Asus Eee Note EA-800 im Test (2/4):
Elektronischer Notizblock

Das Asus Eee Note EA-800 muss sich im zweiten Teil des Test als digitaler Notizblock gegen das Papier behaupten.

Asus EA-800

Asus EA-800

Wie bereits erwähnt, will das Asus Eee Note EA-800 nicht mit anderen Tablets konkurrieren, sondern versucht sich durch Spezialisierung, aber auch den Preis abzuheben (NetbookItalia berichtet von 260 Euro, EBookReader-Vergleich gar von unter 200 Euro). Deshalb widme ich der Notizfunktion und dem E-Book Reader jeweils einen eigenen Artikel, der eilige Leser findet unten den Link zur Gesamtbewertung.

Nicht anfassen
Die Gewohnheit vom Gebrauch des Smartphones her, auf dem Display herumzutatschen, endet spätestens beim Asus EA-800 – keine Angst, Fingerabdrücke fallen nicht auf, doch man sähe weniger wie ein Idiot aus, nähme man den Wacom Stylus aus seiner Ablage. Der Launcher ist etwas bieder und vermittelt durch seine großzügige Anordnung der Programme in zwei Spalten tatsächlich ein gewisses “Touchfeeling”. Doch außer den Sensortasten am unteren Rand ist hier alles stiftbedient, und das ist auch gut so.

Unkompliziert und schnörkellos
Die Notiz-Funktion ist nicht umsonst die erste in der Liste, darin will der EA-800 schließlich glänzen. Ein beherzter Klick mit dem Stift startet die Anwendung fast verzögerungsfrei. Um auch dem letzten PC-Legastheniker die Furcht vor der Technik zu nehmen, präsentiert sich die App aufgeräumt und simpel: Es gibt keine versteckten Optionen oder verschachtelte Menüs – ein großes Symbol zur Erstellung einer neuen Notiz, die Suchleiste, eine Tag-Liste und die bisherigen Dokumente sind zu sehen. Fertig. Simpler kann es nicht werden.

Sobald man eine neue Seite erstellt, poppt die Onscreen-Tastatur auf, um einen Namen dafür zu vergeben. Alternativ ist auch eine Schrifterkennung mit Worterkennung eingebaut, allerdings reagiert sie träge und nicht allzu verlässlich. Jetzt endlich kann es losgehen, die Symbole am oberen Rand sind selbsterklärend, und das einzige, was einem zur Verfügung steht. Sie dienen der Anwahl der bereits geschriebenen Blätter, der Stift- und Farb-, wie auch der Papierauswahl. Ab Werk sind bereits mehr als 50 verschiedene Papiertypen angelegt. Nicht nur wissenschaftliche Vorlagen wie Logarithmuspapier oder axonometrische Einteilungen sind zu finden, auch Kalenderblättter für 2011/2012, ToDo-Listen und Ausgabenvorlagen sind enthalten. Sollte man tatsächlich nicht das gewünschte Format finden, erstellt man es einfach selbst. Hat man sich endlich entschieden, malt man munter drauflos, spätere Änderungen des Hintergrundes sind jederzeit und für jede Seite individuell möglich.

Graue Mäuse

Asus EA-800

Asus EA-800

Der Eee Note ist ein Graustufen-Tablet, deshalb bietet die “Farb-” Palette auch nur drei Grautöne an: Hellgrau, grau und dunkelgrau/schwarz. Das ist etwas enttäuschend, wünschenswert wäre eine Einteilung in gelb, rot, blau, schwarz gewesen, wie es zum Beispiel der Entourage Edge auf seinem E-Ink Display macht. In der Auswahl der Stifte war man wenigstens großzügiger: Bleistift, Kugelschreiber, Filzstift, Füller und Textmarker bieten eine Spielwiese zum Ausprobieren. Der Bleistift zeichnet je nach Druck in drei verschiedenen Helligkeiten, der Füller zieht dickere Linien, und der Marker wird dunkler, je öfter man die selbe Stelle unterstreicht, ganz wie man es vom Papier her gewöhnt ist.

Die Striche werden als Vektorgrafik intern gespeichert, die Undo/Rückgängig-Funktion geht aber nur maximal 15-mal zurück, den Rest muss man mit dem Radiergummi erledigen. Über die integrierte 2-Megapixel Kamera oder durch bereits gespeicherte Bilder können die Zeichnungen mit Illustrationen oder dem Tafelanschrieb des Professors ergänzt, zugeschnitten und gedreht werden. Wirklich begeistert hat mich das aber nicht. Die Kamera schießt miserable Fotos, und aus der dritten Reihe im Plenum zeigt das Foto nur noch Schemen eines Umrisses. Dazu kommen die starken Entrauschungsartefakte und die Tatsache, dass alles nur in Graustufen abgelegt wird. Schaut Euch die Bilder in der Galerie an, um es selbst zu beurteilen.

Digitales Papier
Der Stift fühlt sich angenehm an und fährt über den Bildschirm wie auf Papier, inklusive dem typischen “Kratzen der Feder”. Nach einer Kalibrierung trifft man zielsicher und zeichnet wie auf echtem Papier. Egal wie hastig ich herumkritzele, das Eee Note merkt sich auch den kleinsten Strich und folgt mir ohne Verzögerung. Die Touchbuttons nutzen in diesem Programm nicht viel und können per Stiftklick deaktivert werden. Eine Tag-Funktion zum leichten Auffinden rundet das Paket ab.

Ein klein wenig störend ist die schlechte Kartenverwaltung. Zwar kann ich einzelne Blätter auf der Karte ablegen, nicht jedoch die gesamte Mappe, dazu muss ich jedes Blatt aufrufen und einzeln speichern oder die Windows Software bemühen. Die speichert die Dateien aber als .nte ab, welche man in .cab umbenennen und dann mit einem Archivierprogramm alle GIF-Dateien entpacken muss. Die Bilder haben am Ende eine Auflösung von 768×888. Außerdem sind 8 Zoll Bilddiagonale kleiner als ein DIN A5 Blatt, ca. 1-2cm kürzer an beiden Seitenlängen. Kein Beinbruch, doch das sollte man bedenken, wenn man den Eee Note ernsthaft in Betracht zieht. Ich hatte keine Probleme damit, bin aber auch das Schreiben auf A5 Blöcken gewohnt.

Die Software wird ständig überarbeitet, der Sourcecode des Betriebssystems liegt offen, und Hobbyprogrammierer basteln schon an Verbesserungen – mit anderen Worten, was nicht ist, das wird noch! Ich konnte keine Situation finden, in der ich nicht den Eee Note einer Zettelwirtschaft vorgezogen hätte. Unter diesem Gesichtspunkt ist das Asus EA-800 ein echter Geheimtipp.
Der nächste Teil wird sich ausführlich mit den EBook-Möglichkeiten befassen, bevor ich dann den Rest begutachte und mein Fazit ziehe.

 

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