Kodak Easyshare Touch M5370 im Test (2/2):
Tagge mich, share mich
Die Kodak Easyshare M5370 verspricht Aufnahmen in 720p – Das (und mehr) können Smartphones auch. Was also kann sie besser als ein Smartphone? Wir finden es heraus.
Wie sich im ersten Teil des Tests zeigte, schiesst die Easyshare Touch M5370 unter günstigen Bedingungen recht gute Bilder. Anspruchsvollere Sujets können aber schnell verrauschen und/oder verwackeln. Bei Videos ist Bewegung freilich nicht zu verhindern. Wie schlägt sich die Kompaktkamera in dieser Disziplin?
Bilder am laufenden Band
Mit Videos kann die Kodak M5370 gut umgehen. Sie werden im 16:9-Format aufgenommen, in einer Auflösung von 720p. Die Datenrate ist mit rund 8 MBit/s gross genug für detailreiche Bewegtbilder. In Ermangelung eines zweiten Mikrofons, nimmt die Kodak nur Mono mit 65kBit/s bei 48kHz auf. Es ist zwar keine Bildstabilisator-Einstellung zu erkennen, doch meine zittrige Hand wurde zweifelsfrei ausgeglichen, selbst bei langer Brennweite. Vor allem die Farben gefallen, sie wirken natürlich und neutral ohne erkennbaren Farbstich.
Vor Beginn der Aufnahme sollte man die entsprechende Zoomstufe wählen, denn während der Aufnahme ist diese nicht mehr änderbar. Einzig der Digitalzoom lässt sich ansprechen – aber wer will schon die berüchtigten Digitalzoom-Artefakte in seinen Videos? Wer diesen dennoch betätigt, erhält völlig verrauschte, detailarme und grobpixelige Bilder. Das ist im angehängten Video gut erkennbar. – Übrigens sind Schwäne, weisse Terrier und andere grosse weisse Flächen für fast alle Kameras ein Problem; da kann man der M5370 keinen Vorwurf machen.
Social Networking
Kodak integriert alle bekannten Netzwerke und Upload-Portale, die denkbar wären: Facebook, Twitter, flickr, YouTube, Orkut, Kodak Gallery und viele mehr. Sobald das Foto geschossen wurde, betätigt man die Share-Taste, wählt die entsprechenden Portale aus und… muss sich gedulden, bis man die Kamera an einen PC anschliessen kann. Die Kamera ist nämlich nicht in der Lage, sich über beispielsweise W-LAN oder UMTS mit dem Internet zu verbinden. Immerhin, kann sich die Kamera bis zu 20 Gesichter merken und taggt diese sogar automatisch, so dass hinterher die Personen bereits «beschriftet» sind. Die Software, welche die Bilder dann ins soziale Web hochlädt läuft übrigens nur mit Windows PCs und Apple Computern, Linux-Nutzer bleiben auf der Strecke.
Der Touchscreen spielt seine Stärken bei der rudimentären Bildbearbeitung auf der Kamera aus: Farbeffekte, wie das «Wegmalen» der Farbe, Unschärfeeffekte oder einfügen von Texten, geht leicht von der Hand. Es ist sicherlich nicht die angenehmste Art auf dem kleinen 3-Zoll-Screen zu fummeln, vor allem, wenn man am Ende immer noch einen PC benötigt. Immerhin geht die Bildbearbeitung auf der Easyshare ganz ohne Softwareinstallation und kinderleicht von statten.
Fazit
Die Kodak M5370 Easyshare Touch ist eine gute Kompaktkamera. Der Weissabgleich zeugt von der profunden Erfahrung Kodaks im Bildbereich; auch Videos sind in hoher Auflösung machbar – wenngleich nicht in FullHD. Leider verzerrt die Linse in den Randbereichen und Bilder sind verrauscht, wenn man mehr als 50% vergrössert. Es ist also wichtig, das richtige Motiv und die korrekte Komposition vorher auszuwählen, da vergrösserte Ausschnitte unscharf und detailarm sind. Wer «voll auf social media abfährt», hat hier die Konkurrenz zum Smartphone gefunden: Er kann Gesichter direkt auf der Kamera taggen und die Bilder ganz einfach auf die Sozialen Netze laden, wenn er die Kamera mit einem PC oder Mac verbindet.
Die Kodak M5370 ist ein typischer Vertreter der Riege «Man erhält, was man bezahlt». So richtig überzeugen kann sie mich nicht, der Social Media Hype hat mich wohl noch nicht erreicht. Wer auf die Netzwerkfunktion verzichten kann, sollte sich Modelle der letzten zwei Saisons anschauen. Die sind mittlerweile etwa gleich teuer liefern aber möglicherweise bessere Bilder.
- Kodak Easyshare Touch M5370 im Test (1/2): Immer-Dabei-Kamera (4. November 2011)
- Kodak Easyshare Touch M5370 im Test (2/2): Tagge mich, share mich (4. November 2011)




















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