Dell Vostro V130 im Test (3/4):
Herausragende Leistung mit
kleinem Übersetzungsfehler

Der Dell Vostro V130 erlaubt auch bei schlechtem Licht angemessene Videokonferenzen, schwächelt beim Akku und kann nach dem Auspacken sofort in Betrieb genommen werden.

Die Webcam macht gute Bilder

Die Webcam macht gute Bilder

Die Tastatur stellt sich als gut geeignet heraus, das Touchpad erleichtert die Bedienung auf dem Schoß und mit der Portauswahl kann man zufrieden sein. Doch fernab der Familie kann es schnell einsam und langweilig werden, eine Webcam verspricht hier Abhilfe.

Guckloch zur Welt
Mit 2 Megapixeln liefert die Webcam ausreichend Pixel, um detailgetreue Bilder zu senden. Erfreulicherweise halten sie auch schlechte Lichtverhältnisse nicht davon ab, ein helles Video zu übertragen.

Wo ein Video nicht angemessen erscheint (nach einer durchzechten Nacht zum Beispiel) darf man sich getrost auf das Mikrofon verlassen, es zeichnet mit guter Qualität einen großen Frequenzbereich auf. Während einer Konferenz empfiehlt es sich, keine Textnachrichten zu senden, die Tastatur klackert hörbar am anderen Ende, obwohl das Mikrofon oben im Deckel sitzt. Die Dell WebCam Central Software erlaubt witzige Effekte und Avatare und erfreut auch durch weniger intelligente Hinweise: “Um eine feine Video erstellen, wenden Sie sich bitte nicht um andere Anwendungen während der Aufnahme”. Da kann ich nur sagen: Hatte ich auch nicht vor.

Schwächling

Dell Vostro V130

Dell Vostro V130

Das Wichtigste vor allen anderen Features ist und sollte der Akku sein, wer hier schludert verspielt seine Chance auf Mobilität und beglückte Kundschaft. Hier liegt das Problem: Der Dell überzeugte bisher in jeder Disziplin, er ist angemessen leicht, robust und eignet sich als tägliches Werkzeug, aber die Akkulaufzeit ist eine Katastrophe! Mein damaliger Latitude (Intel Centrino 1.7GHz, integrierte Grafikkarte) brachte mit einer Akkuladung knapp drei Stunden zusammen, danach tauschte ich einfach den Akku aus. Dem Vostro dagegen fällt es schwer, auf zweieinhalb Stunden Laufzeit zu kommen, wenn ich das Internet bemühe. Ein Netbook überflügelt ihn um das Dreifache, die Konkurrenz erreicht wenigstens das Doppelte.

Dabei ist der Vostro V130 gar nicht verschwenderisch, Dell konfiguriert alles erdenkliche um Strom einzusparen: Die Energieprofile wurden bis ins Kleinste angepasst, das Display dunkelt sich ab, wenn man keine Dokumente bearbeitet (anscheinend wird ein weißer Fensterhintergrund erkannt), das Windowsschema wird gewechselt und und und. Im Office-Betrieb benötigt der Dell zwischen 18 und 22 Watt für seinen Intel Core ULV i5-470UM, das ist verglichen mit einem Netbook (im Schnitt um die 12-14 Watt) ein Spitzenwert. Doch der kleine Akku mit 30Wh vermag einfach nicht mehr Strom herauszupressen. Das ist nicht nur schade, sondern in Kombination mit dem nicht wechselbaren Akku ein echtes Hindernis. Hinsichtlich der Mobilität ist das ein Rückschritt, da ich immer den Akkustand im Auge behalten muss – damit gehört das Netzteil immer ins Gepäck und erhöht das Gesamtgewicht.

Vegleiche ich den Preis mit der Konkurrenz, schneidet der Dell sehr gut ab, vor allem in der kleinsten Konfiguration. Man muss sich einfach bewußt sein, dass der Akku selbst bei striktem Powermanagement nicht länger als drei Stunden erreicht.

Heute schon registriert?

Dell WebcamCentral

Dell WebcamCentral

Was immer wieder bemängelt wird, ist die schiere Auswahl an Bloatware, also unnützer Software, die für Werbezwecke installiert wird. Wie beim Akku-Test bereits zu erahnen war, hat sich Dell Mühe gegeben, den Kunden sofort loslegen zu lassen. Nach dem Auspacken ist das Gerät auch tatsächlich betriebsbereit, kein nervender Pop-Up zur Registrierung, keine Eingabefelder für irgendwelche persönlichen Informationen. Stattdessen verbindet sich das UMTS-Modem sofort nach dem Einlegen der SIM-Karte und würden nicht die vielen Windows-Updates im Internet herumlungern, dann könnte ich sofort an die Arbeit. Dell liefert die nötigen Windows- und Treiber-Discs mit, gleichzeitig fordert mich aber die Dell-Backup Suite wenige Stunden später doch noch dazu auf, Sicherungen zu erstellen.

Ein erstes Fazit
Insgesamt ist der Dell ein Rundumsorglospaket, das auch für Außendienstler mit Zigarettenlader oder Zugfahrer mit Steckdose in Reichweite gut geeignet ist. Das verwendete Material schützt die Innereien vor den Widrigkeiten des Alltags und könnte genauso gut im Schulranzen eines Erstklässlers überleben, was ich sicherlich als den härtesten Test ansehen würde. Bei der Leistung muss man keine, bis fast keine Abstriche in Kauf nehmen, nur die Akkulaufzeit ist einfach zu kurz bemessen, was aber weniger am Verbrauch und mehr an der Akkugröße liegt.

Bisher nahm ich den Dell Vostro V130 nur am Schreibtisch unter die Lupe, zählte die harten Fakten auf und konnte in aller Ruhe über alles herziehen. Im letzten abschließenden Teil nehme ich Euch einen Tag lang mit und wir werden gemeinsam erleben, wie schwer die Nachteile und Vorteile wirklich wiegen und wie sie sich im Alltag auswirken.

Technische Daten und eine Auswahl verfügbarer Konfigurationen gibt es bei Dell. Der Preis für das Metallgehäuse beginnt bei 399 Euro.

 

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2 Kommentare

  1. Keine Chance gegen meinen ACER Travelmate 5742G, i5, nvidia GT540M, 8GB DDR, 640GB HD…für 460 Euro. – und wird in Zukunft (2 Jahre) für 200 Euro verkauft (Realpreis somit: 260 Euro) ROFL

  2. Die von Dir angegebene Ausstattung wird in den Preissuchmaschinen mit +600€ gelistet.
    Es wirkt etwas befremdlich einen 1,6kg leichten Vollmetall-Laptop gegen einen 15,6 Zöller gleicher Auflösung antreten zu lassen. Zwei unterschiedliche Anwendungsszenarien, zwei unterschiedliche Herangehensweisen.

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