Der grosse Bluetooth-Headset-Vergleichstest (1/7):
Die Teilnehmer und Spezialbegriffe kurz erklärt
Im grossen Vergleichstest treten die aktuellen Bluetooth-Headset-Modelle der wichtigsten Hersteller gegeneinander an. Wer meistert den Alltagstest am souveränsten?
Die Geräte lassen sich in zwei Kategorien einteilen: «Büro, Lärm, NoiseCancelling» und «Sport, Schweiss, Stereo».
Die Kandidaten
Für die Business-Kategorie sollten die Headsets klein, handlich und mit Geräuschunterdrückung ausgestattet sein, hier lieferten sich die folgenden Geräte einen erbitterten Wettstreit:
- GN Netcom Jabra Supreme (Affiliate-Link)
- Nokia J (Affiliate-Link)
- Motorola HX550
- Plantronics Savor M1100 (Affiliate-Link)
- Sony Ericsson MW-600 (Affiliate-Link)
- LG HBM570 (Affiliate-Link)
(Samsung wird das HM7000 Anfang November nachreichen.)
In der zweiten Kategorie geht es um Stereoklang und Schweissresistenz. Angetreten sind die folgenden Headsets:
- GN Netcom Jabra Sport (Affiliate-Link)
- Motorola S10
- Nokia BH-111 (Affiliate-Link)
- Plantronics Backbeat 903+ (Affiliate-Link)
- Sony Ericsson HBH-IS800
(Das Sony Ericsson MW-600 wird mit einem Coupon für eine Office-Suite und eine Antiviren-Software für Android Handys ausgeliefert, deshalb wurde es in die Business-Kategorie eingeteilt und dem HBH-IS800 die Sportdisziplin zugewiesen, obwohl beides Stereokopfhörer sind.)
Vor dem eigentlichen Testbericht sind noch einige Fachbegriffe zu klären:
Multipoint-Advanced / Advanced-Multiuse / Multi-Connection
Man ist in der Lage mehr als ein Handy mit dem Headset gleichzeitig zu verbinden. Wenn es auf einem der beiden Geräte klingelt kann man am Headset den Anruf beantworten. Im Test waren alle Kopfhörer dazu in der Lage und konnten bis zu acht Geräte pairen.
Dieses Bluetooth-Profil ermöglicht die Übertragung von Musik in ausreichend guter Qualität, normalerweise in Stereo. Die Business-Headsets empfangen Musik und andere Klänge des Smartphones aber auch in guter Monoqualität. Alle Kandidaten, ausser dem Nokia J, sind dazu in der Lage. Das Nokia J dagegen arbeitet mit dem qualitativ schlechteren HSP-/HFP-Profil. Dementsprechend klingt es deutlich schlechter als seine Mitstreiter.
AVRCP
Steht das auf der Verpackung, kann das Headset die MP3-Player-Funktion eines Handys steuern: Musik vorspulen, pausieren und Lautstärke verändern. Die Monoheadsets sind in Ermangelung eigener Tasten nicht fähig dazu, bei den Stereogeräten sind Tasten teilweise doppelt belegt, um diese Funktionen zu aktivieren.
Jeder Hersteller nennt seine Geräuschunterdrückung anders, genauso vielfältig sind auch die Ergebnisse. Sobald Umgebungsgeräusche auftreten, werden diese digital herausgefiltert, dazu nutzen die Hersteller zwei bis drei Mikrofone. In das eine spricht man hinein, das andere schnappt Umgebungsgeräusche auf, so weiss das Headset zwischen Lärm und Stimme zu unterscheiden und filtert unerwünschte Geräusche heraus. In der Theorie klingt das recht gut, praktisch funktioniert es nur bedingt. Je leiser die Störgeräusche, desto besser klappt das.
Klang
Klanglich geben die Stereoheadsets wenig Grund zur Beanstandung. Als echte Sportkopfhörer können nur das Motorola S10 und das Jabra Sport durchgehen, die beide gegen Schweiss geschützt sind. Das Plantronics Backbeat 903+ sitzt zwar fest am Ohr, doch wie Peter Sennhauser bereits berichtet hat, ist die Elektronik nicht gegen Feuchtigkeit geschützt. Die anderen Teilnehmer kommen ohne grössere Abdichtungen aus. Sie klingen ähnlich gut, und können auch mit den eigenen Kopfhörern genutzt werden, was einen grossen Vorteil darstellt. Dafür hat man wiederum mehr Kabel am Körper hängen, was der Idee «kabelloser Freiheit» entgegensteht. Windabschirmung
Die Mono-Headsets mit Geräuschunterdrückung arbeiten unterschiedlich gut. Es zeigt sich, dass es besser ist auf windabschirmende Materialien zu setzen, so schweigt das Jabra Supreme selbst bei heftigstem Sturm, wenn andere nur noch unangenehmes Rauschen liefern; auch die Hardware-Dämmung des Sony Ericsson MW600 schlägt sich besser, als all die digitalen Rauschalgorithmen der Konkurrenz. Andererseits benötigt man auch eine ausgeklügelte Elektronik, um Umgebungslärm effektiv auszublenden.
Zusatz-Apps
Einen echten Gewinner oder Verlierer gab es im Test nicht, sämtliche Headsets liefern gute Qualität. Das ist auch der Grund, wieso die Hersteller mehr auf das Drumherum achten, Motorola liefert die kostenlose Android-Applikation «MotoSpeak», mit der man Texte diktieren und anhören kann. Plantronics schenkt ein Gratisjahr beim Service Vocalyst, der über Sprachsteuerung Twitter-Feeds vorliest und Emails versendet und Jabra gibt seinem Headset den kostenlosen Service Endomondo mit auf den Weg.
Genug palavert, die nächsten Teile werden die Geräuschunterdrückung unter die Lupe nehmen, bis wir uns dann dem «Spocht» widmen und die Stereoqualitäten beim Joggen testen werden. Soviel vorweg: Das Ursprungsland des Kronfavoriten hat ein Königspaar.
- Der grosse Bluetooth-Headset-Vergleichstest (1/7): Die Teilnehmer und Spezialbegriffe kurz erklärt (14. Oktober 2011)
- Der grosse Bluetooth-Headset-Vergleichstest (2/7): Jabra Supreme und Motorola HX550 (16. Oktober 2011)
- Der grosse Bluetooth-Headset-Vergleichstest (3/7): Plantronics Savor M1100 und Nokia J (19. Oktober 2011)
- Der grosse Bluetooth-Headset-Vergleichstest (3b/7): Sony Ericsson MW600 und LG HBM570 (22. Oktober 2011)
- Der grosse Bluetooth-Headset-Vergleichstest (4/7): Jabra Sport und Motorola S10 (24. Oktober 2011)
- Der grosse Bluetooth-Headset-Vergleichstest (5/7): Plantronics Backbeat903+ und Sony Ericsson HBH-IS800 (28. Oktober 2011)
- Der grosse Bluetooth-Headset-Vergleichstest (6/7): Nokia BH-111 und ein Nachzügler Jawbone Icon (29. Oktober 2011)
- Der grosse Bluetooth-Headset-Vergleichstest (7/7): Welches nehm’ ich denn jetzt? (31. Oktober 2011)












































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14. Oktober 2011 um 12:38
Wer Umgebungslärm wirklich filtern will, sollte sich das Jawbone ERA ansehen… der Effekt wie im Werbespot gezeigt ist Tatsache und verblüfft!
14. Oktober 2011 um 20:03
Da kann ich Hans-Jörg nur zustimmen. Auch ich habe das Jawbone ERA und bin restlos begeistert. Klein und schnuckelig. Und vor allem absolut nebengeräuschfrei. Ich will da wirklich nichts mehr anderes in mein Ohr lassen.
Der einzige kleine Nachteil besteht darin, dass die Nebengeräuschvermeidung durch eine Abnahme des Schalls am Kieferknochen (Jawbone) erfolgt und deshalb das Headset perfekt am Knochen aufsitzen muss. Wenn dem nicht so ist, bekommt man das erst durch die Beschwerde des Gegenübers mit. Kommt aber glücklicherweise nicht häufig vor.
14. Oktober 2011 um 21:44
Aber wehe, das Jawbone bekommt von irgendwo Wind – das ist dann kaum zu bändigen (jedenfalls meines nicht). Dazu klingt es konstruktionsbedingt etwas dumpfer, weil es die Stimme ja vom Kieferknochen abnimmt. Und leider habe ich auch nicht die passenden Ohren dafür – jedenfalls nicht, wenn ich das mitgelieferte Zubehör verwende (Gummis, Ohrhaken). Musste von einem anderen Hersteller ein In-Ear Gummi nehmen, damit es sitzt.
15. Oktober 2011 um 12:45
Ooops, da habe ich wohl einen Hersteller übersehen. Ich werde versuchen einen Test des Jawbone nachzureichen und ihn gegen den Testsieger dieses Vergleiches antreten lassen.
Allerdings sollten wir die Preise nicht außer Acht lassen: Der teuerste Vertreter bringt gerade mal 80€ zusammen, das Jawbone Era kostet 30-40€ mehr – der Testsieger ist sogar noch billiger!
15. Oktober 2011 um 14:25
Naja, es gibt ja auch noch den Jawbone ICON Serie. Hiervon habe ich eines seit ca. 1,5 Jahren im Einsatz. Ist der Vorgänger des ERA und etwas schwächer in der Rauschunterdrückung und der Sprachqualität. Jedoch immer noch einwandfrei in der Funktion. Benutze ihn nur noch im Privatwagen, dennoch glaube ich, dass er die meisten Headsets in puncto Rauschunterdrückung schlägt und auch in vielen Shops für ca. 80€ zu haben ist.
Klar, Wind ist immer schlecht für ein Mikro. Aber das Phänomen ist auch bei allen anderen Headsets, die ich probiert habe zu sehen. Wenn jedoch das JAWBONE gut am Backenknochen anliegt, dann drückt es auch anständig die Windgeräusche weg. Nun telefoniere ich meist nur im Auto damit und kann somit weniger auf “Winderfahrung” zurückgreifen. Jedoch lässt sich mit dem JAWBONE auch locker bei offenem Fenster auf der Autobahn telefonieren, ohne dass der Gegenüber davon etwas groß mitbekommt. Das muss man erst mal mit einer normalen Freisprechanlage schaffen.
Das größere Problem ist jedoch bei starken Nebengeräuschen die Stimme des Gegenüber zu verstehen. Da ist das Jawbone in der Lautstärke eher schwach ausgelegt.
14. Oktober 2011 um 23:42
Sorry, muss da korrigieren! Das Audiodignal kommt immer noch vom Mikro. Der Wangensensor erkennt “nur”, dass gesprochen wird und ordnet dieses Muster dem Audiosignal zu, welches dann von allen anderen Audioinhalten entledigt wird. Alle anderen schallabnehmenden Systeme wie eustachsche Röhre-Adaption oder Kehlkopf-Mikros etc. sind fürs Militär geeignet, aber dann hat es sich. ERA hat übrigens schon die Version 3 des Systems.
15. Oktober 2011 um 14:30
Klar, du hast recht. Ich habe mich etwas ungeschickt ausgedrückt. Jedoch nimmt der JAWBONE nicht nur die Erkenntnis auf, dass Gesprochen wird, sondern auch welche Frequenzen dabei zum Einsatz kommen. Dies brauch er nämlich, um sie mit den Frequenzen aus dem Mikro abzugleichen und die erforderlichen (nicht genutzten) Muster auszuklammern.
Funktioniert wirklich gut. Es gibt übrigens auch hiervon eine militärisch genutzte Variante, die von Jawbone produziert wird. Soll mit der zivilen Variante identisch sein. Habe ich gehört ;-).
18. Oktober 2011 um 22:10
Leute Leute Leute… hier werden echt Äpfel mit Birnen verglichen.
Gegen das Jabra Extrem kann niemals ein Headset getestet werden, welches den Schwerpunkt auf Musik hat. Gegen Jabra extrem steht das Plantronics Discovery 975 oder Voyager HD.
Man unterscheidet in der Bluetooth Headsetwelt mittlerweile zwischen Privat und Business.
Dies nur als netter Tipp.
19. Oktober 2011 um 8:36
Hallo Kai,
wie meinst Du das? Es gibt extra zwei Kategorien: Sport/Stereo und Business/Mono.
Die Hersteller haben selbst entschieden, was sie einschicken und für welche Kategorie.
Einzig das Plantronics habe ich aktiv ausgesucht, weil es frisch auf den Markt kam und drei Mikrofone hat. Drei sind immerhin mehr als zwei beim Supreme oder dem Voyager Pro. Die Plantronics Homepage sagt auch, die Platzierung helfe gegen direkten Wind.
Kann Deine Kritik diesbezüglich verstehen. Warte doch den Test ab, vlt. änderst Du dann Deine Meinung.
Gruß kai!
09. August 2012 um 12:01
Mein zweites Motorola S10-HD hat gerade den Geist aufgegeben. Eigentlich wäre es das PERFEKTE Sport-Headset. Sitzt bombenfest und hat eine extreme Reichweite (quer durch eine Sporthalle). Das Problem: Entgegen dem, was hier geschrieben wurde ist es keineswegs schweissfest. Zumindest nicht bei längerer Nutzung. Der verwendete Klebstoff löst sich bei Sommertemperaturen nach nur wenigen Tagen, wodurch es nicht mehr Wasserfest ist und kurze Zeit später gibt das Ding dann unweigerlich den Geist auf.
Solche Vergleichstests wie hier machen nur Sinn, wenn man die Headsets mindestens einen Monat ausgiebig benutzt. Das Schweissproblem tritt bei fast allen Headsets erst nach einiger Zeit auf.
09. August 2012 um 21:09
Hallo Mailmann,
kann das (glücklicherweise) nicht bestätigen. Das S10-HD hat sich aus meinem Bekanntenkreis jemand gekauft, der wirklich gar nicht pfleglich damit umgeht: Haus renovieren (sehr schweißtreibend), in Sonne und Regen liegen lassen und auch ab und an fällt es mal zu Boden. Er ist weiterhin damit zufrieden und es funktioniert perfekt.
Ich gebe jedoch zu, dass ich keine Klimakammer habe und deshalb nicht testen kann, wie sich ein Headset nach mehreren Monaten Alltagsgebrauch schlägt – doch dafür sollte die Garantie sein. Wenn der Kleber sich nachweislich löst, ist das ein klarer Fall für einen Austausch.
Gruß
kai!