Apple patentiert IR-Kamera-Verschaltung:
Aufnehmen verboten

Der Dinosaurier Infrarot ist ein alter Hut, doch Apple verhilft ihm zu neuem Glanz, indem damit Funktionen in Apple-Produkten freigeschaltet oder deaktiviert werden sollen.

Auf YouTube tummeln sich nicht nur unsere Testvideos im neuerdings-Kanal, sondern auch ganz viel anderes – wer hätte das vermutet. Dabei finden sich auch immer wieder illegale Mitschnitte von Konzerten oder Filmvorführungen, die den Urhebern ein Dorn im Auge sind. Apple, einer der ersten, die dem digitalen Kopierschutz den Rücken kehrten, stellt sich jetzt auf die Seite der Geschädigten und bietet ihnen eine Lösung an: Die Technologie im Patentantrag 20110128384 deaktiviert zeitweise die Aufnahmefunktion von Apple-Produkten.

Wie jeder, der eine Infrarot-Fernbedienung sein eigen nennt, weiß, prüft man deren Funktionsfähigkeit am schnellsten, indem man in eine Kamera hineinleuchtet. Liefern die Batterien noch ausreichend Saft, blinkt es hell im Display. Was früher einmal zur Datenkommunikation zwischen Handy und Laptop genutzt wurde, fristet nun noch mehrheitlich sein Dasein im Wohnzimmer. Apple reaktiviert die IR-Technik und patentiert die Idee der Datennutzung via Kamera- statt mit IR-Sensoren. Wenn das Patent jemals das Licht der Welt in einem Apple-Produkt sehen sollte, erschließen sich seinem Nutzer neue Möglichkeiten und Schranken.

IR-Dioden kosten fast nichts, sind schnell installiert und können zum Beispiel in Supermärkten kurze Datenschnippsel versenden, wie etwa: “Heute im Angebot”. Viel interessierter dürfte jedoch die Musik- und Filmindustrie sein, denn über die Dioden lassen sich auch Codes zum temporären Deaktivieren der Kamerafunktion verschicken. Richtet man die Kamera auf die Show, so erfasst die gekoppelte Elektronik die IR-Mitteilung, wertet sie aus und schaltet kurzerhand die Kamera ab. Sobald man seine Freunde ins Visier nimmt, wird sie wieder aktiv, nur um im Hintergrund den unsichtbaren Lichtstrahlen zu lauschen.

Sollten alle Kamerahersteller auf diese Art umschwenken, so könnten sich auch Promis und andere kamerascheue Personen wirkungsvoll vor Paparazzis schützen oder aber eine kurze Notiz erhalten, wo sich die Gurken im Supermarkt befinden.

Den Patentantrag findet ihr auf der Homepage des US Patent und Trademark Office.

Via Golem.

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12 Kommentare

  1. reto
    schrieb am 7. Juni 2011 um 15:50 Uhr (#)

    Hmm… lächerlich. Wenn man die IR-Dioden mit einem Cover (evtl. transparent mit IR-Filter) abdeckt, funktioniert das gesamte System nicht mehr. IR hat ja den “Vorteil”, dass Sichkontakt bestehen muss. Absolut lächerlich und einfach zu umgehen….

    1. Florian
      schrieb am 7. Juni 2011 um 18:25 Uhr (#)

      Hmm… lächerlich. Wärst Du auf diese Idee gekommen..?
      Mach einen besseren Vorschlag. Reto.

    2. reto
      schrieb am 7. Juni 2011 um 19:49 Uhr (#)

      Nein, ich wäre sicher nicht auf eine solche halbherzige Idee gekommen, welche sich mit einem einfachen IR-Cut-Filter ausser Kraft setzen lässt. Ausserdem denke ich grundsätzlich nicht über solche repressiven Massnahmen, welche sich gegen die eigenen “Kunden” richten würden, nach. Aber Apple ist ja in dieser Beziehung einzigartig.

    3. Falk
      schrieb am 9. Juni 2011 um 12:26 Uhr (#)

      es geht nicht um die IR diode am handy. sondern darum das IR signale von der kammera aufgenommen werden und dann das handy “steuern”

    4. reto
      schrieb am 9. Juni 2011 um 13:00 Uhr (#)

      Aha… Hast du schon mal all die Fotokameras gesehen die einen IR-Cut-Filter (IR-Cut bedeutet einen Filter nur für das IR-Band) am Objektiv haben? Die lassen das sichtbare Licht durch und filtern nur im IR-Band. Somit kann die Kamera im sichtbaren bereich aufnehmen und jegliche IR-Informationen werden herausgefiltert. Ergo (lateinisch für also) kann die Kamera keine Informationen im IR-Bereich empfangen und somit kann sie auch nicht via IR ausgeschaltet werde. Trotzdem kann aber im sichtbaren Bereich weiter aufgenommen werden. Oder wie kann man es noch einfacher beschreiben?

  2. c
    schrieb am 7. Juni 2011 um 20:37 Uhr (#)

    Was für ein Schwachsinn.
    Dann kaufen sich die Leute die mitschneiden wollen eben ein anderes Gerät…

  3. Schreibt hier auf dem Blog Kai Zantke
    schrieb am 7. Juni 2011 um 21:43 Uhr (#)

    Ihr wisst, ich stehe Apple Produkten sehr kritisch gegenüber – in diesem Fall ist es ein zweischneidiges Schwert und ich würde das jetzt nicht gegen Apple auslegen. Es wäre doch schade, wenn Außenstehende mein Gerät deaktivieren können – unabhängig von der Gesetzeslage.

    Wenn der IR-Filter zum Aufkleben optisch keine Veränderungen mit sich bringt, warum nicht?! Aber warum nicht über GPS-Koordinaten und einer sich täglich aktualisierenden Datenbank?

    IR-Nachrichten in Supermärkten sind nicht abwegig, aber warum nicht modern über WLAN, mit Videos, Audio und farbigen Werbetexten?

    Ich glaube nicht, dass sich die Kunden deswegen ein anderes Gerät kaufen. Das iPhone hat viele Nachteile, kann nicht über USB-Stecker ohne iTunes befüllt oder bis iOS5 ohne PC in Betrieb genommen werden, trotzdem verkauft es sich.

  4. XfrogX
    schrieb am 7. Juni 2011 um 21:51 Uhr (#)

    Naja als wenn mit solchen Mitschnitten irgendein Verlust entsteht. welchen Ton nimmt man dann so mit einem Apple Produkt auf? Bildqualität ist meistens auch nicht berauschend, so was ist etwas Werbung für nen guten Künstler, aber glaube niemand sagt sich die Live DVD kaufe ich nicht ich gucke lieber Handy aufnahmen bei YouTube von den Konzerten.

    Denke das da andere Sachen viel interessanter sind, z.b. Auf Festivals kleine Infos zur band Titel und wann die nächste band kommt, da Internet dort ja oft nicht so zur Verfügung steht.

    Oder halt im Supermarkt da wo Leute Barcodes scannen und so Werbung durch zu jagen oder so was.

    Außerdem legalisiert Apple nun für 25€ im Jahr alle mp3s die man auch in itunes hätte kaufen können, und dann will man nun anfangen und gleichzeitig so was zu verbieten?

    Zum Schluss wird man auch dies dann mit jailbreak wieder stoppen können.

  5. Marc
    schrieb am 8. Juni 2011 um 12:39 Uhr (#)

    Traurig welche Rechte sich Apple mittlerweile rausnehmen kann. Facebook & Apple sind für mich die größte Bedrohung. Sie verändern das Leben negativ. Was die Menschen schon nicht mit den Produkten dieser Firmen verbocken, das übernehmen nun die Firmen. Einschränkung des Lebens inklusive. Mitschnitte von Musik & Co eghören einfach dazu! Man verbietet ja auch keinem Reporter auf ner Pressekonferenz sein Mikrofon.

  6. uffhgufgffdgfg
    schrieb am 10. Juni 2011 um 01:20 Uhr (#)

    Und ich sage ihr seit alle Schwarzseher, ich finde die Technik ließe sich viel besser verwenden um Firmenspionage zu verhindern, wie ihr vielleicht wisst sind in vielen Firmen Kamerahandys verboten. Mit dieser Technik würde apple neue Kunden gewinnen und zwar genau diese Firmen, diese kaufen apple Firmenhandys,etc und können die Kamera bei betreten des Firmengeländes deaktivieren, gut für die Firma und gut für die Person, die ihr Handy nicht abgeben muss.

  7. jens
    schrieb am 10. Juni 2011 um 09:03 Uhr (#)

    aus der sicht eines regelmäßig live auftretendes musikers muss ich sagen das die konzertmitschnitte (in mieser qualität) natürlich keinen betrachter davon abhalten eine cd oder dvd zu kaufen. allerdings keineswegs die musikalischr leistung einer band wiederspiegeln und durch extreme verzerrung diese in einem schlechten licht dastehen lässt. unsere konzerte sind gut besucht, der erfolg gibt uns mehr oder weniger recht – wuerde ich aber (als besucher) nur die videos die von uns im internet kursieren kennen wuerde ich nicht auf unsere konzerte gehen

  8. XfrogX
    schrieb am 10. Juni 2011 um 22:40 Uhr (#)

    @ jens Wie wäre es wenn ihr selber mitschnitte erstellt und diese Online verfügbar macht. dann können die Leute sich ein besseres bild von euch machen. Allgemein gehts aber den wenigsten bei diesen mitschnitten um die qualität der künstler sondern mehr darum wie die stimmung scheint und auch was so auf der bühne geboten wird. Den die meisten kennen ja die musik bevor sie nach den mittschnitten suchen.

    Und in einer firma ist das ganze fast unmöglich. den du müsstes überall wo nicht gefilmt werden darf aus jedem blickwinkel ja die ir sender aufstellen. dazu müssten diese dann auch gegen abdecken gesichert werden. da ist ein bisschen aufpassen das fremde keine kamera zücken doch einfacher. Zumal man mehr angst vor fremden haben sollte als vor den eigenen leute. und den fremden kannste ja kein apple produkt vorschreiben. genauso wie es sowieso schwer möglich ist alle nur zum apple zu bringen zumal wenn jemand videos machen will udn weiß das es mit apple produkten schwerer wird.

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