Pure Twilight im Test:
Morgensonne auch im Winter

Am Morgen von goldenen Sonnenstrahlen geweckt zu werden – wunderschön, da fängt der Tag doch schon mal gut an. Doch das scheitert in der Realität am hiesigen Wetter und den Anforderungen der modernen Arbeitswelt. Pure Digital hat deshalb einen Radio-Lichtwecker gebaut, der zuerst langsam heller werdendes Tageslicht simuliert – und erst dann ein Geräusch zuschaltet.

Pure Twilight (Bild: wor)

Pure Twilight (Bild: wor)

Die Idee des Lichtweckers ist nicht neu – Philips hat mittlerweile eine ganze Serie solcher Geräte im Angebot, preiswertere Nachbauten finden sich ebenso am Markt. neuerdings.com hat sich die Philips-Modelle auch bereits einmal testmässig vorgeknöpft. Der Gedanke: Für den Körper und die Seele soll es angenehmer sein, wie in der Natur von langsam heller werdendem Tageslicht geweckt zu werden – und nicht unvermittelt von einem hässlich rasselnden Wecker aus dem Schlaf gerissen zu werden.

Der für hochwertige Digital- und Webradios bekannte englische Hersteller Pure Digital hat nun eine besondere High-Tech-Variante eines solchen Lichtweckers entwickelt. Beim Modell Twilight entfällt das bei anderen Pure-Radios zu findende Webradio – und damit auch die Sorge um WLAN-Funkwellen im Schlafzimmer oder Verschlafens wegen Internet-Ausfall – doch dafür kommt Licht hinzu.

Dieses ist keine einfache «Birne», wie bei Geräten anderer Hersteller. Vielmehr wurden sechs Hochleistungs-LEDs in das Gerät verbaut, mit denen zum Aufwachen echte Morgenröte simuliert werden kann: Das Wecklicht startet dezent rosa, wird erst bei voller Helligkeit weiss.

Sonne ans Bett (Bilder: wor)
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Twilight

Ist diese erreicht, schaltet sich dann auch der Weckton zu – je nach Wunsch auch als UKW- oder DAB-Radio. Damit soll der «Schreckeffekt» entfallen, auch wenn man zum Wecken einen Hardrocksender eingestellt hat: Wenn der Ton einsetzt, ist man schon wach – und wenn man aufsteht, bevor der Ton einsetzt, wird der Partner nicht unnötig mit geweckt.

Das Ganze ist nicht nur modern, sondern auch sehr energiesparend: Zwar erschrickt einen das Gerät mit einem «Netzklops» von enormer Grösse, doch zieht dieses Monster-Steckernetzteil ohne angeschlossenes Gerät weniger als 0,1 Watt, mit diesem abgeschaltet 0,4 Watt und selbst bei maximaler Lichteinstellung, die schon zum Lesen ausreicht, nur 5,4 Watt.

Die Zeitanzeige wird automatisch je nach Raumhelligkeit gedimmt und ist im Dunkeln kaum mehr störend. Wem auch das noch zuviel ist, kann auch einstellen, dass sie sich nach sieben Sekunden ganz ausschaltet. Will man dann die Uhrzeit sehen, ist erst eine Taste am Gerät zu betätigen.

Das Licht lässt sich sehr einfach durch Berühren der Glaskuppel ein- und ausschalten und in der Helligkeit regeln. Allerdings bedeutet dies auch, dass man das Gerät nicht bedienen kann, indem man mit der einen Hand die Tasten drückt und es mit der anderen an der Glaskuppel festhält. Auch das zeitweise Unterbrechen des Alarms (»Snooze») läuft über das Berühren der Glaskuppel, was zu Verwirrung führen kann.

Die Empfangsleistungen sind angesichts der einfachen «Wurfantenne» (sprich: Kabelstrippe) nicht vergleichbar mit anderen Pure-Radios. Dafür läuft man allerdings auch kein Risiko, sich im Halbschlaf eine Teleskopantenne ins Auge zu rammen. Der Twilight empfängt nicht im L-Band, was allerdings in Deutschland inzwischen auch nicht mehr für DAB verwendet wird, dafür aber bereits das neue DAB+, kann also auch das bundesweite DAB+-Programm mit DR Wissen empfangen.

Bis zu vier Weckzeiten sind programmierbar: für einzelne Tage, Montag bis Freitag, Samstag und Sonntag. Damit könnte man theoretisch auch festlegen, dass doch erst die Musik angeht und dann das Licht, wenn man dies als die sanftere Weckart empfindet oder nicht erst vom Licht geweckt werden will, um noch 15 Minuten auf die Nachrichten warten zu müssen. Beim Testgerät war dies jedoch leider nicht programmierbar: Es wurde als unzulässige Überschneidung von Weckzeiten gewertet.

Neben weissem Licht sind auch beliebige andere Lichtfarben programmierbar: rot, blau, violett, gelb oder grün sind ebenfalls möglich, auch mit Farbprogrammen wie «Lagerfeuer», «Meer» oder «Disco». Letzteres Programm ist leider nicht musikgesteuert verfügbar, sondern lässt das Radio nur wild in allen verfügbaren Farben blinken. Wer dann immer noch nicht wach ist, ist nicht mehr unter den Lebenden.

Eine Ipod-Dockingstation ist als Sonderzubehör verfügbar, die den Ipod auch gleich lädt. Auch geeignete Handys können über USB ohne eigenes Netzteil im Schlafzimmer geladen werden. Und wer unter dem umgekehrten Problem leidet und nicht aufwachen, sondern einschlafen will, kann unter einem Sortiment von Einschlafmelodien im Spieluhr-Sound und Einschlafgeräuschen wie Schnarchen oder Wasserplätschern auswählen. Letzteres ist allerdings nicht zu empfehlen, wenn man bereits mehrere Flaschen Bier getrunken hat.

Einziger Nachteil des Pure Twilight: Mit knapp EUR 200 ist das Gerät für einen Radiowecker klar im Luxussortiment angesiedelt. Wenn man dadurch allerdings wirklich besser gelaunt in den Tag startet, ist es das wert, und es gibt noch teurere Lichtwecker, wie den Lumie Bodyclock Elite 300, der dennoch nur eine 60-W-Glühlampe enthält und so zusätzlich eine olfaktorische Weck-Komponente bietet: Er stinkt infolge Überhitzung nach wenigen Minuten nach verschmortem Plastik…

 

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2 Kommentare

  1. Die Idee finde ich gut, da ich eh nicht gut auf meinem Wecker zu sprechen bin. Jedoch stellt sich mir die Frage, wer die bessere Durchsetzungskraft hat ;-)

  2. Bin bei der Recherche nach Lichtweckern auf diesen alten Artikel gestoßen und möchte mich vor allem für den Hinweis um Lumie Bodyclock Elite 300 bedanken. Den Gestank als Feature zu bezeichnen ist zwar witzig, aber grober Unfug, da der Geruchsinn im Schlaf nicht funktioniert (siehe z.B. http://de.wikipedia.org/wiki/Rauch). So ein Risikofaktor kommt mir also auf keinen Fall ins Haus…

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