Apple WWDC Keynote:
Apple macht eine Menge Menschen unglücklich

Auf der Eröffnungspräsentation zur World Wide Developer Conference hat Steve Jobs Apples neue Versionen von Mac OSX und iOS vorgestellt und verraten, was es mit der iCloud auf sich hat. Nicht jeder wird über die Neuerungen glücklich sein

Twitterer Dustin Curtis bringt es auf den Punkt: Mit den Neuerungen verärgert Apple Dropbox, Sparrow, Instapaper, Readability, RTM, Color, Facebook, RIM, Whatsapp – und Google hat er noch vergessen. Wieso? Einfach, indem Apple seine Betriebsssysteme in den Bereichen verbessert, die bislang eine Domäne dieser Dienste und Anwendungen waren. Dadurch werden sie nicht gleich überflüssig, aber für einige Menschen vielleicht doch weniger notwendig. Aber der Reihe nach.

DropBox vs. iCloud, RTM, (und Google)

Apple lässt es sich nicht nehmen, dem Trendthema Cloud einen eigenen Namen zu geben und sein mittlerweile obligatorisches i davorzusetzen. iCloud ersetzt MobileMe und soll ab Herbst Daten über alle Apple-Geräte synchron halten. Die Daten stehen im Mittelpunkt, Geräte sind nur noch dazu da, sie abzurufen und zu editieren. Jedem Nutzer stehen kostenlos 5 GB zur Verfügung, mehr Platz kann hinzugekauft werden. Kalender, Kontakte und Mails, iWork-Dateien, Fotos, Einstellungen etc. pp. Aufgaben-Anwendungen wie Remember The Milk wird das nicht freuen.

Bislang hat man das mit Google oder DropBox erledigt. Die DropBox bietet zwar von Haus aus nur 2 kostenlose GB, aber die können über Einladungen auf 8 GB wachsen. Und gerade bei iOS-Apps hat sich DropBox als Quasi-Standard etabliert. Da wechselt man nicht unbedingt so ohne weiteres. Trotzdem: ob es ein Zufall ist, das ich gerade heute morgen die Aufforderung erhalte, doch meine DropBox auf 40 GB zu erweitern, damit ich auch Musik etc. in der Cloud ablegen kann?

Bei Apple geht das auch. Nicht nur mit bei iTunes gekauften Songs, sondern gegen eine Jahresgebühr von 25 US-Dollar mit allem, was sich in der iTunes-Bibliothek befindet, egal, woher es stammt. Legale Musikwäsche, bei der sogar alle dann auf bis zu 10 Geräten zur Verfügung stehen, und zwar mit 256 kb/s – auch, wenn der ursprüngliche Song vielleicht nur in 128 kb/s codiert war. Das nennt sich iTunes Match und ist tatsächlich mal ein Deal.

iMessage vs. RIM und WhatsApp

Der neue Nachrichtendienst iMessage ermöglicht den Versand von Fotos, Dateien, Nachrichten, Videos, Kontaktdaten – mit einem oder mehreren Freunden, über Wi-Fi oder 3G. Muss man das Gerät wechseln, ist das kein Problem, man macht einfach auf dem iPad da weiter, wo man auf dem iPod Touch aufgehört hat.

Safari Reader vs. Instapaper und Readability

Die Reader-Funktion, die Webseiten lesefreundlich aufbereitet, steht in Zukunft auch dem mobilen Safari zur Verfügung. Dadurch und durch die Synchronisation der Lesezeichen braucht man Instapaper viel weniger dringend als vor der Neuerung.

Apple vs. den Rest?

Die ganze zweistündige Keynote pressen wir hier nicht in einen Artikel. Die schaut man sich am besten auf Apples Event-Seite selbst an. Oder man zieht sich den Film zu den Neuerungen von iOS 5 rein.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Apple sich in vielen Bereichen von anderen hat inspirieren lassen und diesmal nicht vorwegprescht ist, sondern eher aufzuholen versucht. Bei Ping hat das nicht so richtig hingehauen, das heißt aber nicht, dass es nicht bei anderen Sachen funktioniert. Das neue Betriebssystem Mac OSX gibt es zwar nur im iStore und nicht auf DVD oder Stick, dafür ist es mit 29,99 US-Dollar wieder mal ein Schnäppchen. Und die 25 US-Dollar für iTunes Match werden sicher viele Musikfreunde freudig ausgeben. Die kostenlose iCloud nimmt man wahrscheinlich so mit, aber ob sie bewährte DropBox-Prozesse ablösen kann, wird die Zukunft zeigen.

Kollege Martin Weigert war schneller als ich und hat sich auf netzwertig.com auch so seine Gedanken gemacht.

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15 Kommentare

  1. Joe
    schrieb am 7. Juni 2011 um 11:52 Uhr (#)

    Die Notification Bar haben die auch von Android abgeguckt. ;-) genauso wie Ordner erstellen in IOS 4 ;-) Traurig Apple

    1. Sven68
      schrieb am 7. Juni 2011 um 14:57 Uhr (#)

      Macht es Apple wie Android, sagen alle, sie hätten abgeguckt.
      Machen Apple es irgend anders, sagen alle, sie hätten es so machen sollen wie Android. ;-)

    2. Schreibt hier auf dem Blog Peter Sennhauser
      schrieb am 7. Juni 2011 um 18:16 Uhr (#)

      Wirklich lustig ist, dass dieses gesamte Konzept (alles in der Cloud, das Betriebssystem nur noch als Vermittler, Geräte lediglich als Displays) vor elf Jahren angekündigt wurde. Von Bill Gates, in Redmond. Es hiess Microsoft Windows .Net,und es scheiterte daran, dass die Ziele zu hoch gesteckt waren und die Kreditkartenfirmen ihre Mitwirkung verweigerten.

      “Microsoft® .NET (pronounced “dot-net” ) is a new platform, user experience and set of advanced software services that will make all devices work together and connect seamlessly. It will make Internet-based computing and communications easier to use, more personalized, and more productive for businesses and consumers. “

      http://microsoft.com/pres…ebrate25yearspr.mspx

    3. Thomas
      schrieb am 12. September 2011 um 16:28 Uhr (#)

      Irrglauben die Notifaction Bar ist nicht geklaut (google mal einwenig, Patente)
      und iCloud ist schon gar nicht eine Cloud…. nicht annähernd

  2. Florian
    schrieb am 7. Juni 2011 um 13:16 Uhr (#)

    Mein Hauptproblem war die Jahresgebühr von Mobileme. Jeder der nun vor ein paar Tagen, Wochen seinen Account erneuert hat, zahlt ab Herbst für einen Dienst, welcher nun kostenlos ist.

    Darauf hin habe ich heute Morgen mit Apple gechatet.
    Folgendes kam dabei heraus:
    Sie erhalten entweder eine volle oder eine anteilmäßige Rückerstattung je nach dem wie alt Ihr MobileMe Account ist. Falls Ihr MobileMe Account weniger als 45 Tage alt ist, haben Sie das Recht auf eine volle Rückerstattung. Falls Ihr MobileMe Account älter als 45 Tage ist werden Sie eine anteilmäßige Erstattung erhalten.- Ihr MobileMe Account wird dauerhaft gekündigt. Es ist nicht Möglich Ihr MobileMe Account nach dem 6. Juni 2011 zu reaktivieren.- Mit der Kündigung, werden Sie den Zugang zu MobileMe Mail verlieren, alle E-Mails die nach der Kündigung eingehen, werden zum Absender zurückgesendet. Ihre Online Daten, email, Kontakte, Kalender iDisk sowie MobileMe Galerie werden ebenfalls von MobileMe gelöscht. Die Kabellose Synchronisation zwischen iPhone, iPad und iPod Touch wird ebenfalls stoppen.- Apple wird nicht in der Lage sein, Ihre Daten nach der Kündigung wiederherzustellen.

    Ich habe also gekündigt. Was völlig problemlos per chat funktioniert. Man sollte lediglich: Geburtstag, letzte 4 Ziffern der Kreditkarte, Anschrift, geheime Frage beantworten. Das war`s.
    Weil ganz ehrlich… die 3 Monate klappen auch ohne mobileme und für diese 3 Monate 80€ = pro Monat 27€ zu löhnen finde ich zu happig.

  3. Heinzz
    schrieb am 7. Juni 2011 um 16:20 Uhr (#)

    iCloud & Co. Domain klauben: http://www.iclowed.com

  4. Flurin
    schrieb am 7. Juni 2011 um 17:42 Uhr (#)

    Ich würde noch Google Music (auch wenn im Moment nur in den USA) hinzufügen, geht noch weiter als die iCloud. Die ganze Musik kann online gespeichert werden und nur die markierten bzw. meistgehörten Titel werden auf dem jeweiligen Gerät gespeichert. Das ist doch schon eher “Cloud”, als nur Synchronisation ohne Kabel…
    Ausserdem: War noch ein Messenger neben SMS, WhatsApp, Facebook, Skype, MSN, … wirklich nötig??? Und dann noch nur Apple-intern…

  5. Nico
    schrieb am 7. Juni 2011 um 18:43 Uhr (#)

    Ich sehe die Entwicklung auch durchaus kritisch, zumal Apple einige Ideen / Konzepte sehr offensichtlich abgekupfert hat.

    Auf der anderen Seite ist die Weiterentwicklung des OS aus Kundensicht natürlich wünschenswert und es stellt sich die Frage, wie Betriebssysteme heute aussehen würden, wenn Apple oder Microsoft in der Vergangenheit nicht neue Funktionen implementiert hätten, die ursprünglich nur als separate Software erhältlich waren (z.B. Backuplösungen, Virenscanner / Firewalls, Mediaplayer, Browser etc.).

    Dennoch: Die Ähnlichkeiten (z.B. bei Safari / Instapaper) sind zum Teil frappierend. Hier hätte Apple dem Entwickler zumindenst ein Übernahmeangebot machen können.

  6. John
    schrieb am 7. Juni 2011 um 21:21 Uhr (#)

    Ja die schöne neue cloud, super Sache wenn sie nicht von apple, Google oder Amazon kommt. Wer will schon seine ganzen Daten diesen firmen übermitteln, nur damit sie die Daten analysieren können. Was solls mir kanns egal sein.

    Noch etwas jetzt nervts mich es auch, die ganze Zeit nur noch Applenews. aber was solls mir kanns egal sein. Wünsche noch viel Erfolg mit dieser Website, für mich hat es sich erledigt.

    1. Oti
      schrieb am 8. Juni 2011 um 08:52 Uhr (#)

      Wem möchten Sie denn Ihre Daten anvertrauen?

  7. jan
    schrieb am 7. Juni 2011 um 22:55 Uhr (#)

    sehe das ähnlich wie john.

    letztendlich ist apple auch nur google in schicker verpackung.

    Die Cloud ist ne super Idee, aber kann man sie wirklich einem Riesenunternehmen in die Hand geben?
    Ihr wisst, welche sensiblen Daten man ohne Probleme bei Facebook herausfinden kann (u.a. Thessas Geburtstag).
    Was passiert erst, wenn die Daten aus der Cloud in die falschen Hände geraten?
    Irgendwer wird schon blöd genug sein, und Bankdaten, Geschäftsbriefverkehr etc. “mal eben abzuspeichern” und schon geht der Mist los…

  8. Joe
    schrieb am 8. Juni 2011 um 16:10 Uhr (#)

    Denke Google wird Apple platt machen. Google Music wird bestimmt der Hammer ;-) Habe es mir schon auf YouTube angeschaut und es gefällt mir sehr gut. Man kann dann von jedem Rechner aus auf seine Musik zugreifen.

    Apple verliert immer mehr an glanz. Denke Apple ist ein Trend der langsam zuende geht ;-)

    1. Antafes
      schrieb am 9. Juni 2011 um 16:10 Uhr (#)

      Und dann macht Google auch noch Amazon “platt” und es gibt dann nur noch einen und der heißt Google. Ein sehr wünschenswertes Szenario… Monopolstellungen werden schließlich nie ausgenutzt. Also sollte man doch froh sein, wenn es mehr Unternehmen am Markt gibt, die ähnliche/gleiche Produkte anbieten wie die Konkurrenz?!

      Des Weiteren verstehe das ganze Theater von wegen “ist doch alles nur geklaut” nicht. Nur eines von vielen Beispielen, welches sich auf Apple bezieht, aber auch für Microsoft, Google oder andere anwendbar ist, und auch sehr gut zum Monopolbeispiel passt. Hätte Apple nicht das Smartphone-Segment revolutioniert (wenn man mal ehrlich zu sich selbst ist, hat dies Apple wirklich getan), wären hier niemals so viele neue Anbieter auf den Markt gekommen und hätten die Technik kopiert (die N95 Vergleiche bitte ersparen). Oder das gleiche in Grün: iPad. Bei beiden Beispielen war Apple Vorreiter und wurde kopiert, was ich gut finde, denn jetzt gibt es viele Anbieter von beiden Produkten. Wo also ist das Problem mit dem “Klauen”? Und außerdem möchte ich gar nicht wissen was hinter den Kulissen passiert bezüglich abwerben von Entwicklern.

  9. Joe
    schrieb am 9. Juni 2011 um 23:10 Uhr (#)

    Appel erfindet doch immer alles neu , z.b Copy and Paste und jetzt alle Apps in fullscreen ;-) Die werben mit einem haufen Scheiße und das kotzt mich einfach nur an. Hatte ein Iphone und das war auch schon mein letztes und sobald mein Macbook Pro in die Jahre gekommen ist wird hier auch wieder ein Pc stehen.
    Appel revolutioniert alles …

  10. Powerwilli
    schrieb am 9. August 2011 um 22:07 Uhr (#)

    Hi, viel Spass mit dem neuen PC…………

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