Fructel Gametel-Controller:
Aus Smartphone wird Spielkonsole

Zocker wissen: Smartphones sind nur sehr bedingt zum Zocken geeignet. Fructel glaubt mit seinen Peripheriegeräten ändern zu können.


Gametel {fructel.com;http://www.fructel.com/}

Gametel (Quelle: fructel.com)

Nur gerade eine halbe Runde vor Rennende gerät der McLaren MP4-12C in einer schnell zu fahrenden Schikane über die Curbs hinaus ins Grüne, um einen Augenblick später mit über 250 Sachen in die Reifenstapel zu krachen – Nicht nur dieses Rennen, auch die Meisterschaft ist damit verloren. Ursache des Unfalls ist nicht etwa Übermut oder ein Fahrfehler; Schuld haben allein Gyroskop und Touchscreen des iPhone 4S. Diese sind, so fein sie auch reagieren mögen, schlicht nicht geeignet, um virtuelle Boliden präzise um ebensolche Rundkurse zu jagen.

Wer leidenschaftlich gerne spielt, weiss denn auch längst: Games, bei denen präzise Eingaben über Sieg oder Niederlage entscheiden, bereiten auf aktuellen Smartphones mässig Freude. Mit Touchscreen und/oder Gyroskop ist es nun einmal kaum möglich, ein Jump & Runs perfekt durchzuspielen oder in N.O.V.A Aliens so effizient aus dem Verkehr zu ziehen, wie es der HALO-Fans von seiner X-Box gewöhnt sind. Tippen, Wischen und Kippen mag für Gelegenheitsgamer passen, Profis rümpfen da höchstens die Nase – Es sei denn, man drückt ihnen das Zubehör des schwedischen Unternehmens Fructel in die Finger.

Noch vor Weihnachten 2011 möchte das Unternehmen für knapp GBP 50 (circa EUR 60 Euro) das so genannte Gametel auf den Markt bringen. Es handelt sich hierbei um ein Gamepad, welches über einen Aufsatz für ein aktuelles Smartphone mit Android-Betriebssystem verfügt. Das Handy klemmt man in eine vorgegebene Schiene, welche sich über dem eigentlichen Controller befindet. Prompt entsteht eine mobile Spielkonsole, die vier Aktionsknöpfe, zwei Schultertasten, ein Steuerkreuz und zwei Funktionsbuttons (Start, Pause) besitzt. Das Layout erinnert sehr an klassische Joypads aus alten Super Nintendo-Tagen oder gar das Sony Ericsson Xperia Play – sicher kein Zufall!

Die Verbindung zum Smartphone baut das Gametel über Bluetooth auf, Kabel müssen also nicht angeschlossen werden. Zudem steckt in dem Gerät ein Akku, welcher über USB aufgeladen wird und bis zu neun Stunden Spielspass bieten soll. Allerdings: Von Haus aus unterstützt Gametel freilich nicht alle im Android Market verfügbaren Spiele. Vielmehr sind Entwicklerstuben dazu aufgerufen, ihre Apps für die Peripherie anzupassen, mittels eines bereits erhältlichen SDK. Immerhin existiert schon jetzt eine grosse Liste an Titeln, die Gametel unterstützen. Darunter sind auch namhafte Spiele wie Asphalt 5 HD, Guns’n Glory, Muffin Knight, R-Type oder Reckless Getaway. Eine Liste der unterstützen Games findet sich hier.

Interessant sind ferner einige von Fructel vorgestellte Konstellationen: Schliesst man seine Smartphone via HDMI an einen HDTV an und setzt zwei Gametel-Controller via Bluetooth ein, kann das Telefon quasi als Spielkonsole dienen. Gametel fungiert dann als normales Eingabegerät, bei dem kein Handy draufsteckt. Ebenfalls werden auch iPhone, iPad und iPod Touch unterstützt, sofern auf diesen Spiele mit iCade-Unterstützung installiert sind. Viele sind das derzeit aber noch nicht.

Ausserdem stellen sich nach wie vor einige Fragen: Kann man jedes beliebige Smartphone auf das Gametel stecken? Oder sind verschiedene Modelle für Touchscreen-Alleskönner mit 3 oder 4 Zoll-Displays vorgesehen? Und sind Entwickler gewillt, ihre Spiele für Gametel anzupassen? Die Zukunft wird zeigen, ob und wie solches Game-Zubehör bei den Spielern ankommt.

 

Sven Wernicke

Sven Wernicke hat eine Vorliebe für verspielte Gadgets, kunterbunte LEDs und Technik, die unterhalten möchte.  Wenn ihm als Freiberufler noch etwas Freizeit bleibt, bastelt er an seinen eigenen Projekten,  darunter Polygamia.de und GamingGadgets.de.

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