Hewlett Packard schasst WebOS:
Adieu, Touch-Pionier!

Hewlett Packard wird bald keine Hardware mehr für WebOS verkaufen. Ob sie überhaupt noch Hardware verkaufen, steht in den Sternen.

In der Software liegt die Zukunft, wird sich die Geschäftsleitung gedacht haben, als sie sich entschied, keine Hardware mehr zu entwickeln, die auf WebOS läuft – dem Tablet- und Smartphone-Betriebssystem, das HP erst im letzten Jahr im Rahmen der Übernahme von Palm ins eigene Portfolio aufgenommen hatte. In Bälde wird es keine WebOS-Tablets und Smartphones mehr geben, und auch das übrige Hardware-Geschäft (bei HP heisst dieser Bereich “PSG”) steht zur Disposition.

Statt dessen will sich der Konzern auf Software fokussieren. Deswegen nimmt HP den britischen Software-Konzern Autonomy ins M&A-Fadenkreuz und macht John Visentin verantwortlich für das Firmengeschäft. Visentin war früher bei IBM, die auch ihr Consumer-Geschäft an Lenovo abgaben und sich seither hauptsächlich um Geschäftskunden kümmern. Er hat mit solchen Umkrempelungen also Erfahrung. Ist vor diesem Hintergrund nostalgische Wehmut angebracht?

Ich werde WebOS keine Träne nachweinen. Was soll ich denn auch mit einem Gerät, das vielleicht gut zu bedienen ist, aber für das es immer die wenigsten Apps geben wird, egal wie genial die Hardware ist, auf der das läuft. Für den Tabletmarkt sind vier einer zuviel, besonders, wenn der vierte aus dem letzten Loch pfeift – Wenn man bedenkt, dass schon Microsoft Probleme hat, eine überzeugende Antwort auf Android und iOS zu finden…

Schade aber ist es um die Technologie. Hewlett Packard und die von ihnen vor langer Zeit übernommene Compaq waren die Pioniere im Geschäft mit der Bildschirmbedienung. Sie haben schon Tablet-Computer gebaut, als Steve Jobs noch bunte Knubbelcomputer unter das Volk brachte. Wer jemals ein HP-Tablet in den Händen hielt, spürte dieses Knowhow einfach.

Beide waren auch Pioniere im normalen PC-Geschäft. Wenn HP dieses Geschäft jetzt auch aufgibt, ist nach IBM ein weiterer Traditionshersteller raus. Was das für den PC-Markt – und den Tablet-Markt! – heisst, wird sich weisen müssen.

(via Allthingsdigital, weitere Details und die Pressemeldung)

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14 Kommentare

  1. Hugii
    schrieb am 19. August 2011 um 10:51 Uhr (#)

    Die hätten lieber die gesamte Firmenleitung verkauft… – aber für die würde man ja eh nix kriegen!

    1. webos
      schrieb am 19. August 2011 um 11:26 Uhr (#)

      Seh ich auch so.

  2. webos
    schrieb am 19. August 2011 um 11:29 Uhr (#)

    Was mit WebOS passiert, ist übrigens noch nicht klar:
    http://businessinsider.co…ay-from-webos-2011-8

  3. Tobias
    schrieb am 19. August 2011 um 20:52 Uhr (#)

    Abgesehen von den wenigen Apps, wobei ich eigentlich alles bislang gefunden habe, finde ich WebOS immer noch das beste Betriebssystem, insbesondere das Multitasking fehlt mir bei meinem iPhone sehr und auf dem iPad erst recht.
    Außerdem ist das Pre noch immer von Größe und auch der Bedienung mit Tastatur super. Was ich besonders vermissen würde ist das Laden ohne Kabel, einfach genial…

  4. jerombl
    schrieb am 20. August 2011 um 09:21 Uhr (#)

    Was höre ich da immer HP verabschiedet sich von der Hardware?!? Quatsch, HP wird immer noch Server und Drucker herstellen. Da sind sie dick drin. Das Notebook-Know-How hatten sie nur von Compaq eingekauft. Und dass Consumer-Hardware keine dicken Margen drauf hat, sollte jedem klar werden wenn er sich die Preise im Elektronik-Laden anschaut. Also nachvollziehbar wenn HP zwar einen umsatzstarken aber gewinnschwachen Bereich abstösst.

    Und ganz ehrlich, wieso zählt nur immer die Grösse und nicht die Qualität??? Genau, ich rede vom AppStore!

    Compaq hat vielleicht viel früher Tablet-PCs gemacht, waren auch Pioniere darin, aber ganz ehrlich, das war im Gegensatz zum iPad nicht zu gebrauchen! Und von diesem Know-How spüre ich bis heute nicht viel…

  5. AlphaOrb
    schrieb am 20. August 2011 um 13:11 Uhr (#)

    Tja, da dran sind solche Apple-Fan&Hype-Blogs wie ihr mitschuld.
    Anstatt den Gängelungs-Moloch immer schön nach er Schnauze zu schreiben, hätte man lieber mehr für die Konkurrenz machen können.
    Aber lieber weiterhin jedes neue i*-produkt hypen.

    1. Jürgen
      schrieb am 20. August 2011 um 17:45 Uhr (#)

      @AlphaOrb
      Da kann man Dir nur zustimmen.

    2. msm
      schrieb am 21. August 2011 um 19:33 Uhr (#)

      @ AlphaOrb:

      Du hast nicht Unrecht, aber das Applezeug wollen halt die Meisten lesen!

      Ich würde WebOs auch sehr vermissen! Aber noch habe ich 4 Pres (2 Pre -, Pre + und Pre 2).

  6. Hans-Jörg
    schrieb am 20. August 2011 um 13:26 Uhr (#)

    @AlphaOrb: das ist nicht gesund, was du nimmst.

    1. AlphaOrb
      schrieb am 22. August 2011 um 21:43 Uhr (#)

      Findest du? Ich finde es nicht gesund, wenn eine Firma von allem was sich irgendwie “Journalist” nennt von vorne bis hinten gearschpinselt wird. Keine Kritik, alles ist mega stylisch, die Firma darf sich erlauben. Und solange es hunderte “Fan”-Blogs und Seiten wie Spiegel-Online gibt, wird die Konkurrenz immer schön kleingehalten, weil Apple ja sooo cool ist.

  7. Manuel
    schrieb am 22. August 2011 um 07:59 Uhr (#)

    Ich kann die Entscheidung von HP aus zwei Gründen nicht nachvollziehen:

    a.) Sie haben noch im Frühling gross das Tablet mit WebOS angekündigt als Tablet für Geschäftskunden. Als Geschäftskunde sollte man sich darauf verlassen können, dass eine Firma wie HP ihre Strategie nicht alle paar Monate ändert. Sonst kann man ja nicht Firmenanwendungen auf WebOS portieren.

    b.) Es ist klar, dass im PC-Geschäft die Margen klein sind. Aber solange sie keinen Verlust machen, würde ich das PC-Geschäft behalten, jedenfalls das für Geschäftskunden. Sonst verlieren sie einen grossen Vorteil: Bis jetzt konnte man einer Firma fast alles aus einer Hand liefern: PC, Notebooks, Drucker, Smartphones, Rack, USV, Switches, Server, Tapeloader… Schon mit der Einstellung der Digicam- und Beamer-Sparte ging da ein Teil verloren, wenn auch ein unwichtiger. Der Kunde hatte Support auf alles, es gab keine Streitereien wer Schuld ist, wie wenn ein Rechner von Dell nicht mit einem Switch von Cisco funktioniert.

    1. Jürgen
      schrieb am 22. August 2011 um 22:00 Uhr (#)

      Vielleicht will der Leo Apotheker nur seinen Rausschmiss provozieren und ne dicke Abfindung kassieren?
      Dann hätte er alles richtig gemacht.

  8. eddy
    schrieb am 24. August 2011 um 16:24 Uhr (#)

    ich ärgere mich so schwarz, dass ich mir gestern nicht eins der touchpads gekauft habe, obwohl ich schon recht früh von dem ausverkauf wusste. einfach komische gedankengänge gehabt (“brauch ich eh nicht”)

  9. Fabian
    schrieb am 26. August 2011 um 20:55 Uhr (#)

    Naja. Das kommt ein wenig so rüber, als würde die Qualität eines mobilen OS von der Anzahl der Apps abhängen.. WebOS ist das am Besten zu bedienende Betriebssystem das ich kenne..

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