Dell Vostro V130 im Test (4/4):
..wenn da nicht der Akku wär’

Im Alltagsgebrauch stellt der Dell Vostro V130 seine Nehmerqualitäten unter Beweis und macht auch bei Sonnenschein eine tolle Strandfigur.

Wie angekündigt folgt hiermit der Praxisteil unserer Testreihe. Technische Daten, vollmundige Werbeversprechen und angegebene Laufzeiten sind Schall und Rauch, wenn man bezahlt hat und in der Hotel-Lobby versucht, seiner Arbeit nachzugehen. Wie schlägt sich der Dell Vostro V130 also im Alltagsgebrauch?

Sehr gut. Kaum ein Meeting, wo ich nicht instinktiv zum Vostro greife, das geringe Gewicht und die Gewissheit auch ohne Schutzhülle nichts befürchten zu müssen, geben mir die nötige Freiheit. Wenn ihr das der Leihfirma nicht verratet: Mir ist das Gerät “versehentlich” während dem Betrieb mal auf den Boden gefallen, in einem anderen Moment bin ich “unbeabsichtigt” draufgetreten – keine sichtbaren Schäden. Der FreeFall-Sensor parkte die Festplattenköpfe ordnungsgemäß und gab sie danach sofort wieder frei.

Linux
Für mich als Geek musste sofort ein Linux aufgespielt werden. Canonical zertifiziert den Vostro V130 offiziell als Ubuntu-tauglich (+10.04) und tatsächlich werden auch die FN-Tastenkombinationen (inklusive der Touchpad-Deaktivierung) sofort nach der Installation unterstützt. Unter keinen Umständen sollte man aber Bluetooth ausschalten, die Funkschnittstelle kann danach nicht wieder aktiviert werden, auch eine Neuinstallation hilft da nicht weiter. Um den Intel Turbo Boost braucht man sich nicht zu bemühen, er wird vom Kernel (>2.6.33) automatisch verwaltet, auch wenn die momentanen Tools das nicht anzeigen. Zeigt die Konsole bei Auslastung: cat /proc/cpuinfo | grep -i mhz einen Takt von 1331MHz, also 1MHz mehr, ist der Turbo Boost aktiv.

Neue Gewohnheiten
Bei Verwendung einer externen Tastatur darf man getrost den Ziffernblock aktivieren, die interne Tastatur bleibt davon unberührt. Während ich mir den Griff zur Schutzhülle abgewöhnt habe, musste ich neue Routinen lernen. Das Fehlen einer Dockingstation verlangt nach manuellem Ein- und Ausstöpseln aller Kabel. Kein Beinbruch, aber nicht eines Businessgerätes würdig. Genauso musste ich lernen, das Netzteil immer einzupacken. Die Akkulaufzeit ist wie schon angedeutet viel zu kurz, bei 30% Displayhelligkeit, Textverarbeitung, Internetbrowser und aktiviertem UMTS-Modem erreiche ich durchschnittlich 2:20h – egal ob Win7 oder Ubuntu. Ich fühle mich in die Steinzeit zurückversetzt. Einen kurzen Ausflug ins nächste Cafe oder den Park kann man sich damit aber durchaus genehmigen.

Außendienstler
Der V130 glänzt im Freien mit einem nicht glänzendem Display. Die Helligkeit reicht bei 30-40% völlig aus um auf der Terrasse oder im Biergarten alles lesbar darzustellen. Das klare Finish der schwarzen Innenseite erwärmt sich bei Sonneneinstrahlung sofort, während das Magnesiumgehäuse stets angenehm temperiert bleibt. Im Akkubetrieb schaltet der Dell in den “Flüstermodus”: Der Lüfter pausiert und das Gehäuse leitet die Wärme passiv ab.

Kraftprotz oder Zwerg?
Den Vostro V130 gibt es in unterschiedlichen Modellvarianten, beim Celeron wie beim leistungsstarken Intel Core i5, welcher in der vorliegenden Ausstattung 4GB RAM mitbringt, sind keine Verzögerungen zu vermerken. Die integrierte Intel Grafikkarte vollbringt keine Wunder, kann jedoch zumindest mit Hardware-unterstützter HD-Dekodierung aufwarten. Damit spielt der Dell auch anspruchsvolle 1080p-Videos flüssig ab, zusammen mit dem sehr lauten, verzerrungsfreien Mono-Lautsprecher kann man tatsächlich von Filmgenuss sprechen, wenngleich die Farben flau und kontrastarm sind.

Fazit
Der Dell ist fast perfekt, es fehlt ihm einfach an der nötigen Akkugröße. Die Geräuschkulisse fällt nie unangenehm auf, die Rechenleistung ist den alltäglichen Aufgaben gewachsen, das Display überstrahlt problemlos die Umgebungshelligkeit und die Tastatur überzeugt auf voller Linie. Vor allem in der billigsten Ausstattung für 400€ ist der Dell Vostro V130 ein klarer Favorit, der auf jede Checkliste gehört, da alle Varianten über FreeFall-Sensor und Magnesiumgehäuse verfügen.

Der Aufpreis für schnelleren Prozessor, mehr RAM und Speicher ist berechtigt, konkurriert dann allerdings sofort mit anderen Business-Modellen, die neben einer Dockingstation auch eine längere Akkulaufzeit vorweisen können. Das ist ausgesprochen traurig, denn die Texaner machen alles richtig, außer dem Akku finde ich keine Mängel am Vostro. Gäbe es ein Akkudock, das man unterschnallen könnte oder wäre die Batterie wechselbar, gäbe ich die ultimative Kaufempfehlung.

Die typische Zielgruppe sind unter diesen Gesichtspunkten Personen, die von Schreibtisch zu Schreibtisch pendeln, Mittelständische Unternehmen, die einen leicht zu wartenden PC-Ersatz mit Reserven für Mobilität suchen und all diejenigen, die mit besagten 2 1/3 Stunden auskommen.

Seine persönliche Konfiguration stellt man bei Dell zusammen. Der Preis für den Vostro V130 beginnt bei 399 Euro.

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2 Kommentare

  1. Protagonist
    schrieb am 13. Juni 2011 um 20:17 Uhr (#)

    So eine Ledertasche suche ich schon seit Monaten vergebens.
    Wo gibt’s sowas?

    1. Schreibt hier auf dem Blog Kai Zantke
      schrieb am 14. Juni 2011 um 09:12 Uhr (#)

      Diese Ledertasche wird meines Wissens nicht mehr produziert, es ist ein Original Bree Schultornister aus den frühen 90ern.
      Die Suche in Online-Auktionshäusern mit den Worten “Kossberg Antik” liefert ein Replikat davon.
      Und die Suche bei Amazon mit “Lehrertasche Leder” kommt dem auch sehr nahe.
      Erstaunlich wie zeitlos das ist – wenn man bedenkt, wie man mich damals für diese Tasche auslachte!

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