Wacom Inkling im Test (1/2):
Analog Zeichnen, digital aufzeichnen.

Wacom produziert mit dem Inkling einen Kugelschreiber, der alles Gezeichnete in eine Vektordatei mit mehreren Ebenen umwandelt. Diese Datei kann dann über USB an einen Rechner übertragen und bearbeitet werden. Wir haben den Inkling in der Praxis getestet.

Wacom Inkling (Bilder: Frank Müller)

Wacom Inkling (Bilder: Frank Müller)

Eins vorweg: Der Inkling wandelt Geschriebenes nicht in Text um, man muss sich also keine besondere Mühe mit seiner Handschrift geben, sondern kann so schreiben wie sonst auch. Allerdings kann man das Geschriebene später eben nicht als Text bearbeiten, es wird als Grafik, oder als Ebene einer Grafik gespeichert.

Gedacht ist der Inkling hauptsächlich für zeichnende und skribbelnde Menschen, Illustratoren, Designer, Architekten und ähnliche Berufe. Die können mit dem Inkling auf Papier zeichnen statt auf einem der Tablets, für die Wacom berühmt ist. Und trotzdem ist es möglich, wie beim Tablet durch einen Knopfdruck eine neue Ebene anzulegen. Damit könnte Wacom die Kreativen erreichen, die das Gefühl brauchen, auf Papier zu arbeiten. Ausserdem ist der Inkling natürlich viel mobiler als ein Tablet. Aber sehen wir uns zunächst die Hardware an.

Wacom InklingWacom InklingWacom InklingWacom Inkling
Wacom InklingWacom InklingInkling

Die Hardware

Wer den Wacom Inkling kauft, bekommt mehr als nur einen Stift. Es gehört auch noch eine Ladestation sowie ein kleiner Clip dazu, der oben am Papier befestigt wird, auf dem man schreibt, so dass das Blatt aussieht wie auf einem Klemmbrett befestigt. Dieser Stift speichert die Zeichnungen als Dateien und überträgt sie später auf den Rechner.

Die Ladestation des Wacom Inkling ist ein kleines Kästchen, in dem Stift, Clip ein kurzes USB-Kabel sowie 4 Ersatzminen aufbewahrt werden. Denn natürlich kann nicht jede beliebige Kugelschreibermine für den Inkling verwendet werden, es muss schon eine spezielle sein.

Zunächst muss man jedoch den winzigen Akku in den Inkling einlegen, die Kappe wieder schliessen und den Stift in die Halterung des Kästchens schieben. Ein Federmechanismus lässt ihn einrasten und gibt ihn auf Druck wieder frei.

Wacom Inkling

Wacom Inkling

Dann das kurze USB-Kabel aus dem Kästchen nehmen und die Ladestation mit dem Rechner verbinden, um Clip und Stift voll aufzuladen. Ist das geschehen, leuchten die jeweiligen LEDs nicht mehr rot, sondern grün.

Die Handhabung

Da meine zeichnerische Begabung als eher unterdurchschnittlich einzustufen ist, habe ich eine befreundete Illustratorin gebeten, schnell mal mit dem Inkling etwas zu skribbeln. Outi Kaden arbeitet unter anderem für den Oetinger Verlag und illustriert am liebsten Kinderbücher.

Bisher konnte sie sich nicht mit einem Tablet anfreunden und ist auch generell kein technikbegeisterter Nerd. Darum interessierte mich besonders, wie sie mit dem Wacom Inkling zurechtkommen würde. Schliesslich gehört sie genau zur Zielgruppe.

Wie erwartet, gab es keine Probleme. Mit der Technik muss man sich nicht gross auskennen. Inkling und Clip aus der Ladestation nehmen, Clip oben am Block oder Blatt befestigen und loszeichnen. Eine grüne Leuchte am Clip signalisiert die reibungslose Funktion. Will man eine neue Ebene anlegen, drückt man kurz die entsprechende Taste auf dem Clip. Ist man fertig, kommt alles wieder zurück in die Ladestation. Und dann kommt der spannende Moment. Wie sieht die Zeichnung auf dem Rechner aus? Das verraten wir im zweiten Teil unseres Tests.

Wer sich inzwischen schon mal weiter informieren möchte, klickt einfach auf die Informationsseite von Wacom. Der Inkling (Affiliate-Link) kostet übrigens knapp EUR 170.

 

Frank Müller

Frank Müller ist Vater von 4 Töchtern (mit 1 Frau) und vielseitig interessierter Mac-Nerd, der auch Linux nicht abgeneigt ist. Er arbeitet hauptberuflich als Creative Director und Werbetexter und bloggt ab und zu.

Mehr lesen

Fiftythree Pencil ausprobiert: Schöner Stylus mit Extra-Funktionen, leider teuer

4.8.2014, 1 KommentareFiftythree Pencil ausprobiert:
Schöner Stylus mit Extra-Funktionen, leider teuer

Pencil von Fiftythree ist ein Bluetooth-fähiger Stylus für das iPad und andere Tablets, der seine Stärken vor allem in der Zusammenarbeit mit der iPad App Paper ausspielt. Wir haben Pencil mit Paper und anderen Apps ausprobiert.

Rotring 800+ Feinminenstift mit Touchscreen-Stylus: Schreiben und Zeichnen, analog und digital

29.7.2014, 0 KommentareRotring 800+ Feinminenstift mit Touchscreen-Stylus:
Schreiben und Zeichnen, analog und digital

Der neue Rotring 800+ ist sowohl Feinminenstift mit 0,5-mm-Bleistiftmine als auch Stylus. Mit einem Dreh kann man die Spitze wechseln und entscheiden, ob man auf Papier oder einem kapazitiven Display schreibt oder zeichnet.

TruGlide Apex: Touchscreen-Stift, der anders ist

7.11.2013, 4 KommentareTruGlide Apex:
Touchscreen-Stift, der anders ist

Touchscreen-Stifte haben üblicherweise recht dicke Schreibspitzen. Nicht so der Truglide Apex: Dessen dünne Spitze hat dafür gesorgt, dass bei Kickstarter genügend Unterstützer für ein erfolgreiches Funding zusammen kamen.

FiiO X5 High-Res-Player ausprobiert: Scrollrad statt Touchscreen

14.9.2014, 2 KommentareFiiO X5 High-Res-Player ausprobiert:
Scrollrad statt Touchscreen

FiiO X5 ist der neueste High-Res-Mediaplayer des chinesischen Spezialisten FiiO. Der große Bruder des FiiO X3 verfügt über eine Drehrad-Steuerung, die ein wenig an den iPod Classic erinnert, den Apple gerade diese Woche aus dem Programm genommen hat. Er spielt Daten in allen möglichen gängigen Audioformaten ab, darunter die sechs verlustfreien DSD, APE, FLAC, ALAC, WMA und WAV.

tizi Turbolader ausprobiert: Dreifach-Power aus der Kfz-Bordsteckdose

8.9.2014, 5 Kommentaretizi Turbolader ausprobiert:
Dreifach-Power aus der Kfz-Bordsteckdose

tizi Turbolader ist ein USB-Ladegerät für die Bordsteckdose von Kraftfahrzeugen. Mit dem Turbolader kann man gleichzeitig zwei Tablets und ein Smartphone laden. Wir haben es ausprobiert.

Creative Sound Blaster Roar SR20 ausprobiert: Klangvolle kleine Bluetooth-Box mit Zusatzfunktionen

30.8.2014, 0 KommentareCreative Sound Blaster Roar SR20 ausprobiert:
Klangvolle kleine Bluetooth-Box mit Zusatzfunktionen

Die Sound Blaster-Familie von Creative hat Zuwachs bekommen. Der kompakte Bluetooth-Lautsprecher Sound Blaster Roar SR20 überzeugt mit sattem Klang und interessanten Zusatzfunktionen

Wacom Inkling im Test Teil 2: Vom Stift in den Rechner.

18.11.2011, 8 KommentareWacom Inkling im Test Teil 2:
Vom Stift in den Rechner.

Im ersten Teil unseres Tests haben wir die Hardware des Wacom Inkling vorgestellt, der Kugelschreiber, der analoge Skizzen und Zeichnungen digital speichert, so dass man sie am Rechner weiterverarbeiten kann. Jetzt zeigen wir, wie die Dateien auf den Rechner kommen.

Wacom Bamboo Pen & Touch: Grafiktablet-Familie für Stift und Finger

28.9.2011, 3 KommentareWacom Bamboo Pen & Touch:
Grafiktablet-Familie für Stift und Finger

Die Grafiktablets kann man nicht nur mit Stift den Computer bedienen, sondern auch per Finger und Multitouch-Gesten sowie auch kabellos.

Wacom Inkling: Missing Link zwischen analogen und digitalen Skizzen

1.9.2011, 2 KommentareWacom Inkling:
Missing Link zwischen analogen und digitalen Skizzen

Wacom stellt den Inkling vor, einen Stift, mit dessen Hilfe man ganz normal auf Papier schreibt und zeichnet. Die Skizzen und Notizen werden als Bilddatei mit Ebenen auf dem PC oder Mac gespeichert.

5 Kommentare

  1. Hallo!

    Konntet Ihr feststellen, dass sich das aufgenommene “Bild” nach unten (je weiter vom Empfangsteil weg) verzerrt? Ich habe von einem anderen Tester im Netz gelesen, dass dieses Problem anscheinend vorkommt?

    Vielen Dank für die Antwort!

    • Hallo TT, das von dir beschriebene Problem habe ich nicht festgestellt. Allerdings gab es leichte Verschiebungen. Das siehst du im zeiten Teil des Tests, der demnächst hier mit Beispielen erscheint.

    • Vielen Dank für die Antwort ! Ja, dann freue ich mich auf den 2ten Teil ! :-)

  2. Die hübsche Idee nützt natürlich nichts, wenn das seit Monaten angekündigte Produkt schlichtweg nicht lieferbar ist. In USA ist es immerhin offiziell vorgestellt, aber wohl auch kaum tatsächlich lieferbar. In D hat Wacom die Termine immer wieder verschoben, auch die Händler, die das im Vertrauen auf Lieferzusagen angeboten haben, stehen jetzt im Regen. Da hat Wacom sich nicht mit Ruhm bekleckert. Bleibt nur zu hoffen, dass das Teil irgendwann mal wirklich auf den Markt kommt und dann auch den Anpreisungen entspricht…
    Ach ja, der Preis im Affiliate-Link ist deutlich zu hoch, z. B. bei puremac kostet das Teil 20,10 EUR weniger… oder würde es, wenn es denn lieferbar wäre. Aber das ist es bei Amazon natürlich auch nicht, da nicht mal Wacom im eigenen Store liefern kann.

  3. Dazu habe ich gleich zwei Fragen:
    - Wie viel kostet eine Stiftmine?
    - Verfügt Inkling über einen Echtzeit-Modus wie der A2 Smart Pen?

Ein Pingback

  1. [...] ersten Teil unseres Tests haben wir die Hardware des Wacom Inkling vorgestellt, der Kugelschreiber, der analoge Skizzen und [...]

Kommentar schreiben

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.

* Pflichtfelder