Tippend die Menschheit retten:
Piezoelektrische Folien als Kleinkraftwerke

Australische Forscher versprechen in einer Studie, dass in Tastaturen integrierte piezoelektrische Dünnfilmfolien dereinst Energie für unsere Gadgets liefern könnten.

Der Menschheit geht ein Stromsparlichtchen auf: Unsere Ressourcen sind begrenzt! Das Erdöl könnte uns ausgehen, ebenso saubere Luft – was wohl zuerst? Wir wissen aber auch, ziehen Gewitterwolken auf am Horizont, sind Silberstreifen nicht fern. Manch grünes Herz freut sich dieser Tage, dass die hohe Politik im Angesicht der Reaktorkatastrophe von Fukushima den Ausstieg aus der Kernenergie verspricht – einmal mehr… Grosse Schritte be- oder entgeistern uns, kleine und pragmatische drohen übersehen zu werden.

Eine solche Kleinigkeit könnte dereinst Laptop- oder Handybesitzern ein grüneres Gewissen bescheren:

Piezoelektrische Folien. Diese Hoffnung weckt eine Studie des Royal Melbourne Institute of Technology. Solche Folien könnten in die Tastaturen von Laptops und Handys integriert werden. Die Forscher hoffen, einen Teil der Energie, die in die Tastaturen getippt wird, für den Betrieb der entsprechenden Geräte verwenden zu können.

Die Technologie, mittels derer mechanischer Druck in Elektrizität umgewandelt werden kann, ist heute schon weit verbreitet. In Millionen von Feuerzeugen erzeugen kleine piezoelektrische Kristalle den zündenden Funken. In Zukunft sollen nach diesem Prinzip Gadgets mit Strom versorgt werden. «In unserer Studie konzentrierten wir uns auf Dünnfilmbeschichtungen, weil wir glauben, dass diese die einzige praktikable Möglichkeit darstellen, Piezoelektrik in bestehende elektronische Technologien zu integrieren» kommentiert Dr. Madhu Bhaskaran, leitender Co-Autor der Studie.

Wie Piezo-Gadgets aussehen könnten wissen wir dank des Designwettbewerbs, FUJITSU design award: a life with future computing, der von designboom in Zusammenarbeit mit Fujitsu und DA in Japan durchgeführt wurde. Drei südkoreanische Designer haben sich ein Tablet ausgedacht, das allein durch die Kraft des Tippens betrieben werden soll. Mit dieser Vision haben sie den «judges special award» eingeheimst.

Sollten sich solche Inventionen im grossen Stil durchsetzen, sind auch soziale Folgen absehbar: Die Kollegen im Büro, die besonders energetisch auf ihren Tastaturen rumhämmern, würden wohl nicht mehr als Störefriede empfunden sondern als besonders engagierte Energiesparer.

via inhabitat.com
und designboom.com

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2 Kommentare

  1. michael machner
    schrieb am 5. Juli 2011 um 01:09 Uhr (#)

    wo bleiben die piezoelektronischen fußwege,
    strassen, toilettensitze, teppiche, handschuhe und kondome?

    1. Tom
      schrieb am 5. Juli 2011 um 13:42 Uhr (#)

      Bei speziellen kabellosen Funk-Lichtschaltern funktioniert die Erzeugung des notwendigen Stroms sogar nur durch Betätigen des Schalters. Einfach irgendwo an die Wand kleben und fertig – kein Kabelverlegen und keine Batteriewechsel mehr nötig.

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