Aufladen des Akkus, sowie der AV-Ausgang. Die untere Klappe macht keinen sehr vertrauenserweckenden Eindruck: Sie arretiert nicht sauber und muss mit einem beherzten Druck in Position gebracht werden. Ab und an muss die Verriegelung von Hand hochgedrückt werden, da sie nicht immer einschnappt.

Kodak Playfull Waterproof - (Bild: kaz)

Kodak Playfull Waterproof - (Bild: kaz)

Dicht? Dicht!

Die Klappen sitzen in gegossenen Magnesiumscharnieren, die sicherlich einiges aushalten, vorher wird wohl der umliegende Plastik ausbrechen. Zusammen mit der dicken Gummidichtung halten sie wirkungsvoll Wasser und Dreck ab. Neben der Wasserdichte, entspricht die Playfull Waterproof auch dem amerikanischen Militärstandard MIL-STD-810F (scheinbar haben nur die Amerikaner standardisierte Testverfahren) und übersteht garantiert einen Fall aus 150 cm Höhe. Ungeachtet dieser Aussagen habe ich den Testablauf ziemlich einfach angefangen: 30 Minuten wildes Herumfuchteln, Werfen und Drücken in Kinderhänden, sagen mehr aus als jede Militärnorm.

Bildqualität

Die Kamera muss mit einem Viertelzoll-CMOS-Sensor auskommen. Bei einer Handykamera könnte man von Standard sprechen, bei der «Playfull» ist das eher «shamefull». Immerhin liegt ihre Bestimmung in Fotografien und Videos, ein Smartphone tut das nur nebenbei. Was will man heutzutage von 1-Megapixelfotos erwarten? Die Videos in halber HD-Auflösung dagegen reichen aus, um von den letzten Ausflügen zu berichten. Solange man bei Tageslicht filmt, kommen ganz passable Videos heraus. Doch es fehlt den Videos an Schärfe und Detail, Objekte jenseits von 2 Metern zeigen unscharfe Kanten und Verwaschungen – ein Fixfokus hat nun mal Schwächen. Und aufgrund des kleinen Sensors ist digitales Rauschen sehr prominent (dabei zeigt eine einheitlich schwarze Fläche bunte Flecken). Bei der Mikrofonaufnahme hört man ständig ein leichtes Surren, wie das eines leisen Laptoplüfters. Das kannte ich sonst nur von Camcordern mit Kassetten.

Fazit

Die Kodak Playfull Waterproof ist nah an der Grenze zu Spielzeug. Denn sie ist robust, wasserfest und stossfest – all die Eigenschaften, die man an einem Spielzeug sehr schätzt. Dann ist sie kinderleicht zu bedienen und mit EUR 100 auch erschwinglich genug, um einem (vernünftigen) Kind in die Hand gedrückt zu werden. Und die Playfull Waterproof ist klein genug, um in Kinderhosentaschen zu verschwinden. Vorallem aber geht sie nach 19 Uhr mit dem Sandmännchen zu Bett, denn schlechte Lichtverhältnisse vereiteln gute Videos bei Nacht.

Trotzdem würde ich die Kamera durchaus einsetzen. Der kleine Preis erlaubt den Einsatz bei Ausflügen, wo ich mein Smartphone lieber nicht dabei hätte, aber die Actioncams GoPro und Actionpro zuviel Aufwand wären – z. B. zu Badeausflügen, auf die Skipiste oder bei Wanderungen im Regen. Die Aufnahmen werden zwar nicht knackig scharf und lassen etwas Detailtiefe vermissen, doch für EUR 100 erhält man eine wasserdichte Kamera in der Größe eines kleinen MP3-Players, die immer dabei sein kann und wirklich kinderleicht zu bedienen ist.

Die Kodak Playfull Waterproof (Affiliate-Link) kostet um die EUR 100.

 

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