Brammo eBikes:
Die Zukunft fährt elektrisch…. Zweirad!?

US-Hersteller Brammo möchte den europäischen Markt mit elektrischen Motorrädern erobern – fragt sich, ob sie damit mehr Erfolg haben könnten als die vierrädrigen Elektromobile.

Brammo Enertia {pd Brammo;http://brammoelectricmotorcycles.smugmug.com/}

Brammo Enertia (Quelle: pd Brammo)

2012 bringt der amerikanische Elektromotorrad-Hersteller Brammo aus Ashland, Oregon, mehrere Elektro-Motorräder auf den europäischen Markt. Während die Elektroautos mit vier Rädern meist jenseits der EUR-30’000-Grenze anfangen, gibt es das Einstiegs-Zweiradmodell “Enertia” schon ab EUR 6’800,-. Brammo betont, dass das Gefährt in Europa produziert wird.

Mit 13 kW Leistung (18 PS) ist man auf dem “alltagstauglichen” Motorrad mit maximal 100 km/h unterwegs. Die maximale Reichweite beträgt laut Hersteller 70 Kilometer, das maximale Drehmoment liegt bei 40 Nm. Der Lithium-Eisen Phosphat-Akku lässt sich binnen drei Stunden Ladezeit auf volle Kapazität aufladen, dazu reicht eine normale Steckdose – das Ladegerät ist in dem Motorrad integriert. Brammo rechnet vor, dass eine “Tankfüllung” etwa 60 Eurocent koste. Der massige Korpus verbirgt vor allem die fetten Akkus.

Als nächstes steht bei Brammo das “City & Country-Modell Enertia Plus” auf der Agenda (wir berichteten bereits kurz über den US-Start). Das soll mit doppelter Akku-Kapazität Reichweiten von bis zu 150 Kilometer erzielen und EUR 9.346,- Euro kosten. “Damit ist die Enertia das perfekte Motorrad für Berufspendler, die aus den Vorstädten schnell, umweltfreundlich und günstig in die Innenstädte fahren möchten.

Eine echte Mobilitäts-Revolution”, ist sich Brammo-Europamanager Hans Eder sicher. Vorbild sind für ihn allerdings die Asiaten: Die Stadtverwaltung von Hong Kong stattet seine Polizei mit etwa 200 Elektro-Bikes diesen Typs aus. Der Stand des technisch Machbaren sei das Brammo-Flaggschiff “Empulse” mit Leistungsparametern, “die bislang undenkbar waren” (O-Ton Brammo). Die Empulse 10.0 mit Sechsgang-Getriebe kostet EUR 14’445, leistet mehr als 50 kw und wird bis zu 180 Stundenkilometer schnell.

Ob sich die Menschen bei uns auf zwei Rädern fortbewegen werden, die bisher eine warme Hülle und vier Räder benutzten, wage ich zu bezweifeln. Im Augenblick heisst es sowieso abwarten, denn Brammo befindet sich noch in der Startphase und baut gerade eine Händlerstruktur auf, die bis Ende nächsten Jahres “stehen” soll. Weiterhin soll es “Brammoparx” geben – Erlebnisparks, in denen man Brammo-Motorräder leihen und Offroad-Sport betreiben kann – inklusive zugehöriger Schutzkleidung.

 

11 Kommentare

  1. Bei dem Preis moniert sich das nicht. Rechnen wir etwa 800€ für einen halbwegs normalen Roller mit Benzin, bleiben ~8500€ für Benzin und Öl übrig…

    Reichweite der meisten Roller bei ~150KM pro Tankfüllung. 1l Öl pro 2x tanken. 5l Öl kosten ~30€. Rechnen wir noch 1.50€ pro Liter Benzin.

    Macht 21€ pro 2x tanken – sprich: 10,5€ pro Tankfüllung. Das wären in Summe ~810 Tankfüllungen oder 121428KM an gesamter Reichweite…

    Wo bitte rentieren sich da Elektrofahrzeuge im Moment?

    mfg SCORPiON

    • Hallo “SCORPION”,

      Ihre Kalkulation relativiert sich etwas, wenn man ein benzinbetriebenes Motorrad in dieser Leistungsklasse als Vergleich nimmt. (Das E-Bike hat ja 18PS, ein “Baumarkt-Motorroller” hat nur gut ein Drittel davon)

      Ein passendes Vergleichsobjekt wäre zB. ein 125ccm Motorrad. Die haben ca. 15 PS und kosten ab ca. 3000€.

    • Und dieses Bike fängt ab 9.346€ an. Bleibt noch immer ein Unterschied von ~6350€. Auch wenn man es nicht gerne hört: Umwelt schützen kann nur dann anfangen, wenn es sich der Großteil der Bevölkerung auch leisten kann. Was bringt es wenn die Besserverdiener damit herumfahren, wenn 90% von Haus aus keine Chance haben etwas anders zu machen?

      mfg SCORPiON

  2. Mich wundert das so etwas überhaupt hergestellt wird.
    Elektrofahrzeuge sind “Nischen-Fahrzeuge”. Motorräder sind im Großen und Ganzen auch “Nischen-Fahrzeuge” (in Anbetracht der Mengen an Autos auf den Straßen).
    Dann kommt ein Hersteller und produziert eine Nische in der Nische. Ergo muss man den Preis sehr hoch ansetzen, da man im Vorfeld wohl wusste, dass nur einige geringe Stückzahl verkauft werden wird.

    Im übrigen sieht das Ding aus, wie eine Mischung aus Staubsauger und Kinderspielzeug.

    Aber die Farbvariation erinnert an die aktuellen Kawasaki ZX Serie. Das gefällt! ;-D

  3. mit der zeit werden die dinger auch billiger.

    aber ist schon richtig was SCORPiON schreibt, wenn es einem nach dem preis geht lohnt sich das nicht, wenn es aber einem nach design, umweltfreundlichkeit und oder lautstärke geht finde ich den preis recht in ordnung…..

    das lauteste was auf den straßen knalt sind nicht die bomben, sondern mopets mit fehlzündungen ^^

  4. andere frage, wie lange hält der akku, wieviele ladezyklen?

  5. Das Ding hat so einige Schwachstellen.
    Punkt 1 : der Preis. Es ist ja nicht so das der Strom aus der Steckdose kostenlos kommt das heißt SCORPiON hat vollkommen recht wenn er sagt preislich rentiert es sich nie im Leben. Eine moderne 125er Maschine wie zB Honda CBF bekommt man mit Einspritzung locker auf 2.5 L/100 km bei normalen Fahrstil. Wenn Yamaha die Megi wirklich bauen würde würde sich der Verbrauch noch unter die 2L senken. wenn man den Werbeleuten glauben möchte sogar auf 1.5 aber ich halte das für unrealistisch. Da kann kein Elektrobike mithalten.

    Punkt 2 : die Ladezeit. Die meisten Fahrzeuge kommen laut Herstellerangaben in 15-20 Min auf ca 80% Akkukapazität. Gut und schön wenn man ein Einfamilienhaus hat aber was macht man wenn man ab 3. Stock aufwärts wohnt ? Stromkabel runterlegen ? Nachbarn anpumpen ?
    MZ war da schon auf dem richtigen Weg mit Wechselakku aber das reduziert natürlich die Kapazität denn es muss ja auch noch tragbar sein.

    Punkt 3 : Bau und Entsorgung. Klar auch die Verbrenner haben irgendwann das Ende erreicht aber wenn ich mir anschaue aus welchem Material mein Motorrad besteht kann ich mir beim besten willen nicht vorstellen das dieses E-Bike umweltfreundlicher sein soll.

    Punkt 4 : Der Führerschein. Sinnvoller wäre es das Fahrzeug mit “nur” 15 PS auszuliefern damit spart man sich die Große Motorradklasse.

    Wenn die großen ihre Werbung nicht nach größer schneller mehr PS ausrichten würden wäre der Umwelt mehr geholfen als mit diesen halbgaren Elektro-Versuchen. Kein einziges modernes Motorrad ist wirklich auf Effizienz getrimmt. Es gibt gute ansätze (Sommer Diesel, Yamaha Moegi) aber eben weil kaum jemand die Marktlücke erkennt bzw den Mut hat da mal was reinzuwerfen wird der Durchschnittsverbrauch allenfalls Gleichbleiben aber kaum sinken.

  6. Hallo, ihr habt ja alle Recht mit Euren Aussagen. Aber.. wenn man zu Fuß geht, spart man am meisten, braucht keine Versicherung, Steuern, braucht nicht zu tanken, kein Ölwechsel…
    Sicher ist ein E-Roller, E-Bike teurer als alles andere.. was aber nützt das beste Motorvehikel, wenn kein Öl mehr da ist….. Noch ist ja alles da.. Nach mir die Sindflut….

  7. Leute irgendwie seit Ihr scheinbar alle so von der Sorte hauptsache ein wenig nörgeln. Ob Brammo oder was auch immer für ein E-Bike die Zukunft liegt in Wasserstoff oder Strom denn der Wirkungsgrad eines E Motors liegt weit über dem eines Verbrenners und die Treibstoffpreise steigen nicht gerade langsam ! Bisschen vorausschauen würde sich lohnen. Nischenprodukt ist relativ wenn ich so manche Fahrzeuge wie Porsche, Hummer, Lotus oder dergleichen ansehe dürften die ja auch nicht produziert werden weil diese Fahrzeuge einer Minderheit angehören. Schwachsinn mancher Aussagen. Sicher ist einiges nicht ausgereft aber bedenen sollte man dass auch Sigfried Markus oder Karl Benz Pioniere waren und heute jeder in einem Auto sitzt ohne lange darüber nach zu denken.

    Ich liebe meine CBR aber ich bin desswegen kein Mensch der nicht mit einer Empulse von Brammo liebäugelln würde.

  8. wenn man sich anschaut das man mit einem Verbrenner kaum noch möglichkeiten hat Motorsport zu betreiben bzw. dafür mehrere km fahren muss, sich einen Anhänger oder Lieverwagen anschaffen muss und und und, dann ist so ein E-Bike eine gelungene Sache für jeden der Hobbymäßig Motorrad fährt denn dann sieht die Rechnung ganz anders aus dabei hat das E- Bike klar die Nase vorne. Kein lärm, keine Abgase kein Ärger mit Mittmenschen, es sind völlig neue Möglichkeiten gegeben Motorrad zu fahren da der Förster einen nicht vom Bike schießen will sondern freundlich grüßt. :-)

  9. zum Preis: Habt Ihr Euch mal angesehen was ein gutes Mountainbike oder ein Pedelec kostet? Dagegen sind diese Maschinen geradezu als Schnäppchen anzusehen.

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