Sony ICD-UX513F in Test (2/2):
Aufnahmestudio in der Hosentasche

Der erste Artikel zum Diktiergerät Sony ICD-UX513F behandelte die Aufnahmequalität und deren Einstellungen. Nun sollen die Alltagstauglichkeit und die Zusatzfunktionen genauer beäugt werden.


Sony ICD-UX513F

Sony ICD-UX513F

Das Diktiergerät Sony ICD-UX513F ist mehr als eben nur dieses. Das war auch der Grund, wieso ich die Bedienungsanleitung immer in greifbarer Nähe liegen hatte, denn im Gegensatz zu Bandaufnahmegeräten, sind viele weitere Einstellungen möglich. Zu den Funktionen zählen auch noch ein MP3-Player und ein Radio.

Vor-Ort
Wie ein Kommentator bereits herausstellte, sind die alten Diktiergeräte mit Kassette sofort nach einem Knopfdruck einsatzbereit. Im digitalen Zeitalter, in dem alles immer schneller geschieht, muss man trotzdem warten.
Zehn Sekunden benötigt der ICD-UX513F vom Einschalten bis zum Starten der Aufnahme – eigentlich beschämend. Vergisst man in der Eile die korrekten Einstellungen vorzunehmen, können sie während der Aufnahme abgeändert werden. Dieses kleine Detail lernt man erst zu schätzen, wenn man sich in so einer Situation einmal befunden hat. Zur Überprüfung der Aufnahme leuchtet ein rotes Lämpchen – bei diskreteren Anlässen wurschtelt man sich durchs Menü und deaktiviert sie einfach. In Kombination mit “VOR” (Aufnahme bei Geräuschen) könnte man unerlaubt und heimlich Aufnahmen erzeugen, indem man die Empfindlichkeit von Mikrofon und Ansprechverhalten von “VOR” entsprechend einregelt. Dann weiß man auch endlich, was man die Nacht über so gebrabbelt hat.

Die Aufnahme kann live über den Kopfhörer überprüft werden. Bei kleinen In-Ear-Hörern mit wenig Impedanz (

Verirrt

Sony ICD-UX513F

Sony ICD-UX513F

Im Gegensatz zu meinen Anspielungen ist es unmöglich sich im Menü zu verirren, es ist klar und linear aufgebaut. Mit einem Druck auf “Menu” ist man genauso schnell in den Einstellungen, wie man es mit einem zweiten Druck wieder verläßt. Wer diese Ordnung liebt, drückt auch auf die Taste “Folder”: Alle Aufnahmen, aber auch MP3s, können in Ordnern abgelegt werden, so trennt man die Musik von den Interviews und die Meetings von den Sprachnotizen.

Verhört
Am PC meldet sich das Diktiergerät als USB-Stick mit zwei Medien an, dem internen Speicher und dem der Speicherkarte. Der Datenaustausch ist denn auch denkbar einfach. Eigene Musik zieht man auf einen der fünf voreingestellten Ordner und kann sie dann am Gerät wiedergeben. Die grundlegenden Funktionen sind vorhanden, sogar mit einem Equalizer kann das ICD-UX513F aufwarten, Freude will doch nicht so recht aufkommen. Wie oben erwähnt rauschen die kleinen Ohrstöpsel, erst mit den größeren Bügelkopfhörern läßt sich der Klang genießen, der dank des hervorragenden A/D-Wandlers ausgesprochen gut ist.

Verstummt
Auch ein Radio darf nicht fehlen. Bis auf das Fehlen von RDS, bleiben keine Wünsche offen: Die Empfindlichkeit läßt sich regulieren, ein automatischer Suchlauf speichert 30 gefundene Sender ab, Direktaufnahme vom Radio ist möglich und der Lautsprecher ist mit wenigen Handgriffen aktiviert. Apropos “Laut”-Sprecher: Was man hier geboten kriegt, ist eher ein Leisetreter. Schon in etwas belebterer Umgebung ist nichts mehr zu verstehen, weil die maximale Lautstärke viel zu gering ist. Gleichzeitig pustet mir der Kopfhörerausgang das Hirn raus – das mag daran liegen, dass es ein Gerät von außerhalb der EU-Zone ist und damit die Brüsseler Begrenzung umgeht.

Fazit
Das Sony ICD-UF513F ist ein Nischenprodukt. Wer ein anständiges Gerät für gute Aufnahmen sucht, wird hier fündig, kann sein Profimikrofon anschließen und sich auf den guten A/D-Wandler verlassen. MP3 und Radio sind nützliche Zugaben, doch keine Kaufargumente. Für simple Sprachnotizen, Mitschneiden von Meetings und Vorlesungen oder das Anhören von MP3s ist der Sony ICD-UX513F viel zu schade. Und auch zu teuer.

Der Sony ICD-UX513F (Affiliate-Link) kostet zwischen 90 und 130 EUR je nach Anbieter.
Die Produkthomepage findet sich bei Sony

 

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