Orange Sound Charge:
Handys durch Krach aufladen

Kann man mit Krach Handys aufladen? Wenn man Orange glaubt, dann ja. Dazu müsse man sich bloss ein T-Shirt mit weißer Piezo-Fläche überstülpen, das Sound Charge.

Umso lauter die Musik, desto mehr Ladestrom

Umso lauter die Musik, desto mehr Ladestrom

Glaubt jemand an Voodoo-Puppen? Den Weihnachtsmann? Wenigstens den Osterhasen? Dann wird mir auch keiner die folgende Meldung glauben: Der Telekomanbieter Orange in England führt einen Publicity Stunt mit einem T-Shirt durch. Das ist aber nicht irgendeines, sondern es kann Töne in Ladestrom fürs Handy umwandeln. Klar, und ich kann fliegen..

Die Technik dahinter ist natürlich top secret, soll aber auf jeden Fall eine “simple piezoelektronische Folie” involvieren. So “simpel” ist das jedoch nicht, denn wenn wir uns an Versuche anderer Firmen erinnern (Nokia Handyladung), so darf ich mich kurz selbst zitieren: “Bei der bisherigen Technik der Piezoelektronik werden nur einige Femtocoulomb (10^-15C) erreicht, was beileibe nicht zum Laden eines Akkus ausreicht.” Nun könnte man argumentieren, die weiße Fläche zum Auffangen der Vibrationen sei größer als bei vielen anderen Gehversuchen. Doch erstens erreicht man auch damit nicht den nötigen Ladestrom und zweitens schirmen die vielen gedrängt stehenden Leiber um einen herum die Ladefläche am Bauch gut gegen Schallwellen ab.

Textually weiß denn auch gleich diese Kampagne einzuordnen: 2007 versuchte es Orange mit Windkraft, 2008 sollte die Tanzenergie das Handy laden, 2009 schlug man die Zelte mit Solarzellen auf und 2010 gab es Schuhe, die durchs Wandern Geräte aufladen sollten. Orange geht es mehr um Aufmerksamkeit als um praxistaugliche Ladeelektronik, und die haben sie bekommen. Ich muss mich jetzt wieder meinen Flugstunden widmen, die Flügel wollen einfach nicht wachsen..

Die “Sensationsmeldung” ist bei Orange zu finden.

 

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