Alcatel-Lucent Touchatag im Test:
RFID-System für den Privatrechner

Der Touchatag von Alcatel-Lucent ist ein persönliches kleines RFID-System mit RFID-Leser und zehn aufklebbaren Transpondern, die Dinge der realen Welt mit dem Internet verbinden.

Touchatag RFID-System

Touchatag RFID-System

Beim Thema RFID denken viele gleich an Überwachung, an den neuen deutschen Personalausweis oder ähnliche Dinge. Auch Bezahlsysteme mit RFID sind langsam im Kommen. Das Touchatag-System nutzt diese Technik vor allem, um den Menschen vor dem Rechner das Leben zu erleichtern.

Aber beginnen wir beim Auspacken: das Paket enthält kaum mehr als eine Art Plastikuntersetzer mit USB-Anschluss, der 6 x 10 cm groß und circa 1 cm hoch ist.

Dann ist da noch ein Päckchen mit 10 Transpondern: runde Aufkleber mit 3 cm Durchmesser und einer vierzehnstelligen Zahlen-Buchstaben-Kombination. Erst nach dem Abziehen der Klebefolie entdeckt man den Schaltkreis auf der Rückseite.

Bevor es losgehen kann, muss man sich allerdings ein kostenloses Konto unter touchatag.com einrichten und die Aufkleber mit bestimmten Aktionen verbinden. Außerdem braucht man noch eine kostenlose Software, die man auf der Seite für Windows XP, Vista, 7 und Mac OS X ab Version 10.4 herunterladen kann. Jetzt kann das das Einrichten losgehen.

Touchatag RFID-System
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Touchatag RFID-System


Zu den einfachsten und populärsten Anwendungen zählt wohl das Verknüpfen einer bestimmten URL mit einem Transponder-Tag.

Ich habe zum Beispiel testhalber den elektrischen Bleistiftspitzer mit einem Lieferanten von Büromaterial verknüpft. Braucht man jetzt neues Papier, Stifte, oder ähnliches, stellt man einfach kurz den Bleistiftspitzer auf das Touchatag Lesegerät, die Seite öffnet sich, und man kann seine Bestellungen aufgeben.

Das muss man nicht unbedingt haben, aber ganz praktisch ist es schon. Eine andere Anwendungsmöglichkeit: man verknüpft den Aufkleber auf seiner Digitalkamera mit dem Online-Fotodienst seiner Wahl.

Auf der Touchatag-Website findet man auch kompliziertere Anwendungen wie einen Music Player, für den man allerdings auch sechs RFID Transponder-Tags benötigt. Dazu beklebt man die sechs Seiten eines Würfels und ordnet jeder Seite eine Funktion zu: Abspielen/Pause, Vor- und Zurückspulen/-springen, Lautstärke hoch, runter etc.

Touchatag RFID-System Skype Call

Touchatag RFID-System Skype Call

Es lassen sich auch bestimmte Applikationen starten oder Skripte aufrufen, allerdings muss man sich etwas mit dem eigenen Rechner auskennen und seine eigene Applikation basteln. Ohne größere Kenntnisse kann man allerdings E-Mails via Touchatag Transponder verschicken, Skype-Anrufe starten oder Tweets absetzen.

Fazit: Touchatag bietet dem Geek eine Menge Möglichkeiten. So kann man seinen nicht so computerversierten Verwandten oder Freunden das Leben mit dem RFID-System deutlich vereinfachen, indem man alltägliche Gegenstände mit Programmen oder Webseiten verknüpft. Oder auch den Ordner für die Steuererklärung mit der dazugehörigen Datei auf dem Rechner, die CD mit der Last.fm-Seite des Künstlers etc.

Ohne große Computerkenntnisse wird man sich allerdings erst einmal schwer tun. Schließlich muss man Software installieren, ein Konto erstellen und die eigenen Aktionen einrichten. Hat man das aber hinter sich gebracht und einen freien USB-Anschluss für den Touchatag-Leser übrig, ist das Touchatag RFID-System eine nette Spielerei für den Geek und eine echte Erleichterung für Menschen, die sich das Eintippen langer Befehle und URLs sparen möchten.

Das Touchatag RFID-System für den heimischen Rechner gibt’s bei Get Digital. Für das Lesegerät mit zehn aufklebbaren Transponder-Tags werden 39,99 Euro fällig, 25 Tags ohne Lesegerät kosten 24,99 Euro.

 

Frank Müller

Frank Müller ist Vater von 4 Töchtern (mit 1 Frau) und vielseitig interessierter Mac-Nerd, der auch Linux nicht abgeneigt ist. Er arbeitet hauptberuflich als Creative Director und Werbetexter und bloggt ab und zu.

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4 Kommentare

  1. ünnötig, bei der rheinbahn gibt es so ein gerät für umsonst um mit seinem personalausweiß elektronisch zu bezahlen …

  2. “Braucht man jetzt neues Papier, Stifte, oder ähnliches, stellt man einfach kurz den Bleistiftspitzer auf das Touchatag Lesegerät, die Seite öffnet sich, und man kann seine Bestellungen aufgeben.” Viel zu aufwendig und immer noch indirekt – denn man kann “den Willen” (für die Esoteriker unter uns) des Users auch direkt abfangen, ohne, daß dieser noch groß irgendwelche Körperteile bewegen muß.

  3. da ich vergesslich bin, und öfter z.B. meine Handtasche mit allen Ausweisen, Bargeld etc. liegen lasse, im Restaurant, Eisenbahn und anderswo, hätte ich gerne eine Warneinrichtung welche z.B. ein Akustiksignal abgibt, wenn ich mich mehr als eine kurze Distanz von meiner Tasche entferne.
    Meine Idee: Transponder in der Handtasche einkleben und den Empfänger in die Hosentasche stecken.
    Geht das mit dem Touchatag?
    Oder hat jemand eine andere preiswerte und praktikable Idee?
    Auf brauchbare Antworten bin ich sehr gespannt.

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