HTC Radar im Test (1/2):
Sollte man auf dem Schirm haben

Das HTC Radar bietet für einen Preis von weniger als EUR 350 eine vollständige Ausstattung mit schnellem Windows Phone 7 Betriebssystem.


HTC Radar - Grundsolides Gerät zu einem vernünftigen Preis (Bild: kaz)

HTC Radar - Grundsolides Gerät zu einem vernünftigen Preis (Bild: kaz)

Am Strand Musik hören, am Bahnhof die Zugverspätung checken und während dem Meeting heimlich auf Facebook stöbern: Smartphones machen es möglich. Wenn man nebenbei auch noch ein kleines Spiel wagen kann, ist doch alles in Ordnung – wieso also mehr als EUR 400 dafür ausgeben? Das HTC «Radar» fliegt weit unter dem Preisradar mit gerade mal EUR 340 und dem flinken Windows Phone 7.5.

Microsoft macht es seinen Kunden sehr einfach: Egal wie teuer, egal wie billig, alle WP7-Phones müssen bestimmte Mindestanforderungen erfüllen, die dafür sorgen, dass jedes Handy schnell und ohne Verzögerungen reagiert. Dadurch entscheidet sich die Auswahl nur durch Optik und Verarbeitung, statt der Frage, ob ein Dual-Core mit 1600 MHz verbaut wurde oder nur ein Single-Core mit 16 Mhz, ob 512 MB RAM oder 512 kB zum Einsatz kommen.

Rundum-Tour

Beim HTC Radar fällt die Wahl umso leichter: Das creme-weisse Gehäuse, durch satiniertes Metall eingefasst, erzeugte nur zwei Reaktionen – «gefällt mir gut» oder «kommt mir nicht in die Hosentasche». Wer das HTC ChaCha kennt, kennt auch die Farbgebung und das Material. An der rechten Seite sitzt unten die Kamerataste mit einem ersten leichten und einem zweiten gut fühlbaren Druckpunkt, darüber erlaubt die Wippe schnellen Zugriff auf die Lautstärke. Gegenüberliegend sitzt der microUSB-Port. Scheinbar hat man sich mein Gemecker beim HTC ChaCha zu Herzen genommen, denn die Metalleinfassung verhindert scharfe Kanten und sieht zudem hübsch aus.

Die letzte Taste, die Microsoft den Herstellern vorgibt, ist der Lock-Taster, der gleichzeitig als Einschaltknopf agiert. Die Platzierung ist denkbar ungünstig am Kopfende, vor allem im direkten Vergleich mit dem Lumia 800, welches den Button an der Seite placiert, fällt das umständliche Umgreifen auf. Daneben steckt man die Kopfhörer ein. Die SIM-Karte versteckt sich unter der Plastikabdeckung am Fussende, bei Öffnen derselbigen wird das «Radar» ausgeschaltet. Eine 5 Megapixel-Kamera nebst vorstehendem Metallring zum Schutz der Linse, eine Blitz-LED und ein rückwärtiger Lautsprecher vervollständigen die Ausstattung. Über die Frontkamera darf man sich zwar freuen, Videochat-Apps für die bekannten grossen sozialen Netzwerke sind auf WP7 jedoch noch nicht angekommen.

HTC Radar - Das Licht schimmert ungleichmäßig durch die Icons (Bild: kaz)

HTC Radar - Das Licht schimmert ungleichmäßig durch die Icons (Bild: kaz)


Sichtweisen

Das S-LC-Display mit Gorilla-Glass-Abdeckung, 3,8 Zoll und 480 x 800 px macht einen guten Eindruck und ist auch im direkten Sonnenlicht noch ablesbar. Doch neben einem Samsung Galaxy S-AMOLED oder Nokia Lumia 800 mit CBD merkt man die fehlende Filterschicht: Reflektionen sind stärker und man sucht im Freien ab und an den optimalen, spiegelfreien Blickwinkel. Trotz der schönen weissen Farbe würde ich immer zu einem dunklen Gehäuse raten, zwar blendet das Gehäuse nicht so stark wie beim ChaCha, doch die Blendwirkung des weissen Rahmens ist unbestreitbar da. Auch die drei Sensortasten unter dem Display gibt Microsoft vor, sie leuchten ungleichmässig, während um die Icons herum Licht durchschimmert. Das nimmt dem Radar etwas seine Wertigkeit, tut der Funktion selbstverständlich keinen Abbruch.

Die technische Ausstattung bedarf keiner größeren Aufmerksamkeit, alles ist drin: 1 GHz CPU, 512 MB RAM, HSDPA, n-WLAN, Bluetooth 2.1, GPS und FM-Radio mit RDS. Einzig beim Speicher knausert HTC, 6,54 GB nutzbarer Platz von insgesamt 8 GB und kein Kartenslot – Microsoft verbietet diesen – sind zwar mit dem günstigen Preis vereinbar, nicht aber mit einer grossen Multimedia-Bibliothek und dabei wäre der 1520 mAh starke Akku durchaus für ausgedehnte Videossessions gewappnet. In diesem Zusammenhang reduzierte HTC die Video-Auflösung aus gutem Grund auf 720p, andernfalls wäre der Speicher sofort aus allen Nähten geplatzt.

Vorläufiges Fazit

HTC umspannt ein riesiges Sortiment verschiedenster Smartphones. Das HTC Radar markiert in diesem Zusammenhang keinen Meilenstein technischen Fortschritts. Es ist vielmehr ein grundsolides Smartphone, dass alles Nötige beinhaltet und man auf jeden Fall auf dem Schirm haben sollte. Den nächsten Teil widme ich den Anpassungen HTCs, der tatsächlichen Akkulaufzeit und auch der Kameraqualität. Wer noch nie ein Windows Phone 7 Gerät in Händen hielt, vertreibt sich die Wartezeit mit Teil 3 meines Lumia-Tests und erhält somit einen ersten Einblick.

 

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Ein Kommentar

  1. “(…) heimlich auf Facebook stöbern” So heimlich sieht es nicht aus, wenn es für die anderen so aussieht, als wäre man dauerhaft auf die eigenen Vagina oder den eigenen Penis (je nach Modell) fixiert.

Ein Pingback

  1. [...] nicht umsonst auf EUR 280 gesunken, die Mitbewerber haben einfach attraktivere Hardware. Das HTC Radar schippert in den gleichen Preisgewässern, kann aber fast alle Nachteile des Lumia 710 ausbessern. [...]

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