Jabra Sport im Test (2/2):
Ich glaub, ich hör’ im Wald

Nachdem das Jabra Sport im ersten Teil dieses Tests äusserlich begutachtet wurde, muss es sich in Sachen Tonqualität beurteilen lassen.


Ausgespielt
Man wird beim Sport, während man über Stock und Stein stolpert, nur bedingt auf die feinen Nuancen der Musik achten. Was aber, wenn das Headset auch zu Hause in der guten Stube zum Einsatz kommen soll? Das Jabra Sport überzeugt in beiden Umgebungen: es schirmt Umgebungsgeräusche effektiv ab und klingt sehr gut. Die Bässe sind erstaunlich klar und kräftig, teilweise wummert sogar der Gehörgang mit, ohne aber zu verzerren, ganz hohe Töne kommen nicht so recht zur Geltung. Das Jabra Sport klingt also zwar wohlgefällig, lässt aber im Vergleich zum Plantronics Backbeat 903+ ein wenig Klarheit vermissen.

Das könnte der wasserdichten Bauweise geschuldet sein. Nach einem anstrengenden Workout spüle ich das Headset einfach unter dem laufenden Wasserhahn ab, ohne mir Sorgen machen zu müssen – das muss die Konkurrenz erstmal nachmachen. Gut möglich, dass diese Bauweise etwas zu Lasten der Klangqualität geht. (Für einen direkten Vergleich werden wir in den nächsten Wochen einen grossen Bluetooth-Headset-Vergleich starten.)

Eine Macke, die mir im Test aufgefallen ist, scheint allen BT-Kopfhörern gemein zu sein: Die hohe Grundlautstärke. In der geringsten Einstellung halte ich es für zu laut, wenn man das Jabra Sport dann voll aufdreht, ist es so laut, dass ich die Musik auch noch höre, wenn ich das Headset einfach um den Hals hängen habe.

Angesagt
Mit dem Jabra Sport kann man aber nicht nur Musik hören, sondern auch telefonieren. Leider ist Klangqualität hier eher unterdurchschnittlich, Gesprächspartner bemängeln, mang klinge, als sitze man in einer Flasche. Das Mikrofon ist eher wenig empfindlich eingestellt, das Frequenzband auf den Bereich gesprochener Sprache abgestimmt. Damit werden Umgebungsgeräusche von vornherein weitestgehend ausgeblendet; den angepriesenen Schutz gegen Wind konnte ich allerdings nicht feststellen. Verglichen mit einem herkömmlichen Headset ohne speziellen Schutz, war der Störeinfluss deutlich hörbarer (Jabra EasyGo).

Endomondo ist eine kostenlose Trainingssoftware für unterschiedlichste Smartphones, die nicht nur das Training, sondern mit kompatiblen Geräten auch den Puls und die abgespielte Musik aufzeichnet. Mit dem Jabra Sport kann man sich die aktuellen Trainingsdaten vorlesen lassen. Entweder auf Knopfdruck oder nach eingestellten Intervallen (Zeit oder Strecke) erhält man seinen Statusbericht akustisch mitgeteilt. So weiss man, wie lange man bereits unterwegs ist und wie die aktuelle Zwischenzeit war. Das ist ein tolles Feature.

Fazit
Das Jabra Sport ist ideal für Sportler, denn nach dem Workout kann man es getrost auch mal vorsichtig unter dem Wasserhahn abspülen – vorsichtig! Es klingt gut und verschafft jeder Musik kräftige Bässe, dabei trägt es sich bequem. Die Akkulaufzeit von vier Stunden ist etwas kurz geraten, dafür ist es schön schlank. Im Moment mein Favorit beim Joggen und Fahrradfahren.

Das Jabra Sport (Affiliate-Link) kostet bei Amazon zur Zeit um die EUR 75.

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8 Kommentare

  1. Hans-Jörg
    schrieb am 21. September 2011 um 00:43 Uhr (#)

    Bitte noch mit Jabra BT3030 und Jabra Street2 vergleichen…

  2. Schreibt hier auf dem Blog Kai Zantke
    schrieb am 21. September 2011 um 01:26 Uhr (#)

    Würde ich gerne tun, doch ich habe den großen BT-Vergleich auf ein Headset pro Hersteller beschränkt. Stattdessen werden zum Beispiel das Backbeat 903+ oder das Nokia BH-111 (was vom Typ sehr ähnlich ist) und weitere verglichen. Da wird bestimmt auch etwas für Dich dabei sein.

    1. Hans-Jörg
      schrieb am 21. September 2011 um 10:20 Uhr (#)

      Okay, muss man so akzeptieren… trotzdem schade, denn das BT3030 ist bei mir fast tagtäglich im Einsatz und hat mich bezüglich meiner subjektiven Audioliebhabereien (satte Bässe) bisher Vergleichbares suchen lassen. Sogar in einem Quest-Store vermochte ich den audiophilen Verkäufer damit dermassen zu verblüffen, dass er sofort eine Bestellung für sich auslöste. Die Frage ist nun, ob der Nachfolger STREET2 wirklich noch mehr bringt.
      Der HALO ist übrigens ebenfalls sehr nett, einzig stört, dass ein kleines “Surren” im linken Kanal zu hören ist und die sonst geniale Touch-Steuerung ohne Buttons im Fitnessstudio sehr schnell ihren Dienst versagt, wenn das Polster sich mit Schweiss vollgesogen hat. Auch die fehlende Reinigungsmöglichkeit ist eher suboptimal. Aber auch da ist der Nachfolger ja bereits vorgestellt worden, wobei man wohl zuerst die Lager von den “alten” Typen räumen will.

  3. OleS
    schrieb am 22. September 2011 um 13:57 Uhr (#)

    Nachteil beim radfahren: Es ist nur erlaubt mit einem Kopfhörer im Straßenverkehr teilzunehmen soweit ich weiß.

  4. Robin
    schrieb am 4. Oktober 2011 um 11:03 Uhr (#)

    Wie sieht es denn aus mit ner Brille?
    Stört sich das wenn ich eine Sportbrille trage und die kopfhörer auf hab?
    Und stört das Kabel hintem an Nacken wenn man es nicht bei der mütze fest macht und damit joggen geht?

    Grüße Robin

    1. Schreibt hier auf dem Blog Kai Zantke
      schrieb am 4. Oktober 2011 um 11:14 Uhr (#)

      Hy Robin,
      Wenn Du von den Sportbrillen mit komplett umlaufenden Bügeln sprichst, kann ich Dir keine genaue Auskunft geben – in Ermangelung einer «Testbrille».
      Bei einem normalen Brillenbügel ist es sicherlich umständlicher aufzusetzen als ohne Brille, wenn man den Dreh raus hat, fällt der Unterschied jedoch nicht mehr auf; weder im Sitz, noch beim Halt.

      Mit dem Kabel ist es so eine Sache, das Kabel als solches stört nicht, bleibt jedoch ab und an hängen. Wenn Du nicht gerade riesige Dehnübungen damit vollführst, sondern nur die Lage checkst oder eine Straße überqueren willst, bleiben die Hörer an ihrem Platz.

      Das ist alles jedoch recht subjektiv, da jeder eine andere Kopfgröße hat – für mich ist das Kabel vlt. zu lang, Dir dagegen genau richtig. Ich behelfe mir mittlerweile damit, dass ich das Kabel zusammenfalte und dann mit einem Gummi verkürze. Funktioniert prima und macht die Mütze überflüssig.

    2. Robin
      schrieb am 5. Oktober 2011 um 07:01 Uhr (#)

      Okay super,
      jetzt musst du nur noch den Affiliate-Link anpassen (bei mir funktioniert er nicht) und dann kauf ich die Kopfhörer :)

    3. Schreibt hier auf dem Blog Simon Wüthrich
      schrieb am 5. Oktober 2011 um 11:21 Uhr (#)

      Hi Robin, inwiefern funktioniert der Affiliate-Link nicht bei Dir? Bei mir funktioniert der Link – allein, Amazon hat das Headset aktuell nicht auf Lager…

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