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Minox 35 EL – die kleinste Kleinbildkamera der Welt

Meine Minox EL, Baujahr 1978, habe ich 1987 in einem Second Hand-Shop in Cambridge gekauft. Die Kleinbildkamera fasziniert noch heute durch ein wohlüberlegtes und reduziertes Konzept.

Die 200 g leichte Sucherkamera wurde 1974 vom deutschen Hersteller Minox auf den Markt gebracht und bis 2002 produziert. Mit 10 cm Breite, 6,2 cm Höhe und 3,5 cm Tiefe ist sie die kleinste Kleinbildkamera (Filmformat 24 mm x 36 mm) der Welt. Nicht grösser als eine Zigarettenschachtel passt sie in jede Hemd- oder Jackentasche.

Eine «Feature-Liste» braucht man für die Minox EL nicht – die Kamera hat schlicht keine. Das von Minox entwickelte Minotar-Objektiv mit einer festen Brennweite von 35 mm ist versenkbar und verfügt über eine Lichtstärke von f/2,8. Zugeklappt wird das Objektiv durch die Frontklappe geschützt, eine praktische Angelegenheit, das Rumfummeln mit und Suchen von Objektivdeckeln kennt der Minox-Besitzer nicht.

Das Auge des Fotografen

Die Minox EL verfügt über eine Zeitautomatik, eine manuelle Belichtungssteuerung ist nicht möglich. Die Blende kann frei gewählt werden, der Zeiger des Belichtungsmessers im Sucher hilft bei der richtigen Einstellung. Die Belichtungsautomatik wird durch eine Knopf-Batterie gespiesen. Mangels Entfernungsmesser muss der Fotograf die Distanz schätzen und am vorderen Ring des Objektivs einstellen.

Dank der Belichtungsautomatik ist die Minox EL auch für Amateure wie mich komfortabel zu bedienen und rasch betriebsbereit. Die auf’s Notwendigste reduzierte Ausstattung hat einen grossen Vorteil: Die Kamera läuft und läuft und läuft – trotz regelmässigem Gebrauch über mehrere Jahre gab’s bei mir nie irgendwelche Probleme. Den Film korrekt einzulegen bleibt die grösste Herausforderung – wobei ich dabei in den letzten Jahren oft von Jugendlichen aufmerksam beobachtet wurde: Es gibt ja schon Generationen, die noch nie einen Kleinbildfilm gesehen oder gar eingelegt haben.

Die Kamera von James Bond

Die Mutter aller Minox 35, das Modell EL, hatte diverse Nachfahren mit unterschiedlichen Ausstattungsmerkmalen. Die 35er Serie wurde ein unerhoffter Erfolg für den deutschen Hersteller, der in den 70er Jahren zeitweise mehr als 1000 Mitarbeitende beschäftigte. Die vom legendären Erfinder Walter Zapp gegründete Firma baute ihren Ruhm vor allem auf dem als «Spionagekamera» bekannten Modell Minox A mit dem Filmformat 8 mm x 11 mm auf – auch James Bond war ein Fan.

Klare Kaufempfehlung
Wer weiss, wie man einen Film einlegt und eine Kamera sucht, die auf dem sechswöchigen Nepal-Trekking nicht schlapp macht, ist mit einer Minox 35 auch heute noch bestens bedient. Via Blitzschuh lässt sich ein passender Blitz aufsetzen und die Kameraausrüstung ist komplett. Auf eBay findet man passable Modelle ab 50 bis 60 Euro, ab 80 gibt es Exemplare in gutem bis sehr gutem Zustand. Von meiner Seite her: Klare Kaufempfehlung!

(Bilder: Thomas Mauch)

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5 Kommentare

  1. Simone
    schrieb am 11. September 2011 um 14:23 Uhr (#)

    Ich hatte auch mal eine Minox und liebte sie heiss. Die Belichtung lässt sich übrigens korrigieren, indem man mit dem Mittelfinger der rechten Hand mehr oder weniger viel vom Belichtungsmesser abdeckt, der sich im Rand der Linse befindet. Im Sucher sieht man, wenn der Finger zu weit ist. Die Anzeige des Belichtungsmessers gibt an, um wieviel man die Belichtung korrigiert hat. So lassen sich mit der Kleinen sogar Gegenlicht Aufnahmen machen. Mechanik und Erfahrung versus Elektronik.

    1. power
      schrieb am 11. September 2011 um 19:18 Uhr (#)

      Die Filmempfindlichkeit muß bei der Minox manuell eingestellt werden, damit läßt sich auch jede Belichtung manipulieren bzw, korrigieren.

  2. Gurkenglas
    schrieb am 12. September 2011 um 21:26 Uhr (#)

    Oh mann. Ich muss meine Minox mal wieder ausgraben. Schon ein geiles Teil.

  3. Jens Mander
    schrieb am 14. September 2011 um 10:52 Uhr (#)

    Habe gehört, dass es Probleme gibt passende Batterien zu bekommen. Wie hast du das Problem gelöst?

    1. Schreibt hier auf dem Blog Thomas Mauch
      schrieb am 15. September 2011 um 10:30 Uhr (#)

      Da die Kamera mit (inzwischen verbotenen) Quecksilberbatterien betrieben wird, ist das tatsächlich ein Problem. Auf dieser Seite von Herrn Steinbach gibt es Tipps und ALternativen.

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