Koscheres Smartphone:
Dieses Handy ist garantiert sündenfrei

Wer es mit dem Glauben sehr genau nimmt, ist mit dem koscheren Smartphone bestens bedient.


Religionen sind so eine Sache, wenn man es damit genau nimmt, könnte man schnell in Teufelsküche kommen, denn bekanntlich verbietet das 8. Gebot die Lüge, der Islam verbietet den Verzehr von Schweinefleisch und in der jüdischen Religion stellen bereits moderne Smartphones einen frommen Juden vor schwere Herausforderungen.

Aus diesem Grunde gibt es bereits einige koschere Smartphones. Das israelische Telekommunikationsunternehmen Accel Telecom bietet nun ebenfalls ein garantiert koscheres Gerät mit einigen Zusätzen für die ungefähr 400’000 ultraorthodoxen Juden an.

Ein Smartphone gilt angeblich dann als koscher, wenn es beispielsweise keinen SMS-Versand erlaubt oder das Internet, inklusive Email, Facebook&Co ausschließt. Auch das Fehlen einer Kamera scheint ein Kriterium zu sein. Was das neue Gerät von seinen Vorgängern unterscheidet ist die Übersetzung ins Yiddische, das gesamte Menü wurde von zwei Personen in viermonatiger Arbeit übersetzt und in Hebräisch dargestellt. So lautet etwa “Bildschirmschoner” im Yiddischen “Schirm Verteidikung” und “Klingen” entspricht dem deutschen “Klingelton”.

Die Nutzung am Sabbath wird mit horrenden zwei Euro pro Minute berechnet, anscheinend ist auch das eine Sünde. Erst als nachgewiesen war, dass auch technikkundige Anwender keine Chance haben, die eingebauten Sperren für Internet und anderes zu umgehen, erhielt das Smartphone die Auszeichnung “koscher”.

Via Straits Times.

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5 Kommentare

  1. alon
    schrieb am 29. April 2011 um 14:41 Uhr (#)

    Man muss allerdings betonen, dass es sich hier um ultra-ultra-orthodoxe Juden handelt, die nur ein Handy ohne Kamera, SMS und Internet für koscher empfinden. Diese sind noch kleiner als eine Minderheit im Judentum!
    Ich selbst kenne drei (!) orthodoxe Rabbiner, die selbst ein iPhone besitzen – natürlich inklusive SMS, Kamera und Internet!

  2. Bruxbart
    schrieb am 29. April 2011 um 14:52 Uhr (#)

    Hmmm, stelle mir grade die frage was ich mit dem Gerät soll wenn es nicht mehr das machen darf für das es eigentlich gedacht ist???

    1. Schreibt hier auf dem Blog Kai Zantke
      schrieb am 29. April 2011 um 14:54 Uhr (#)

      Dachte ich zuerst auch, dann fiel mir ein, dass man damit ja trotzdem noch Office-Dokumente ansehen oder seinen Kalender verwalten kann.

  3. Florian
    schrieb am 29. April 2011 um 15:36 Uhr (#)

    Bekannte von mir sind streng orthodox und nutzen kleine “Helferlein” zur Meisterung Ihres Alltages. Am Sabbat werden ALLE elektrischen Geräte per Zeitsteuerung aktiviert und deaktiviert. Ich halte dies zwar für seeeehr grenzgängige Auslegung, allerdings ist dies oft unumgänglich. Gerade dann wenn es sich nicht um Luxusprobleme wie programmierbare Herde, Klimaanlagen, Handy`s etc. pp handelt sondern vielmehr um medizinische Gerätschaften. Aber wenn man so durch die USA wandert begegnen einen die skurrilsten Dinge welche angeblich “Kosher” produziert werden. Zbsp.: Coca Cola oder Mc Donnald`s Ohne Scherz !:-)

  4. Robert
    schrieb am 1. Mai 2011 um 11:12 Uhr (#)

    Dagegen ist die katholische Kirche richtig modern…

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