Seagate Goflex Free Agent im Test (1/2):
Kleine Riesenplatte

Seagates Harddisks der Goflex-Serie können mit USB 3.0-, Firewire- und anderen Adaptern ausgestattet werden. Die Umsteck-Platte kommt ausserdem in beachtlicher Kapazität von 1.5 TB.

Zwei Kriterien haben mich vor einigen Monaten in den USA dazu bewogen, gleich zwei verschiedene externe Seagate-Harddisks vom Typ Goflex FreeAgent zu kaufen: Ihr enormes Volumen (Desk-Modell mit 2 Terabyte, Pocket-Version mit 1,5 Terabyte).

Und das Konzept der Goflex-Hüllen, die den Controller nicht fix enthalten, sondern in einem Steck-Verfahren mit Firewire-, USB 2.0- oder 3.0-, eSata- und einem “Autobackup”-Kabel versehen werden können.

Flexibilität pur, das versprach auch das sehr kompakte Gehäuse der kompaktesten Goflex FreeAgent Ultra-portable (Affiliate-Link) mit ansehnlichen 1,5 Terabyte. Und da ich mir ein neues Asus-Subnotebook mit USB 3.0 – Interface gegönt hatte, wollte ich vom höheren Tempo bei der Verwaltung meiner Fotos profitieren.

Seagate vermarktet Goflex als ein eigenes Plug-and-Play-Modell: Die Harddisks lassen sich nicht nur mit allen erdenklichen Kabeladaptern verstöpseln, es gibt unter anderem auch ein Pogoplug-Station, die zwei der Platten aufnimmt und theoretisch ein Network Attached Storage daraus macht, auf das man auch von auswärts zugreifen kann (allerdings damit jegliche Sicherheit und den Schutz der Daten preisgibt – und ausserdem hat die Station den Ruf, unendlich langsam zu sein).

Aber mir ging es in erster Linie darum, eine USB 3.0-Harddisk in portabler Version zu haben, die klein genug für die Tasche, aber gross genug für all meine Fotos ist. Und die vor allem immer noch ihren gesamten Strom über das Datenkabel bezieht: Die kleinste Goflex verfügt über keinen anderen Anschluss als den des Controllers.

Man kann sich fragen, wozu der modulare Aufbau mit verschiedenen Controllern wirklich gut ist – meistens setzt man als Computerbesitzer doch auf einen Anschluss-Typ; aber es kann ja beispielsweise durchaus sein, dass jemand an einem Rechner USB 3.0 und am anderen Firewire nutzen will.

Die kleine meiner beiden Goflex ist etwas grösser als die meisten der anderen sechs externen Harddisks, die sich in meinem Besitz allmählich angesammelt haben – etwas grösser als eine Schachtel Zigaretten. Mit Kapazitäten unter einem Terabyte ist die Harddisk 14.5mm dick, die Versionen mit einem oder eineinhalb Terabyte sind 22mm dick. Die Schwarze Klavierlack-Hülle scheint dem aktuellen Trend zu entsprechen und sieht genau so lange richtig gut aus, bis sie die ersten Kratzer hat – was sehr schnell passiert.

Die Software, die der Platte in den USA beiliegt, beachte ich in der Regel nicht – auf manchen Platten ist kastrierte Backup-Software in der Bloatware-Sammlung vorainstalliert, die meistens nicht wirklich brauchbar ist; auf der vorliegenden Harddisk waren eine ganze Reihe von Hollywood-Blockbustern zu finden, von denen man gegen online-Registrierung einen oder zwei freischalten kann – nichts, was ich tun möchte, und eine Verschwendung meines Speicherplatzes. Angesichts des Preises von knapp 190 USD braucht die Harddisk auch nicht wirklich noch ein zusätzliches Kaufargument in Form von kostenloser Software.

Lese- und Schreibgeschwindigkeit sind dem 5400-RPM-drive entsprechend nicht überragend, und auch mit USB 3.0 ist der Durchsatz zwar beachtlich schneller als mit USB 2.0, aber weit entfernt von der theoretischen Höchstgeschwindigkeit von USB 3.0.

Nach den ersten Messungen war ich leise enttäuscht, stellte dann aber fest, dass die Seagate Goflex FreeAgent über den USB 3.0-Bus die gleichen Übertragungsraten erreichte wie die fest verbaute Platte im Rechner: Irgendwo um die 100 MB pro Sekunde ist Schluss. Nach einiger recherche im Internet habe ich mich überzeugen lassen, dass die Bremse in der Harddisk selber und nicht im Bus liegt. Im Duchschnitt ist die Platte am USB-3.0 Anschluss doch rund doppelt so schnell wie die USB 2.0-Alternativen. Interessanterweise legt die Platte am USB 2.0-Anschluss ebenfalls ein deutlich höheres Tempo vor als die Vorgängermodelle, die den alten Standard benutzen.

So weit gesehen war die Platte eine lohnende Anschaffung: Sehr hohe Kapazität zu einm sehr attraktiven Preis, zukunftsträchtig durch USB 3.0, flexibl durch den wchselbaren Anschluss. Dass der aber auch seine Tücken hat, daraf komme ich im zweiten Testberich zurück.

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1 Kommentar

  1. mark wellner
    schrieb am 21. Juli 2011 um 15:29 Uhr (#)

    “Die kleine meiner beiden Goflex ist etwas grösser als die meisten der anderen sechs externen Harddisks, die sich in meinem Besitz allmählich angesammelt haben” – ineffizient.

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