Asus Eee Note EA-800 im Test (1/4):
Edel und chic

Das Asus Eee Note EA-800 Tablet erhält einen ersten “Bodycheck”. Das Linux-Gerät mit Wacom-Pen-Technologie gefällt, und überzeugt durch robuste Bauweise.

Das Asus Eee Note EA-800 ist ein Linux-Tablet mit herausragenden Eigenschaften, wovon die «Wacom Penabled Technologie» nur eine ist. Wir können Euch heute unsere ersten Eindrücke und Fotos liefern. Im ersten Teil des Tests werden wir die Hardware unter die Lupe nehmen und ein paar Besonderheiten diskutieren. Die folgenden Artikel sollen sich dann um die Alltagstauglichkeit kümmern, aber seid gewarnt: Wenn Ihr an Liebe auf den ersten Blick glaubt, solltet Ihr jetzt lieber wegschauen.

Asus Eee Note EA-800
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Geld oder Zubehör

Das Asus EA-800 zeigt sich spartanisch, aber mit ausgewähltem Zubehör: Eine dezente, edel wirkende Kunstleder-Klapphalterung, zwei Wacom Stifte, ein USB-Netzadapter (5V, 1A) und das dazu gehörige USB-zu-microUSB-Kabel. Ja, der Asus läßt sich auch über eine USB-Buchse laden, USB3.0 mit der neuen Strom-Spezifikation wäre für eine schnelle Regeneration des Akkus angebracht.

Der Verzicht auf billige Wegwerf-Kopfhörer oder eine Speicherkarte ist nur konsequent und hält den Preis tief, ohne mit Billigware zu enttäuschen. Bestimmt hat jeder von uns noch eingeschweißte Pieps-Kopfhörer von Smartphone und diversen anderen Geräten in den Schubladen schlummern, und endlich kann auch die kleine 1GB-Speicherkarte noch zu sinnvollem eingesetzt werden – viel Platz braucht ein eBook ja nicht.

Nur nicht auffallen

In Zurückhaltung übt sich auch das Äußere des neuen Begleiters. Keine lackierten oder spiegelnden Flächen, stattdessen ein mattiertes Display und gebürstetes Aluminium, das mit Fingerabdrücken spielend fertig wird. Im oberen Bereich gibt es eine Griffmulde mit Weichgummi-Einlage für den Stift, darunter, in der Mulde, findet sich die Öffnung des Mikrofons, die nur dann freiliegt, wenn auch der Stift entnommen wurde. Und am anderen Ende warten Einschalter, Mono-Lautsprecher, SDHC-Kartenslot, microUSB und Kopfhörer-Anschluss. Darüber befinden sich ein paar berührungssensitive Tasten.

Der Asus Eee Note läuft unter einem Linux-System des 2.6.21 Kernels. Obwohl Linux als sehr stabil gilt, kann man sich aus einer “kernel panic” mit dem Resetschalter am linken unteren Ende des Gehäuses retten. Erfreulicherweise ist die Öffnung groß genug, damit die Wacom Stiftspitze hineinpasst – Büroklammern können am Arbeitsplatz verbleiben. Laut der sehr nützlichen Ressource Free Eee Note handelt es sich um einen Ableger des Marvell PXA Linux Preview Kits.

Kluges Köpfchen

Das macht Sinn, die CPU ist eine Marvell XScale PXA 303 (ARM11) mit 624MHz Takt, begleitet von 256MB RAM und 128MB Flash-Speicher. Von den internen 4GB Speicher erhält der Nutzer ungefähr 3GB für eigene Dateien, wobei knapp 150MB für 21 vorinstallierte Ebooks abgehen – welche das bei Marktstart sind, ist schwer zu sagen, fest steht: es werden nicht die chinesischen Ebooks sein, die auf meinem Gerät sind.

Das Display ist 8 Zoll groß und reagiert nur auf Stifteingaben, womit es prädestiniert ist für Notizen, Zeichnungen und Diagramme. Es stehen eine Pixelfläche von 768×1024 mit 64 Graustufen zur Verfügung, das reicht für anspruchsvollere Zeichnungen. Im ausgeschalteten Zustand ähnelt der Hintergrund dem eines Palm V oder m500 Displays, die Bilder der integrierten 2MP-Kamera wirken darauf aber nicht sehr überzeugend. Über WLAN kann auch das Internet genutzt werden, wobei das nicht Kernaufgabe des Eee Note ist und dementsprechend enttäuschend ausfällt.

Spezialisten braucht das Land

Sobald ich das Gerät längere Zeit im Einsatz hatte, wurde mir auch das primäre Ziel dieses Tablets klar: Ebook-Reader und digitaler Notizblock, Punkt.

Alles andere ist Dreingabe, “weil’s halt dazu gehört”, doch die Kernkompetenz bleibt im Mittelpunkt: Der Asus Eee Note EA-800 will nicht mit dem iPad konkurrieren, er will auch nicht in der Billigriege der Android-Tablets wildern, über solche Vergleiche ist er erhaben. Stattdessen nutzt er die Schwächen der Anderen und “erfindet” seine eigene Nische: Ein billiges, portables, elektronisches Notizbuch für Studenten, Schüler, Geschäftsleute, alle Filofax-Anhänger und Leseratten.

Wie gut es Asus gelingt, diesen Markt zu eröffnen, sehen wir im zweiten Teil, wenn es um die Notizfunktionen geht.

Erste Anlaufstelle für Eee-Note Besitzer, die mehr herausholen wollen, ist Free Eee Note.
Produktseite des Asus Eee Note EA-800.

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7 Kommentare

  1. Sinaria
    schrieb am 6. April 2011 um 16:31 Uhr (#)

    Hi, Danke für das Review. Da ich das Gerät unbedingt auch haben möchte, wollte ich mal anfragen, wo Du das Gerät gekauft hast! Wäre echt super, wenn Du mir noch die Frage beantworten könntest. Danke! : )

    1. Schreibt hier auf dem Blog Kai Zantke
      schrieb am 6. April 2011 um 17:29 Uhr (#)

      Tut mir leid Dich zu enttäuschen, die einzige Quelle im Moment ist Taiwan. Entweder du hast Verwandte/Freunde dort, die es für dich kaufen (knapp 170 Euro plus Zollgebühren) oder du fliegst selbst rüber.
      Ansonsten musst Du Dich etwas gedulden, angeblich kommt es im Mai nach Europa, die USA sollen in absehbarer Zeit auch in den Genuss kommen – die Supportseiten listen es auf jeden Fall schon.

  2. Tobias
    schrieb am 6. April 2011 um 19:31 Uhr (#)

    Interessantes Gerät. Lerne gerade Steno (nicht mehr so verbreitet, aber für Mitschriften immer noch praktisch) – das Gerät könnte den Block und den Kindle ersetzen.

    Ich bin sehr gespannt darauf, wie ihr das Display bewertet. Klar, die Qualität des Kindle-eInk-Displays kann ich nicht erwarten…

    Das Noteslate-Konzept (Meldung 28.01.) wäre für mich dann interessanter, wenn wenigstens Graustufen darstellbar wären und der Stift/das Display wenigstens etwas drucksensitiv wären.

    1. Schreibt hier auf dem Blog Kai Zantke
      schrieb am 6. April 2011 um 21:46 Uhr (#)

      Deine Fragen werden im zweiten und dritten Teil ausführlichst abgehandelt. Du kannst mich gerne über meine Blogwerk Adresse anschreiben (unter dem Titel meinen Namen anklicken) oder direkt hier Deine Wünsche äußern, falls ich bis dahin noch nicht ausreichend darauf eingegangen bin.
      Die Qualität des Displays ist der des eInk unterlegen, der Kontrast ist schwächer, weil es grünlicher wirkt, ähnlich einem Palm PDA aus den 90ern. Selbst bei schwachem diffusem Licht kann man noch etwas erkennen, in solchen Momenten würde aber jeder normale Mensch Licht einschalten, wenn er damit arbeiten wollte.

  3. Tobias
    schrieb am 6. April 2011 um 23:34 Uhr (#)

    Danke für die Antwort. Hatte keine Zweifel daran, dass ihr die Display-Qualität ausführlich behandelt :)

    Was mich besonders interessieren würde, ist daneben die Härte. Klar, das Testgerät könnt, dürft oder wollt ihr verständlicherweise wohl kaum zerkratzen. Aber ich bitte um alles, was ihr darüber erfahren könnt ;)

    Wenn ich mit dem Stift ständig darauf schreibe, ist das ziemlich relevant…

  4. kristijan kroflin
    schrieb am 8. April 2011 um 00:42 Uhr (#)

    Feynman’s “lectures on physics” (alle drei Bände) und Finnegan’s Wake – und man hat für Jahre zu tun.

    1. Schreibt hier auf dem Blog Kai Zantke
      schrieb am 8. April 2011 um 12:22 Uhr (#)

      Zumindest die Physik hat man dann garantiert verstanden!

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