Kenwood Autoradio KDC-DAB41U im Test (4):
Wenn der Alles-Empfänger nichts empfängt

Der Kenwood KDC-DAB41U hat sich im Test bereits als sehr vielseitiger Rundfunkempfänger erwiesen. Was aber, wenn man unter all den UKW-, DAB-, DAB+, LW- und MW-Programmen trotzdem nichts Erträgliches findet – oder durch einen Tunnel ohne Empfang fährt? Kein Problem: Das Gerät spielt auch jede Menge Gespeichertes ab!


iPod am Kenwood KDC-DAB41U (Bild: wor)

iPod am Kenwood KDC-DAB41U (Bild: wor)

Zunächst einmal kann der Kenwood KDC-DAB41U natürlich CDs abspielen – auch selbstgebrannte. Und MP3-CD-ROMs – wie jedes moderne Autoradio. CDs mit Kopierschutz dafür vermutlich nicht – MP3-fähige Laufwerke werden von der Musikindustrie da ja bewusst aufs Glatteis geführt. Glücklicherweise sind diese Un-CDs, die schon so manchen Werkstattbesuch erforderlich gemacht haben, jedoch bei aktuellen Titeln nicht mehr zu finden.

Doch auch ein iPod oder ein iPhone können angesteckt werden, um die Titel darauf auszuwählen und abzuspielen. Der iPod kann dabei sowohl an diesem selbst als auch – beim Fahren üblicherweise praktischer – am Autoradio bedient werden.

Sound von iPod, USB & Co. (Bilder: wor)
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Wie letzteres funktioniert, zeigen diese beiden Videos:

Dabei wird der iPod übrigens auch aufgeladen – man muss also keinen separaten Zigarettenanzünder-Ladeadapter mehr mitführen. Auch Podcasts oder Hörbücher können so abgespielt werden. Es kann sogar ein Musikstück (allerdings kein Podcast) auf eine der Stationstasten gespeichert werden, um es auf Knopfdruck direkt abzurufen.

Das iPod-USB-Anschlusskabel gehört übrigens nicht serienmässig zum Gerät, es ist zusätzlich zu kaufendes Zubehör. Es wäre zwar auch das mit dem iPod mitgelieferte USB-Anschlusskabel verwendbar, doch ist dieses normalerweise ja schon am Computer verbaut, weshalb die Anschaffung eines zweiten iPod-Kabels sinnvoll ist. Zudem hat die Kenwood-Strippe im Gegensatz zum Apple-Kabel auch eine Automobil-Zulassung.

Die Telefoniefunktion eines iPhones steht mit dem iPod-Kabel allerdings nicht ebenfalls über das Autoradio zur Verfügung. Es ist zwar auch eine Bluetooth-Erweiterung für das Kenwood Autoradio KDC-DAB41U erhältlich, mit der jedes bluetooth-fähige Mobiltelefon über das Autoradio genutzt werden kann. Auf deren Test habe ich jedoch verzichtet, weil sie fast nochmal soviel wie das Autoradio kosten würde. Da ist dann ein Bluetooth-Headset doch die sinnvollere Lösung, wenn man ohnehin nicht Wert darauf legt, dass alle Mitfahrer mithören können.

MP3-Spieler, die nicht von Apple sind, oder andere Tonquellen wie beispielsweise Funkgeräte lassen sich über die nachts auch beleuchtete 3,5-mm-Stereo-Klinkensteckerbuchse anschliessen. Und auch der USB-Anschluss taugt nicht nur zum Anschluss eines iPod – es kann auch ein ganz normaler USB-Stick eingestöpselt werden: Die darauf befindlichen MP3-Dateien werden automatisch abgespielt.

Interessant hieran ist, dass bei einer Unterbrechung das Abspielen an derselben Stelle fortgesetzt wird, auch wenn zwischendurch das Radio aus oder der USB-Stick sogar entfernt war. Es darf nur nicht zwischendurch ein anderer USB-Stick eingesteckt werden – dann wird die gespeicherte Abspielposition gelöscht. Und es sind auch AAC- und WMA-Dateien abspielbar.

Praktischer als ein normaler USB-Stick, den man leicht abbrechen kann und der im Betrieb nachts durch Blinken bei Lesezugriffen stört, sind die für Netbooks gedachten ultrakurzen Spezialausführungen. Füllt man einen solchen 16- oder 32-GB-Stick, hat man lange Zeit etwas zu hören.

Was bei Musik meist nicht so wichtig ist, ist allerdings bei Hörbüchern zu beachten: Die Dateibenennung bestimmt wie bei allen derartigen Geräten die Abspielreihenfolge in einem Unterverzeichnis.

01_Frau-Holle.mp3
02_Frau-Holle.mp3
03_Frau-Holle.mp3

führt zum Abspielen in der richtigen Reihenfolge, während

Frau-Holle_01.mp3
Frau-Holle_02.mp3
Frau-Holle_03.mp3

meist mit einem ungewollten “Random-Playout” endet. Wer Durcheinander vermeiden will, muss also gegebenenfalls Dateien umbenennen, wozu Kenwood dankenswerterweise auch eine eigene, kostenlose Software anbietet.

Der Klang des KDC-DAB41U liegt auch weit über dem von üblichen Werksradios. Statt eines Bass- oder Höhenreglers findet sich ein dreifacher parametrischer Equalizer je Eingangsquelle. Sound und auch die Lautstärke kann sogar pro Signalquelle unterschiedlich eingestellt werden. Mit dem Blaupunkt Woodstock DAB 54, der auch noch Anpassungen für bestimmte Lautsprecher- und Autogrößen ermöglicht, kann dies nicht ganz mithalten, doch es kommt nahe heran und vermeidet auch ohrenschädigende Lautstärkesprünge beim Einspeisen externer Signalquellen.

Das Einzige, was es nur bei Blaupunkt gab, war die Aufzeichnungsmöglichkeit: Die “rote Taste”, mit der man ein interessantes Musikstück einfach digital mitschneiden konnte, gibt es beim Kenwood KDC-DAB41U nicht. Doch dafür so viele andere nützliche Funktionen, dass man bei dem Preis unter EUR 200 absolut zufrieden sein kann.

Technische Daten

  • Modell: KDC-DAB41U
  • CD-Receiver mit integriertem DAB+ Tuner
  • frontseitiger USB- und AUX-Eingang (analog, 3,5 mm Klinke)
  • integriertee Decoder für AAC-,MP3- und WMA-Files mit TAG-Anzeige
  • direkter iPod-Anschluss für aktuelle iPod-Player inkl. iPhone 4
  • 13-stelliges FL-Display
  • 24-Bit-D/A Wandler
  • UKW-RDS-Funktion
  • je 24 Senderspeicher AM/FM und DAB
  • 4 x 50 Watt MOSFET-Endstufe
  • umstellbarer Rear/Sub-Vorverstärkerausgang
  • Tiefpassfilter
  • 2-stufige Bass-Boost-Funktion
  • System QEX, Supreme
  • Multifunktions-Drehregler
  • Music Search-Funktion
  • Direkttaste für DAB+ Betrieb
  • Scheibenantenne im Lieferumfang
  • vorbereitet für OEM-Lenkradfernbedienungen
  • Abmessungen (B x H x T): 182 x 53 x 155 mm
 

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