CeBIT-Schnipsel III:
The Carnival is over

Am Wochenende ging die CeBIT zuende – wir ziehen eine kleine Bilanz zur ersten Messe nach dem neuen Konzept und beleuchten, wie es um die drei Trends, die dieses Jahr die Neuheitenschau bestimmen sollten, tatsächlich bestellt ist (Tablets, 3D, Cloud Computing).

CeBIT: 2011 war weniger los als gedacht

Was? Das habt ihr gar nicht gemerkt? Doch, die CeBIT hat die Firmen neu thematisch in die Hallen verteilt. Viel hatte sich allerdings nicht geändert, der größte Teil hatte seinen Standort wie gehabt. Wie schon in den letzten Jahren konnte man sich nicht entscheiden, ob man eine Fach- oder Publikumsmesse sein wollte.

Microsoft setzte voll auf “bitubi” und erzählte auf seiner Pressekonferenz nicht nur Langweiliges, sondern auch für den gemeinen Endanwender völlig Uninteressantes. Auf der anderen Seite konnte, wer wollte, Schumi dabei zusehen, wie er in einem abgesperrten Areal der Messe mit einem Rennwagen über den Asphalt radierte – gesponsort war das von Vodafone.

Auch wenn die Wirtschaftskrise offiziell für beendet erklärt ist, regiert in vielen Firmen noch Käpt’n Kleinspar. Dass keine Werbegeschenke mehr verteilt wurden – geschenkt, damit haben die Firmen ja schon vor längerer Zeit aufgehört. Zwar waren manche Hersteller wie Epson seit Jahren wieder in Hannover, doch die CeBIT-Glanzzeiten (früher gab es Freitags abends die legendäre “Epson-Gala”) sind wohl für immer vorbei. Als Untermieter in einem Handelsverbund stellt man die Highlights aus dem eigenen Angebot aus, und das war es.

Immer wieder höre ich das Argument, “das wichtigste gibt es ja sowieso im Internet.” Zwei Gründe sprechen dagegen. Erstens vermitteln gedruckte oder gepostete Abbildungen nicht das Gleiche wie reale, dreidimensionale Produkte. Und zum anderen fährt man zur Messe, um Menschen zu treffen – es geht nichts über den persönlichen Kontakt.

Samsung zeigt seine Exponate lieber in Roadshows wie hier in einer Hamburger SpeicherhalleManche Unternehmen kehren en gros der Messe den Rücken und setzen auf eigene Roadshows wie Samsung, die ihre auch noch parallel zur CeBIT in mehreren Städten startete. Dort wird der Besucher nicht durch Konkurrenzprodukte verwirrt, und man kann direkt dem Zielpublikum die eigene Ware schmackhaft machen (wir werden noch separat über die Samsung-Roadshow berichten).

Zum Schluss die drei wichtigen CeBIT-Trends, und was tatsächlich dahinter steckt:

Tablets für alle! In der Flut der verschiedenen Brettspiele für den Anwender kann man leicht die Übersicht verlieren, aber das macht nichts. Ich würde sowieso mit dem Kauf noch warten, bis die Tablets sich bewährt haben und sowohl Betriebssystem als auch optimale Größe herauskristallisiert haben. Argumente haben ja alle für ihre Geräte, die Praxis wird es zeigen. Dass die Firmen selbst noch nicht wissen, wo es hingeht, zeigt sich an Asus, die schon mal präventiv für jeden möglichen Anwenderwunsch gleich vier Geräte auf den Markt werfen. Fest steht auf jeden Fall: wer ein wenig mehr will als nur Gucken und Lesen braucht einen Stift, es sei denn man war früher Meisterfingermalfarbenmaler.

3D ist out. Es tut mir leid, das zu sagen, aber kein Hype ist so verpufft wie die 3D-Welle. Die paar Monitore, Tablets und Handys mit 3D auf der Messe entlockten einem eher ein Grinsen denn eine echte Begeisterung. Das liegt daran, dass keiner auf Dauer eine Brille tragen will, und sei sie noch so leicht, und dass die übrigen Alternativen noch arg unfertig wirken. Hält man die brillenlosen Geräte nur ein wenig falsch oder steht man falsch vor einem Monitor, ist es nämlich vorbei mit der Raumillusion. Solange nicht jemand mit nem vernünftigen Holodeck um die Ecke kommt, wird das nichts mit 3D.

Die Wolke ist ein Luftschloss. Wir haben ja bereits über die Schwierigkeiten berichtet, den permanenten Zugang zum Internet immer und überall zu gewährleisten, zudem weiß niemand, was mit den Daten geschieht, die ich auf der fremden Serverfarm speichere. Selbst mit Steve Balmer himself als Torwächter ist das noch arg unsicher.

Auf die Messe kommen eisige Zeiten zuFür problematisch halte ich, dass für das wichtigste Problem immer noch keine Lösung gefunden ist: die Geräte so bedienerfreundlich zu gestalten, dass wirklich jeder damit umgehen kann und man nicht durch kryptische Fehlermeldungen rausgeworfen wird. Erste Ansätze gab es nur am Rand am Stand von msi und auf dem Tablet von Fujitsu, sowie auf einem Gerät, das während der CeBIT auf der anderen Seite des Globus vorgestellt wurde – wie zum Trotz hatte Apple den Termin ja mitten in die Messewoche gelegt (ich denke übrigens, das war eher ignorant als absichtlich).

 

Mehr lesen

Bulbing: LED-Leuchte mit 3D Effekt als leuchtendes Design-Vorbild

29.11.2014, 3 KommentareBulbing:
LED-Leuchte mit 3D Effekt als leuchtendes Design-Vorbild

Bulbing ist ein LED-Lichtobjekt, das aussieht wie das Drahtgittermodell einer riesigen Glühbirne. Schaut man jedoch genauer hin, bemerkt man: die scheinbar dreidimensionale Lichtskulptur ist ganz flach. Wunderbar schlichtes Design, bei dem man zweimal hinsehen muss. Das lässt die Augen von Ästheten strahlen.

Kinofilm \

8.10.2013, 9 KommentareKinofilm "Gravity":
Warum ich hoffe, dass das 3D-Kino überleben wird

Der große 3D-Boom in der Unterhaltungsindustrie ist abgeebbt. Im Kino schlägt die Technik ihre letzte Schlacht - und wird hoffentlich siegreich hervor gehen.

Digitales Fernglas Sony DEV-50V: Fern sehen und aufnehmen

29.4.2013, 3 KommentareDigitales Fernglas Sony DEV-50V:
Fern sehen und aufnehmen

Ferngläser sind bislang meist rein optische Produkte - von Nachtsichtgeräten einmal abgesehen. Sony bringt nun ein digitales Fernglas auf den Markt, das von allem etwas hat: Feldstecher, Nachtsichtgerät, Video- und Fotokamera. Und das bei Bedarf auch noch in 3D.

MSI TouchPC mit Software4G Ben: Einfache Touch-PC-Benutzeroberfläche

8.3.2011, 0 KommentareMSI TouchPC mit Software4G Ben:
Einfache Touch-PC-Benutzeroberfläche

Software4G erlaubt eine bessere Bedienung eines des Computers über eine Oberfläche, die bewusst einfach gehalten ist.

PCTV Systems Broadway: Fernsehen mit iPhone, iPad oder Android

7.3.2011, 1 KommentarePCTV Systems Broadway:
Fernsehen mit iPhone, iPad oder Android

PCTV Systems zeigte auf der CeBIT 2011 den Broadway-Medienserver, der ohne zusätzlichen Computer Fernsehen auch auf iOS- und Android-Endgeräte übermittelt.

Buffalo TeraStation 8 Bay: Riesenspeicher fürs Netzwerk

7.3.2011, 1 KommentareBuffalo TeraStation 8 Bay:
Riesenspeicher fürs Netzwerk

Buffalo Technology zeigte auf der CeBIT 2011 einen Netzwerkspeicher, der sich mit bis zu acht Laufwerken bestücken lässt und somit 16 Terabyte an Daten aufnehmen kann.

Brinell private Cloud: Edle kabellose Speichererweiterung für Tablets, Smartphones und Rechner

31.7.2014, 0 KommentareBrinell private Cloud:
Edle kabellose Speichererweiterung für Tablets, Smartphones und Rechner

Das Karlsruher Unternehmen Brinell erweitert seine Produktlinie von edlen Festplatten und USB-Sticks um eine sogenannte Private Cloud, eine kabellose Speichererweiterung für WiFi-fähige Geräte. Dabei handelt es sich um einen WLAN-Hotspot mit abnehmbaren USB-Stick und Powerakku

Sherlybox: Private Cloud für den Schreibtisch mit Raspberry Pi

7.6.2014, 3 KommentareSherlybox:
Private Cloud für den Schreibtisch mit Raspberry Pi

Sherlybox ist ein Datenspeicher für den Schreibtisch, der eine Alternative für alle sein will, denen die Cloud zu wenig Speicher und zu wenig Datensicherheit bietet. Die dazugehörige Software soll ganz einfach ein sogenanntes GatelessVPN aufbauen können, eine virtuelles privates Netz, das ohne zentralen Server auskommt. Dadurch soll das Teilen ausgewählter Daten so einfach sein, wie man es von Cloud-Diensten kennt.

Ubuntu Orange Box: Einmal Cloud zum Mitnehmen, bitte!

21.5.2014, 1 KommentareUbuntu Orange Box:
Einmal Cloud zum Mitnehmen, bitte!

Ubuntu-Anbieter Canonical hat die Cloud zum Mitnehmen erfunden: ein oranger Kasten, der an ein Server-Rack erinnert, alles mitbringt um Daten sicher abzulegen und natürlich mit der neuesten Version der Linux-Distribution Ubuntu bestückt ist. Kostenpunkt: Knapp 10.000 Euro.

Samsung Roadshow: Leichte Brillen und bunte Drucker

10.3.2011, 1 KommentareSamsung Roadshow:
Leichte Brillen und bunte Drucker

Samsung präsentiert sich an mehreren Roadshow-Terminen für zwei Tage mit seiner Palette, allerdings vor allem Händlern und Fachbesuchern.

Back to the Roots mit Dimple: Zusätzliche Tasten für Android-Geräte zum Ankleben

11.7.2014, 4 KommentareBack to the Roots mit Dimple:
Zusätzliche Tasten für Android-Geräte zum Ankleben

Smartphones und Tablets zeichnet unter anderem aus, dass sie möglichst wenige Tasten und Knöpfe bieten. Stattdessen werden sie über das Touch-Display bedient. Das Crowdfunding-Projekt Dimple geht quasi zurück zu den Wurzeln der Technik und bietet für mobile Devices zusätzliche Buttons als Klebestreifen an.

Neuerdings-Roundup: Der Mobile World Congress 2014 auf einen Blick

24.2.2014, 1 KommentareNeuerdings-Roundup:
Der Mobile World Congress 2014 auf einen Blick

In Barcelona tobt derzeit die wichtigste Messe für mobile Kommunikation, der Mobile World Congress. Weil man im Dickicht der vielen Neuankündigungen schnell den Überblick verliert, stellen wir euch hier in der Übersicht alle wichtigen neuen Smartphones vor.

\

21.2.2014, 8 Kommentare"Pro-Tablets":
Eine Idee, die nur auf dem Papier funktioniert

Tablets sind ohne Zweifel Kassenschlager, zumindest solange sie iOS oder Android als Betriebssystem haben. Aber will man sie als Laptop-Ersatz benutzen, stößt man schnell an ihre Grenzen. Manche sehen "Pro-Tablets" als logische Weiterentwicklung. Aber wer würde sie wirklich brauchen?

Kommentar schreiben

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen.

* Pflichtfelder