Philips ESee Pocket Camcorder im Test:
Da steh’ ich nun, ich armer Tor…
Philips präsentiert mit dem ESee CAM102 einen hübschen und kompakten Pocket Camcorder. Die Eckdaten überzeugen – bloss: was soll man damit anfangen?

(Quelle: pd Philips)
Eigentlich mag ich Philips: Der niederländische Weltkonzern hat eingesehen, dass es nicht klug ist, Designer in Prokrustesbetten zu zwängen. Man sieht den Produkten an, dass sich jemand Gedanken gemacht hat zu Form und Haptik. Auch zeichnen sich Produkte aus dem Hause Philips bisweilen durch überraschende Usecases aus. Mit dem ESee Pocket Camcorder aber hat mir Philips ein schwieriges Rätsel aufgegeben: Da steh’ ich nun ich armer Tor und weiss nicht: warum bloss sollte ich mir eine ESee kaufen?
Die Kamera nimmt Videos in Full HD auf, fotografiert mit bis zu 10 MP und verfügt über einen Bildstabilisator. Die gedrehten Filmchen und geschossenen Fotos werden im internen Speicher (Achtung, nur 92,5 MB gross. Damit lässt sich ein gut 14-sekündiges Video drehen) oder auf einer optionalen MicroSD-Karte abgelegt. Soweit so gut. Wie aber kommen Filme und Fotos auf den PC, Mac respektive Facebook, Twitter et cetera?
Philips verspricht eine «kabellose Verbindung mit Ihrem PC/Mac». Wer nun hofft, die ESee CAM102 übertrage Schnappschüsse und Kurzfilme per WiFi oder Bluetooth wird enttäuscht. Unter «kabellos» versteht Philips nämlich einen «Integrierten USB-Anschluss». Was vielleicht praktisch klingen mag, kann sich leicht als Ärgernis entpuppen. Wer einen Desktoprechner sein Eigen nennt, aber keinen USB-Hub auf dem Schreibtisch stehen hat, muss unter denselben kriechen, um die Kamera am Rechner anzuschliessen – hätte Philips der ESee bloss ein Kabel spendiert.
Aber selbst wenn ein Kabel in der Verpackung wäre, warum soll ich mir eine solche Kamera kaufen? Die Androids und iPhones dieser Welt haben recht passable Kameras verbaut. Und wer mit einem Smartphone Bilder und Kurzfilme schiesst, kann diese nicht nur «kabellos» sondern gar stecker- und PC/Mac-los per Mail-, Twitter-, youtube- oder Facebook-App mit der ganzen Welt teilen. Zugegeben, die Kamera des iPhone löst nicht mit 10 MP auf und FullHD ist auch nicht machbar. Aber wer wirklich gute Filme und Fotos machen will, greift gleich zu einer Kompaktkamera oder gar einer D-SLR – wer sich eine FlashAir oder Eye-Fi-Karte gönnt, kann sein Material schnell und komfortabel auf seinen Rechner übertragen.
Und doch, einen Usecase kann ich mir denken: Die Reaktionen auf Frank Müllers Test des John’s Phone zeigen, dass nicht jeder ein Smartphone mit sich rumtragen will. Und nicht jeder möchte eine DSLR mit sich rumschleppen müssen, um allenfalls auf Video zu bannen, wie der beste Freund vom zweitbesten in den Swimmingpool befördert wird oder wie der Chef sich beim Weihnachtsessen qua anzüglicher Sprüche zum gefügigen Gesprächspartner bei der nächsten Lohnrunde macht. Ist die ESee Pocket Cam also die ideale Ergänzung John’s Phone? Wir sind etwas ratlos – wie Ihr auf dem mit der ESee gedrehten Probe-Video sehen könnt. Vielleicht habt Ihr ja eine Idee?
Die Philips ESee (Affiliate-Link) ist bei Amazon für EUR 122 zu haben.




















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07. September 2011 um 2:32
finds preislich ganz interessant. vorallem interessiert mich die akkulaufzeit. für auf den ring oder auf konzerte nehm ich immer ein 20 euro handy mit. da ists nicht so schlimm wenns geklaut wird. also keine kamera zur hand etc.
ps: wie war das eis?
07. September 2011 um 3:47
Wer einen desktop pc besitzt hat auch einen front usb anschluss
07. September 2011 um 8:55
dumm di dumm, am markt vorbeiproduziert.
07. September 2011 um 10:19
@anonymous
Eis war super. Falls es dich interessiert es heisst “Coop Rahmglace Lutscher Vanille 720ml” und gibt’s in jedem Coop (der Online-Shop hat leider keine Permalinks).
07. September 2011 um 17:49
14 Sekunden? Könnte für den nächsten Klitschko-Boxkampf reichen. :-D
Was im Artikel fehlt: Verfügt die Cam über ein Stativgewinde? Wenn nicht, kommt ein Minuspunkt hinzu, denn wirklich stabil halten kann man diese Handy-Formate nicht.
PS: Ich rede nicht (nur) von großen Stativen, sondern auch von solchen, die in die Jackentasche passen und z.B. mit Klettband an jedem Laternenpfahl festgemacht werden können.)
07. September 2011 um 18:14
Danke für die Frage, MadMike (Tyson?). Die Kamera hat tatsächlich ein Gewinde.
08. September 2011 um 13:10
Was nützt die hohe Auflösung wenn doch die kleine Optik die Details nicht erfassen kann?
08. September 2011 um 18:05
Die Optik wird wohl kaum kleiner sein als die in Smartphones – und die lösen heutzutage schon ganz hervorragend auf. Mein Samsung Galaxy 2 hat z.B. 8 MP und macht in 720p und sogar 1080p glasklare Aufnahmen. Schau dir z.B. mal das an: http://youtube.com/watch?…#038;feature=related
Die Frage ist eher: Verfügt die Kamera über einen optischen Zoom? Bildstabilisator ist ja schon mal nicht schlecht.
14. September 2011 um 10:27
Das Gewicht ist es: 60 Gramm !!!
Damit ist die Cam prädestiniert für Modellflieger (Quadrocopter …)