Koreas virtuelle Supermärkte:
Einkaufen in der U-Bahnstation

Im geschäftigen Korea bleibt wenig Freizeit. Daher können U-Bahnpassagiere dort an Haltestellen mit dem Smartphone einkaufen.


In einem Lied der Arbeiterpartei heißt es, “Bet und arbeit! ruft die Welt, Bete kurz! denn Zeit ist Geld”. Auch heute richten sich viele danach und quetschen das letzte aus den 24-Stunden heraus: Speed-Dial, Speed-Dating, sogar Speed-Yoga. Fast schon irritieren müssen da ruhige Wartezeiten vor dem Aufzug, an der Bushaltestelle oder in engen U-Bahnstationen. In Korea gibt es eine “sinnvolle” Beschäftigung für die ereignislose Zeit: Lebensmittel-Einkauf.

In Seoul können U-Bahnpassagiere ihre Lebensmitteleinkäufe mithilfe grosser Poster erledigen. Dazu müssen sie die “Homeplus” Software fürs Handy herunterladen, sich registrieren, das heisst, Zahlungsmittel und Wohnort hinterlegen und schon kann es losgehen mit dem Haltestellenshopping. An den Wänden hängen Bilder verschiedenster Lebensmittel, nebst Preis und QR-Code. Der Kunde fotografiert beispielsweise den Pixelcode Kimchi ab, gibt an wie viel von dem vergorenen Kohl er benötigt und bestätigt den Einkauf. Die Ware wird noch am selben Tag geliefert.

Ware über das Internet zu bestellen ist ein alter Hut, auch Lebensmittel lassen sich nicht erst seit gestern über das Netz ordern. Der kleine, aber feine Unterschied liegt in der Präsentation: Statt sich durch unzählige Seiten zu klicken, pilgert man von Poster zu Poster, muss keinen Einkaufswagen füllen und sich nicht an der Kasse anrempeln lassen. Zu dumm nur, dass ich nicht regelmässig in koreanischen U-Bahnen unterwegs bin…

Das Video zu den virtuellen Einkaufsläden gibt’s beispielsweise hier: http://vimeo.com/27259680

Via Spot Cool Stuff.

2 Kommentare

  1. SCORPiON
    schrieb am 9. August 2011 um 11:57 Uhr (#)

    Wir hatten früher Geschäfte bestehend aus reinen Automaten – heute fotografieren wir ab und lassen liefern. Unterschied? Im Prinzip keiner.
    Ich für meinen Teil würde das nie benutzen, da ich frische Lebensmittel ertasten/erriechen können muss. Schließlich will man sich von der Frische überzeugen, bevor man kauft. Beim genannten Beispiel der Neuigkeit kauft man jedoch die Katze im Sack.

    mfg SCORPiON

    1. Schreibt hier auf dem Blog Kai Zantke
      schrieb am 9. August 2011 um 12:58 Uhr (#)

      Das sehe ich ähnlich, gilt bei Lebensmitteln auch ein 14-tägiges Rückgaberecht ;)
      Andererseits birgt das auch Vorteile, keine zerdrückten und von ‘zig Menschen begrapschte Äpfel. Gurken oder keine Tomaten mit weichen Stellen. Kein Schimmel im Champignon, alles “frisch”. Das machen die vielleicht zweimal, dann kaufst Du dort nie wieder ein, wenn die Qualität nicht stimmt. Und da wir ohnehin selbst schon Lebensmittel normieren, wie den Radius einer Banane und ähnliches, sind die Unterschiede nicht mehr all zu groß.

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