Germanmadepunkt iPad-Schutzhülle im Test:
Buchbindekunst plus Birkenholz

Die iPad-Schutzhüllen von Germanmadepunkt verbinden handwerkliche Buchbinder- und Schreiner-Techniken mit umfangreichen Möglichkeiten der Individualisierung zu ungewöhnlich schönen und stabilen Schutzhüllen für iPad und iPad 2. Wir haben sie auf ihre Alltagstauglichkeit getestet.

Das junge Unternehmen Germanmadepunkt sitzt in Düsseldorf und hat es sich zur Aufgabe gemacht, durch den Einsatz handwerklicher Techniken eine Schutzhülle für das iPad anzufertigen, die es auch in den Manufactum-Katalog schaffen könnte. (Hier schon vorab die Bitte um Entschuldigung, falls ich mich dazu verführen lassen sollte, im Verlauf des Artikels bereichsweise in einen manufactumesken Schreibstil abzugleiten.)

Germanmadepunkt iPad-Schutzhülle
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Handwerkskunst aus Deutschland

Der Rahmen besteht aus mehreren dünnen Birkenholzholzschichten, die jeweils um 90° zum Faserverlauf verleimt sind. Dadurch erhält er eine Stabilität, die bis zu 10 mal höher liegt als die eines Massivholzrahmens. Außerdem entsteht so eine schicke Streifenoptik, durch die die Hülle von der Seite noch mehr wirkt wie ein Buch.

Denn diesen Eindruck macht die iPad-Hülle von Germanmadepunkt auf den ersten Blick: den eines Buchs, bzw. eines Notizbuchs. Das ist kein Zufall, schließlich wird die Außenseite nach allen Regeln der Kunst von Hand in der Buchbinderei angefertigt.

Jede Hülle ein Unikat

Und das so individuell wie wohl bei keiner anderen iPad-Hülle. Allein 11 Innenfarben und 11 Außenfarben stehen zur Verfügung, wenn man als Material English Buckram (Leinengewebe) wählt. Die Farben sind beliebig kombinierbar, das Material ist unempfindlich gegen Schmutz und kann mit einem feuchten Tuch abgewischt werden. Gegen Aufpreis von 20,- bzw. 35,- kann man auch eine Kunstleder- oder Leder-Außenseite ordern, die jedoch nur in jeweils 3 Farben.

Auch eine Namensprägung mit Bleisatz ist gegen eine Gebühr von 10 Euro möglich, normalerweise in Helvetica, auf Wunsch jedoch auch in Futura oder Bodoni.

Maße und Gewichte

Germanmadepunkt fertigt je 2 unterschiedliche Hüllen für iPad und iPad 2. g.1 ist die pure, flache Variante, g.2 enthält in einer zweiten Ebene Fächer für Stifte, Block und Visitenkarten. In eines der Fächer passt perfekt ein iPhone 4. Logischerweise unterscheiden sich alle Versionen leicht in Gewicht und Abmessungen:

Version Maße Gewicht
g.1 für iPad 1: H 276 x B 221 x T 20 mm – 375 Gramm
g.2 für iPad 1: H 276 x B 221 x T 32 mm – 620 Gramm
g.1 für iPad 2: H 268 x B 212 x T 22 mm – 400 Gramm
g.2 für iPad 2: H 268 x B 212 x T 25 mm – 450 Gramm

Man sieht, die iPad-Schutzhüllen zählen nicht unbedingt zu den Leichtgewichten. Das macht aber insofern nichts, als das iPad ohne viel Fummelei entnommen werden kann. Trotzdem halten die 4 Gummieinsätze das iPad so sicher, dass man die geöffnete Schutzhülle gefahrlos mit dem Gesicht nach unten drehen kann, ohne dass das iPad Gefahr liefe, herauszufallen.

Nachhaltigkeit und Detailverliebtheit

Der Name sagt es schon: Germanmadepunkt-Schutzhüllen kommen nicht aus dem fernen Osten, sondern werden in Deutschland gefertigt. Auch die verwendeten Materialien kommen aus dem Inland. Ein Punkt, der dem Unternehmen besonders wichtig ist, wie sich ja auch schon in der Namensgebung zeigt.

Noch wichtiger aber ist ein „bleibendes, positives Produkterlebnis“, das sich von demjenigen abhebt, das die üblichen massengefertigten Produkte bieten. So können Buchrücken, Innenleben, Schrauben und Gummis individuell nachbestellt und ausgetauscht werden, falls einzelne Komponenten optisch gelitten haben oder nicht mehr gefallen. Wo gibt es das sonst noch?

Wieviele Gedanken sich die Designer gemacht haben, zeigt sich auch am integrierten Aufsteller, den man zunächst vergeblich sucht, falls man auf der Website davon gelesen hat. Ein Aufsteller? Wo? Bis man kapiert, dass man nicht nach zusätzlichem Material Ausschau halten sollte, sondern nach fehlendem. Die Kunst besteht auch hier im Weglassen: Eine diagonal verlaufende Kerbe im Rahmen dient als Aufsteller, der das iPad senkrecht oder waagerecht in einem angenehmen Winkel hält.

Zudem ist der Birkenholzrahmen so großzügig ausgeschnitten, dass alle Anschlüsse frei zugänglich bleiben. Anders als bei vielen anderen Cases muss man das iPad hier nicht herausnehmen, um beispielsweise ein Mikrofon oder einen Kopfhörer einzustöpseln.

Fazit

Wer einen soliden Schutz für sein iPad will, der nicht gleich nach High-Tech aussieht und wer sich am reizvollen Kontrast des rohen Birkensperrholzrahmens mit der Hochglanzschicht erfreuen kann, die eine natürliche Erweiterung des iPads scheint, ist mit den Hüllen von Germanmadepunkt bestens bedient.

Die iPad-Hüllen bieten eine Vielzahl von Eigenschaften, die man bei anderen Herstellern vergeblich sucht: die große Auswahl an kombinierbaren Innen- und Außenfarben; die Bleisatzprägung des Namens oder ( ab 5 Stück) Firmenlogos und die handwerklich gefertigten Leinengewebe-, Kunstleder- oder Ledereinbände.

Germanmadepunkt iPad-Schutzhüllen sind vielleicht nicht die leichtesten und nicht die billigsten, aber mit Sicherheit eine gelungene Idee und eine Umsetzung, die im Markt der iPad-Schützhüllen positiv auffällt.

Die handgefertigten iPad Schutzhüllen von Germanmadepunkt gibt es ab 69,95 Euro (g.1) bzw 79,95 Euro (g.2) für iPad und iPad 2 – bei Letzterem wird natürlich auch die automatische Schlaf- und Aufwach-Funktion unterstützt.

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4 Kommentare

  1. moto
    schrieb am 19. Mai 2011 um 23:53 Uhr (#)

    Die Produktidee ist nicht neu

    Wer hat da von wem abgekupfert?

  2. Flubber
    schrieb am 20. Mai 2011 um 16:56 Uhr (#)

    Germanmadepunkt für Madeinchina. Was ist, abgesehen von der Rechtschreibung, falsch?

    Zumal Apple keinen Hehl daraus macht, an welchem Ort der Welt ihre Produkte gefertigt werden.

    1. Schreibt hier auf dem Blog Frank Müller
      schrieb am 20. Mai 2011 um 17:18 Uhr (#)

      Gut möglich, dass sich das deutsche Unternehmen vom amerikanischen hat – sagen wir mal – inspirieren lassen. Aber die Idee ist eben auch, Produkte nicht unbedingt durch die halbe Welt zu karren, sondern vor Ort von heimischen Hölzern aus heimischen Materialien zu fertigen.

      Wenn man diese Idee gut findet, kann man eigentlich kein Dodocase aus den USA bestellen.

      Aber für ein Diskussion um Globalisierung und die Widersprüche des modernen westlichen Lebens ist hier wahrscheinlich auch nicht der rechte Ort. Die Schutzhüllen von Germanmadepunkt sind auf jeden Fall aus meiner Sicht jenseits aller Ideologien empfehlenswert.

  3. Markus
    schrieb am 2. August 2011 um 18:00 Uhr (#)

    Jetzt ist auch unser Produktionsvideo online, viel Spass! http://youtube.com/watch?…layer_embedded#at=13

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