Auvisio PX-3117 im Test:
HDMI-«Mehrfachsteckdose»

Fernseher und Monitore haben für Geeks immer viel zu wenig Anschlüsse. Insbesondere an HDMI-Buchsen herrscht gerne Mangel. Der Auvisio PX-3317 will für nur EUR 25 dieses Problem lösen – klappt das auch wirklich?

Auvisio PX-3117 (Bild: wor)

Auvisio PX-3117 (Bild: wor)

Die digitale Videoschnittstelle HDMI ist nicht unproblematisch: Der Stecker ist zwar angenehm klein, doch nicht besonders robust. Wer mehrere Bildquellen (Sat-Receiver, DVD-Spieler, PC…) hat und nur einen Anschluss auf der Rückseite seines metergrossen Flachbild-Fernsehers, benötigt einen Umschalter, sonst sind bald die Steckverbindungen defekt. Ganz abgesehen vom Alptraum, dass einem beim verzweifelten Anstöpseln eines HDMI-Steckers auf der Geräterückseite der ganze Fernseher aus dem Regal kippt, am Boden zerschellt und einem dabei noch den Fuss zertrümmert.

Viele dieser Umschalter funktionieren allerdings nur mangelhaft, insbesondere der Kopierschutz HDCP macht oft Ärger, oder kosten etliche 100 Euro. Selbst teure AV-Verstärker, die neben dem guten Ton auch das Bild der jeweiligen Quelle umschalten, machen gerne mal Probleme: Während das PAL-Bild ohne Kopierschutz vom DVD-Spieler noch ungestört durchkommt, bleibt bei HDTV mit HDCP plötzlich der Bildschirm schwarz.

Der HDMI-Umschalter Auvisio PX-3117 erstaunte daher: Er kostet inklusive einer Infrarot-Fernbedienung nur knapp EUR 25. Dafür war das Risiko tragbar, dass es vielleicht nicht funktioniert.

Der Umschalter versorgt sich über die HDMI-Verbindungen aus den angeschlossenen Quellen, da diese ähnlich USB eine in gewissen Grenzen belastbare Versorgungsspannung mitliefern. Wenn dies einmal nicht ausreicht, kann ein 5-V-Netzteil angeschlossen werden, das nicht zum Lieferumfang gehört. Allerdings zieht dieses Netzteil dann ständig Strom und verkompliziert die Verdrahtung. Es ist daher sinnvoll, dass es nur optional ist.

Der HDMI-Switch schaltet automatisch auf die zuletzt eingeschaltete Quelle um, welche ja im Normalfall die ist, die man sehen will. Nur, wenn mehrere Quellen gleichzeitig aktiv sind und zwischen diesen umgeschaltet werden soll, ist ein manuelles Eingreifen oder die Infrarot-Fernbedienung notwendig. Der Infrarot-Empfänger lässt sich bei Bedarf mit einer Leitung extern anstecken, sodass er optisch günstig in Sichtlinie platziert werden kann, auch wenn der Umschalter selbst hinter dem Fernseher landet. Der Infrarot-Sender wird mit einer mitgelieferten Lithium-Knopfzelle versorgt.

Ein Technisat Digicorder HD S2 HDTV-Receiver erwies sich als zu schwach, um den HDMI-Umschalter zu speisen. Dies verwunderte nicht besonders, bei diesem Gerät sind die verfügbaren Ströme auch bei USB sehr knapp bemessen. Hier wird entweder das erwähnte Netzteil fällig, oder es ist zunächst eine anderere Quelle einzuschalten, die genug Versorgungsstrom liefert, und erst dann der Technisat-Receiver.

Mit einem Panasonic BluRay-Sat-HDTV-Recorder DMR-BS750 klappte es ohne Probleme, auch im Energiesparmodus. Ebenso mit einem Samsung BluRay-Spieler BD-P 1500. Dieser versorgt den Umschalter sogar in abgeschaltetem Zustand, weil der HDMI-Anschluss bei diesem Gerät stets aktiv bleibt. Das allerdings kann auch störend sein, weil sich das Samsung-Gerät beim Verbinden mit dem Fernseher automatisch einschaltet und dann natürlich auch den Eingang des Umschalters auf sich zieht. Ausserdem ist ein gewisser Zusatz-Stromverbrauch die Folge, der jedoch weit geringer ist als mit einem Steckernetzteil.

HDCP-Probleme tauchten bei keiner der getesteten Signalquellen auf, die Bildwiedergabe über den HDMI-Switch war ebenso stabil wie bei direktem Anschluss an den Fernseher. Es ist also offensichtlich mittlerweile möglich, die mitunter zickigen HDMI-Ports preisgünstig zu vervielfältigen.

Technische Daten – Herstellerangabe

TV-Auflösungen 480i/p (NTSC), 576i/p (PAL), 720p (HD), 1080i/p (Full HD)
PC-Auflösungen 640 x 480, 800 x 600, 1024 x 768, 1920 x 1200
HDMI 1.3b
HDCP 1.0, 1.1
Größe 55 mm x 17 mm x 80 mm
Gewicht 54 g
Versorgungsspannung (optional) 5 V

 

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2 Kommentare

  1. Das Testergebnis kann ich bestätigen. Neu auf dem Markt ist der Adapter nicht. Ich habe ihn vor einem Jahr für ungefähr das gleiche Geld erstanden – und bald danach natürlich auch deutlich günstigere baugleiche Angebote entdeckt. Ein (kurzes) USB-Inline-Kabel zur Stromversorgung im Lieferumfang wäre für meinen Aufbau nicht schlecht gewesen. siehe auch

  2. Gibts übrigens für wenig Geld mehr auch mit 5 Einfängen und funzt auch so einwandfrei. Der erste Kauf fiel auf einen Umschalter ohne Fernbedienung. Das erwies sich als Fehler, da nur jeweils das Einschalten eines Gerätes vom Umschalter registriert wurde. Ein automatisches Zurückschalten auf ein verbleibendes aktives Gerät beim Ausschalten der zweiten Quelle erfolgte nicht, und so mussten immer zwei Geräte aus- und eines wieder eingeschaltet werden. Mit der Fernbedienung ist das nun Geschichte und macht Spass.

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