Kenwood Autoradio KDC-DAB41U im Test (2):
DAB+-Radiotausch in der Praxis

Der Tausch eines Autoradios erfordert kein Ingenieurstudium, doch der Teufel liegt meist im Detail, vor allem wenn neueste Technik wie DAB+ hinzukommt. Wie klappt der Einbau des Kenwood?


Wir erinnern uns: die Autobeschallung war wegen Umstellung des Lieblingssenders von DAB auf DAB+ aufzurüsten. Dazu sollte ein Kenwood KDC-DAB41U (Affiliate-Link) anstelle des bisherigen Blaupunkt Woodstock DAB 54 dienen. Es gibt momentan im deutschen Fachhandel etwa vier bis fünf DAB+-Autoradiomodelle fernöstlicher Herkunft zu Preise zwischen € 160 und € 200. Zugegeben günstiger als das deutsche Blaupunkt-Radio, das selbst via “elektronischer Bucht” fast doppelt soviel gekostet hatte.

Meine Wahl fiel auf den Kenwood KDC-DAB41U, weil dieser auch einen iPod mit steuern können sollte. Am Blaupunkt hatte ich diesen zwar mit einem Spezialkabel (serienmässig hatte er keinen externen NF-Eingang) auch anschliessen können, doch war eine sichere Bedienung anschliessend unter der Fahrt undenkbar, auch wenn dies – im Gegensatz zur Bedienung eines Handys – erlaubt wäre.

Im Gegensatz zum letzten Radioumbau wollte ich diesmal selbst zu Werke gehen: Eine DAB-taugliche Antenne und alle nötigen Anschlüsse waren ja nun vorhanden und den eigentlichen Autoradio-Umbau hatte ich früher auch immer selbst vorgenommen.

Autoradio-Umbau (Bilder: Kenwood/wor)
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Der DAB-Anschluss ist derselbe wie beim Blaupunkt-Radio. Leider allerdings nicht der UKW/MW/LW-Antennenanschluss: Hier hat Kenwood noch den klassischen länglichen 150-Ohm-Stecker, die Blaupunkt-Antenne dagegen einen moderneren flachen 60-Ohm-Stecker. Das entdeckte ich natürlich erst Sonntag vormittag nach dem Ausbau des Blaupunkt-Radios, weshalb ich zunächst einmal nur die DAB-Antenne anschliessen konnte.

Mit dem KDC-DAB41U wird eine aktive DAB-Scheibenantenne geliefert. Diese war in meinem Fall überflüssig, da ich ja bereits eine (bessere) DAB-Dachantenne eingebaut hatte, doch erleichtert sie den Umstieg auf DAB für alle, die deshalb nicht ihre vorhandene UKW-Antenne austauschen wollen.

Wer bereits vorher weiss, dass er die DAB-Antenne nicht benötigt, kann das EUR 20 billigere Modell KDC-DAB4551U (Affiliate-Link) erwerben: Hier werden die Tasten rot statt blau hinterleuchtet und die bewusste Scheibenantenne ist nicht mit dabei. Alles andere ist gleich zum KDC-DAB41U.

Der Einbau des Kenwood-Autoradios war unproblematisch, allerdings ist auch der Einbaurahmen mit auszutauschen. Das Kenwood-Gerät ist etwas tiefer als das Blaupunkt-Gerät, einige im Auto bereits vorhandene Kabel waren zunächst im Weg.

Ein Adapterstecker für die hierzulande üblichen Autoradio-Würfelsteckverbinder liegt dem Kenwood-Gerät bei, zusätzlich lassen sich auch noch die gelbe und die rote Leitung (Dauer-Plus und geschaltetes Plus) miteinander tauschen, da VW diese (vermutlich auch wieder, um den Einbau von Fremdradios zu sabotieren) genau umgekehrt benutzt als andere Marken. Wird dies versäumt, leert das Radio bei abgestelltem Fahrzeug die Batterie und verliert dennoch gespeicherte Daten.

Da diese Leitungen bereits seinerzeit durch die Werkstatt getauscht worden waren, war dies bei mir nicht mehr notwendig – es ist jedoch vorbildlich, diese Option werkzeugfrei anzubeiten. Blaupunkt hatte dies nicht geboten. Im Unterschied zum Blaupunkt-Radio kann das Kenwood-Gerät (bei korrektem Anschluss) nicht ohne eingesteckten Zündschlüssel betrieben werden: Es schaltet sich beim Einschalten der Zündung ein und bleibt eingeschaltet, bis der Schlüssel wieder abgezogen wird. Im Auto wartende Beifahrer könnte dies enttäuschen. Dank der doppelten Stromversorgung gehen beim Ausschalten aber keinerlei Daten verloren und es kann dennoch nicht vergessen werden, beim schnellen Verlassen des Autos das Radio auszuschalten.

Was Kenwood leider nicht bietet, ist die geschwindigkeitsabhängige Lautstärkeregelung des Blaupunkt-Geräts. Der Grund: Das dazu erforderliche Tacho-Signal liefern nur deutsche Autofabrikate – ein japanisches Autoradio extra für diesen Sonderfall mit einer Funktion auszurüsten, lohnt sich nicht.

Was auch fehlt, ist die Funktion, stets mit einer definierten Maximallautstärke einzuschalten, die der Blaupunkt Woodstock hatte: Der Kenwood KDC-DAB41U startet wie die meisten Autoradios stets mit der zuletzt eingestellten Lautstärke. Wenn der Sohn also mit voller Dröhnung in die Garage gerauscht ist, fällt Papi am nächsten Morgen beim Starten erstmal vom Sitz.

Wo liegen nun die Stärken des Kenwood KDC-DAB41U im täglichen Gebrauch? Das erfahren Sie im nächsten Teil unseres Praxistests.

Kenwood Autoradio KDC-DAB41U im Test (1): DAB+ im Auto nachrüsten

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3 Kommentare

  1. Jean-Pierre Wüthrich
    schrieb am 14. Dezember 2011 um 12:10 Uhr (#)

    Zum Einbau dieses Kenwood KDC-DAB41U möchte ich auch noch etwas dazu äussern.

    Ich finde die Erklärung über den Einbau sehr gut.
    Es ist also kein Problem das bestehende Autoradio auszubauen und
    das Kenwood KDC-DAB41U einzubauen.
    Eventuell muss man auch eine sep. Radioblende gekauft werden (entsprechende Automarke, um ein 1-Din-Schacht-Autoradio einbauen zu können) und Adapterkabel für die vom Werk installierten Radio-Anschluss ein Uebergang auf ISO-Stecker zu bekommen.

    Zur DAB-Antennen-Anschluss: Wenn jemand eine Stabantenne mit genügender Länge auf dem Dach, Kotflügel vorne oder hinten und sogar auch eine Motorantenne hat, gibt’s sogar von einem Deutschen Hersteller, aktive DAB-Antennen-Verzweigungen, somit erübrigt sich ein Einbau der mitgelieferten DAB-Antenne und man kann das Auto so Original wie möglich sein lassen, besonders bei Oldtimer.

    Das Antennen-Kabel (vom Auto her) wird zuerst in diese aktive DAB-Antennen-Verzweigungen eingesteckt und dann die beiden Kabel entsprechend am
    Kenwood KDC-DAB41U angeschlossen.

    Ich besitze solche aktiven DAB-Antennen-Adapter und der Empfang ist wirklich sehr gut.
    Kann die aktive DAB-Antennen-Adapter auch für Dual DAB Car 1 empfehlen, natürlich mit anderen Stecker.

    Kenwood KDC-DAB41 hat SMB – Dual DAB Car 1 hat SMA

    Gruss

    1. Schreibt hier auf dem Blog Wolf-Dieter Roth
      schrieb am 15. Dezember 2011 um 07:34 Uhr (#)

      Das mit dem Umbau klappt natürlich nur so gut, wenn eben schon mal ein Standard-Autoradio eingebaut war – und keine proprietäre Hersteller-Lösung. Denn manche Hersteller wollen das auf keinen Fall, liefern also eben keine Adapter, und ohne Werksradio liegt zudem plötzlich der CAN-Bus flach und es lassen sich nicht mal mehr die Fenster runterfahren.

      Die Scheibenantenne dürfte auch einen Oldtimer nicht sichtbar verunstalten, das ist ja gerade ihr Sinn. Allerdings mag ich Scheibenantennen nicht, mein Vater hatte mal eine, der Empfang war grottenschlecht. Für DAB gehen sie aber durchaus.

      Eine normale Autoradioantenne ist für Band III durchaus tauglich, dazu muß sie gar nicht lang sein, die Frequenz ist ja höher. Daß die DAB-Autoradios immer einen separaten DAB-Eingang haben, liegt am L-Band, das fast die 15-fache Frequenz von UKW hat und andere Antennen braucht. Glücklicherweise hatte man in D aber ein Einsehen und hat DAB inzwischen komplett ins Band III umgelegt, auch die Lokalstationen. Das Kenwood-Gerät kann noch L-Band, ich habe das aber nicht mehr aktivieren müssen.

      Bei VW muß man allerdings trotzdem die Antenne austauschen, weil VW aktive Antennen auf dem Dach verwendet statt der klassischen langen Antennen am Kotflügel, und diese dann natürlich wirklich nur LMK und UKW übertragen, aber kein DAB. Das filtert der aktive Teil weg. Da gab es auch noch so einige Tücken im Detail, so braucht die DAB-Kombiantenne dann 12 V auf dem UKW-Anschluß, die die Blaupunkt-VW-Werkradios liefern, die Nachrüstgeräte aber üblicherweise nicht. Dafür gibt es dann wieder einen Blaupunkt-Adapter. Und es ist natürlich tierisch lästig, eine Antenne samt Sockel (der ist ja das Entscheidende, da ist der Verstärker mit Filter drin!) auf dem Dach austauschen zu müssen, weil man da den Fahrzeughimmel zu abnehmen muß.

      Das alles war hier ja schon gemacht. Sonst hätte es auch mit dem 60-Ohm-150-Ohm-Adapter keinen L/M/UKW-Empfang gegeben. Wer also einfach drauf los bastelt, ohne sich vorher ein bißchen einzulesen (in Foren findet man inzwischen einiges), schaut eventuell erstmal dumm aus der Wäsche. Deshalb werden auch viele Werkstätten lieber sagen “geht nicht”, bevor sie sich nachher blamieren. Der Hörfunk-Chef des westdeutschen Rundfunks kann z.B. seine eigenen DAB-Sender nicht hören, er hat ein japanisches Auto mit so einer “Sperre” für Fremdradios. Meine Werkstatt kannte damals den Trick, die beiden Plus-Leitungen zu vertauschen, um Fremdradios doch einbauen zu können, aber VW hat eben noch mehr Tricks vorgesehen, um sowas zu verhindern, wie die Sache mit der 12-V-Versorgung. Über die Antennenfrage hatte ich mich selbst schlau gemacht und alle Komponenten organisiert, das hätte die Werkstatt wohl nicht auf Anhieb geschafft. Ich wollte dann nur nicht bei einem damals relativ neuen Wagen am Himmel rumpfriemeln.

  2. Jean-Pierre Wüthrich
    schrieb am 15. Dezember 2011 um 08:55 Uhr (#)

    @Wolf-Dieter Roth,
    DAB+-Autoradio-Freunde,

    Wunderbarer Kommentar und Hilfe betreffend Kenwood KDC-DAB41U.

    Bei mir ging es auch so: Als ich das Werksradio (Ford Mondeo 1998) ausbaute, hatte ich auch das Pech, dass der 60-OHM-Antennen-Stecker drin war, somit musste ich halt ungeduldig wieder das original Werksradio einbauen musste und nochmals eine Nacht schlafen, bis ich am anderen Tag mir so ein

    Antennen-Adapter 60-Ohm-150-Ohm-Adapter

    Bei einem nahegelegenen Fachmarkt besorgen konnte.

    Es ist schon so, wie sie beschreiben.
    Gruss

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