Steve Jobs ist tot:
Die Welt hat einen der grössten IT-Poeten verloren

Steve Jobs ist tot. Apple verliert eine Führungspersönlichkeit, die für ihre aussergewöhnliche Detailversessenheit berühmt war – und den kommerziell erfolgreichsten IT-Poeten seiner Zeit.


Steve Jobs, kommerziell erfolgreichster IT-Poet seiner Zeit {pd Apple;http://www.apple.com/pr/bios/steve-jobs.html}
Steve Jobs, kommerziell erfolgreichster IT-Poet seiner Zeit (Quelle: pd Apple)
Als Steve Jobs sein Amt als CEO niederlegte, schwappte eine Welle von Quasi-Nachrufen über Zeitungen, Blogs, die Walls und Streams bei Twitter, Facebook und Google+. Vic Gundotra beispielsweise berichtete davon, wie Steve Jobs sich an einem Sonntagmorgen persönlich dafür eingesetzt habe, dass ein Google-Icon für eine iPhone App angepasst worden sei. Das bemerkenswerte an dieser Geschichte ist auf den ersten Blick, dass der CEO einer wertvollsten Firmen der Welt sich um ein Icon kümmerte.

Auf den zweiten Blick steckt mehr dahinter: Detailversessene Menschen gibt es zuhauf, nicht diese Eigenschaft allein ist es, die Steve Jobs zu einer Ausnahmeerscheinung hat werden lassen. An Gundotras Posting verdient eine kurze Passage Aufmerksamkeit: «A few minutes later on that Sunday I received an email from Steve with the subject ‹Icon Ambulance›.»

Es ist die Betreffzeile der Email, welche auf Jobs’ wirkliches Ausnahmetalent in Verbindung mit seiner Detailversessenheit hinweist. Jobs war ein brillanter Geschichtenerzähler, der um die Kraft sorgfältig gewählter Worte wusste. In diesem Zusammenhang gelang es ihm, mit humorvoller Wortwahl die Dringlichkeit seines Anliegens zu veranschaulichen.

Was in dieser Betreffzeile durchschimmert, kam in den unzähligen Keynotes und Werbespots voll zum Tragen. Wie kein anderer Spitzenmanager der IT-Branche war Jobs in der Lage, Geschichten davon zu erzählen, wie Computer unseren Alltag verändern konnten. Indem er kaum je über Pixel und Gigahertz sprach, sondern über Use Cases – das heisst Menschen–, erzeugte er eine emotionale Verbindung zwischen Apple und seinen Kunden.

Jobs und seine Mitstreiter erzählten, dass dank der FaceTime-Kamera des iPhone 4 Familienmitglieder einander näher sein können; Apples jüngster Spross Siri, tritt in einem Werbevideo auf als Helfer einer Sehbehinderten.

Jobs verkaufte seinen Kunden viel mehr als ein MacBook Air oder ein iPhone. Er verkaufte mit diesen Produkten Geschichten über das Leben, die Zugehörigkeitsgefühl stiften konnten – warum sonst sollten Fanboys in Internetforen für «Ihre» Firma gegen jene in den Ring steigen, die Jobs Erzählungen ignorierten oder für abwegig erklärten?

Selbstverständlich liegt Apples Erfolg auch in Invention und Innovationen begründet. Natürlich haben Jobs und sein Management ein gutes Gespür dafür gehabt, wann eine Technologie reif für den Massenmarkt war. Und ohne herausragendes Industrial Design ist Apples Erfolgsgeschichte undenkbar. Mit entscheidend aber war, dass Apple in der Ära Jobs’ wie keine andere Firma ihre Produkte mit emotional starken Narrativen verknüpfte.

Nun, da Steve Jobs, der kommerziell erfolgreichste IT-Poet seiner Generation, gestorben ist, drängen sich mit Blick auf Apple zwei Fragen auf: Ist es Apple gelungen, einen begabten Geschichtenerzähler aufzubauen, der die Lücke füllen kann die Jobs hinterlässt? Falls nicht, wird das Ausbleiben kraftvoller Narrative Apples Erfolg beeinträchtigen? Anders gesagt: Es wird sich zeigen, ob und wie wichtig ein versierter Geschichtenerzähler für den Erfolg einer ganzen Unternehmung ist.

So oder so, diese persönliche Bemerkung sei mir erlaubt: Ich werde Steves Geschichten vermissen.

Als herausragendes Beispiel für Jobs erzählerische und rhethorische Fähigkeiten mag dieses Video von 2005 gelten:

Mehr lesen

iFeng 4S: Das bläst dich glatt um!

2.2.2012, 3 KommentareiFeng 4S:
Das bläst dich glatt um!

Die Verballhornung eines Produktnames kann zu lustigen Konsequenzen führen. Das iFeng 4S ist ein solches Beispiel, das nicht unschuldig an dieser Irreführung ist.

iSupport Cine Bundle: Professionelle Videos mit dem iPhone

30.1.2012, 4 KommentareiSupport Cine Bundle:
Professionelle Videos mit dem iPhone

Mit dem iPhone 4S kann man recht gute Videos aufnehmen. Mit dem iSupport werden diese auch wackelfrei.

27.1.2012, 0 KommentareSony X-Serie:
Vier neue Dockingstationen für iDevices von Sony

Sony erweitert seine X-Serie um vier weitere Docking-Stationen für Smartphones und Tablets und verspricht kabellosen Musikgenuss über AirPlay und Bluetooth. Vom Akku-versorgten gartentauglichen Gerät bis zur 200-Watt-Hifi-Station für das Wohnzimmer zuhause, man versucht für jeden Anwendungszweck das passende Gerät bereitzustellen.

Lebe wohl, iCEO: Zu Steve Jobs\' Rücktritt

25.8.2011, 7 KommentareLebe wohl, iCEO:
Zu Steve Jobs' Rücktritt

Am 24. August kündigte Steve Jobs seinen sofortigen Rücktritt als CEO von Apple an. Damit verliert die IT-Welt ihre schillerndste Persönlichkeit.

Steve Jobs\' Keynote: Wundersame Pixelmehrung

9.6.2010, 9 KommentareSteve Jobs' Keynote:
Wundersame Pixelmehrung

Jobs' Keynote ist als Video verfügbar - Inzwischen wird ihm Schummelei vorgeworfen.

iPhone: Das beste Multitasking statt das erste

9.4.2010, 15 KommentareiPhone:
Das beste Multitasking statt das erste

100 neue Features kriegt das iPhone mit dem neuen Betriebssystem OS4, darunter Multittasking

7 Kommentare

  1. steve
    schrieb am 6. Oktober 2011 um 13:15 Uhr (#)

    Ich habe noch nie für mein bisheriges Leben ein Apple-Produkt gebraucht…

    Im Gegenteil: Handys lösen ja nur Krebs aus (siehe Steve Jobs).

    1. Falk
      schrieb am 6. Oktober 2011 um 17:00 Uhr (#)

      ich glaub ehr das bei ihm der 16 stunden tag der krebsauslöser war!

  2. Astat
    schrieb am 6. Oktober 2011 um 13:40 Uhr (#)

    R.I.P. Steve Jobs

    “Nur wer vergessen wird, ist tot.
    Du wirst leben.”

  3. Florian
    schrieb am 6. Oktober 2011 um 17:25 Uhr (#)

    Let’s call it Steve » Sorry, no beige!

  4. Janina
    schrieb am 7. Oktober 2011 um 17:20 Uhr (#)

    Steve Jobs besaß so etwas wie eine emotionale Intelligenz – für Maschinen

    http://blog.code-n.org/20…aschinen%e2%80%9c-2/

  5. Andrea
    schrieb am 8. Oktober 2011 um 16:32 Uhr (#)

    Mich hat der Tod von Steve Jobs sehr betroffen gemacht. Ich nutze Apple Produkte und hoffe, dass die Entwicklung in Jobs und meinem Sinne ;-) weiter geht.

  6. Mitch
    schrieb am 9. Oktober 2011 um 18:29 Uhr (#)

    Es gab doch keine bessere Anerkennung, als das die meisten von seinem Tod über das Gerät, welches er entwickelt hat, erfahren haben.

Diesen Artikel kommentieren

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.

  • Neuerdings auf Twitter

  • Über neuerdings.com

    Die tägliche Dosis Technik. Wir melden nicht nur das Erscheinen neuer Gadgets, sondern testen sie aus Anwendersicht.

  • Autoren