Google Android:
Honeycomb bringt Datenverschlüsselung

Google hat gestern die neue Android 3.0-Version offiziell vorgestellt. Vieles war schon bekannt, aber zwei Überraschungen gab es doch.

Als im letzten Herbst durchsickerte, dass Google seine Android 3.0-Version verschieben würde und stattdessen eine leicht verbesserte 2.3-Version auf den Markt bringt, war das Rätselraten groß. Warum sollte Google seine lang erwartete, deutlich aufgebohrte Android-Version verschieben wollen? Die Antwort lautet: Tablets. Offenbar hatte man nach dem großen Erfolg des iPads und nach Anfragen von Herstellern beschlossen, sich noch einmal komplett neu an das Betriebssystem zu setzen. Offensichtlich hat sich die Mehrarbeit gelohnt.

Als erstes fällt auf, dass man die Benutzeroberfläche komplett verändert hat. Das größere Display gibt den Designer mehr Möglichkeiten, die sie auch genutzt haben. Es bleibt aber bei den kleinen quadratischen Desktop-Shortcuts, die man seit Jahren kennt. Neu ist aber, dass das Multitasking etwas aufgehübscht wurde. So sieht man jetzt auch das aktuelle Fenster der geöffneten Programme.

Besser ist nun auch das Benachrichtigungssystem. Wie beim iOS4 gibt es jetzt eine Push-Funktion, die den Nutzer immer an neu eingelaufene Mails erinnert, auch wenn er in einem anderen Programm steckt. Das passiert dann mittels eines Warntons.

Das man nicht nur mit einem Auge darauf geschaut hat, was Apple so macht, sieht man der Google-Version von «Facetime». Über Google Talk kann man so per WLAN und mittels der eingebauten Kamera mit jemandem einen Videochat starten.

Erneuert wurden auch die grafischen Darstellungen (UI) einiger Programme, aber auch hier hat das sicher viel mit den großen Displays der Tablets zu tun. Immerhin kann man in der Mailapplikation nun auch ganze Konversationen ansehen.

Wichtiger ist für viele die Ankündigung, dass Android 3.0 eine eingebaute Verschlüsselung für die Daten hat. Hat man ein sicheres Passwort gewählt, bleiben alle Daten so lange in einer nicht näher genannten Verschlüsselung gesichert, bis man sie freischaltet. So soll vor allem bei einem Verlust des Tablets die Datensicherheit gewährleistet werden.

Am Schluss noch der Hinweis auf die neue Webversion des Android Markets. Der ist endlich so vernünftig gestaltet, dass man aus ihm direkt Applikationen auf sein Handy downloaden kann. Ein kleiner Test zeigte, dass das wirklich extrem einfach geht. Einloggen, gewünschte App aussuchen und Download starten. Per Push startet der Download und die Installation dann auch direkt auf dem Handy, ohne dass man das Telefon mit dem Rechner verbinden muss. Das geht sowohl per WLAN als auch per UMTS, wobei man hier seinen Datenverbrauch im Blick haben sollte.

Zu guter Letzt noch der Link zur Präsentation auf You Tube, leider kann man das Video nicht einbetten.

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3 Kommentare

  1. Mike
    schrieb am 3. Februar 2011 um 17:17 Uhr (#)

    Vielen Dank für den Bericht. Nur zwei kleine Bemerkungen dazu: Push-Mail unterstützt Android für GMail schon seit der ersten Version – für andere Systeme seit 2009 (2.0 / Eclair)… Und Google Talk (mit Video) gibt es schon seit 2005(!) – ich glaube kaum, das hier FaceTime von Apple als Vorbild genommen wurde ;)

    Gruss, Mike

  2. Jürgen
    schrieb am 4. Februar 2011 um 09:07 Uhr (#)

    Ich vermute dass MS durch Honeycomb im Tablet Markt keine großen Anteile mehr erringen kann. Apple wird wohl wie bei den Smartphones spätestens in 2 Jahren auch eingeholt sein.
    Man spricht immer vom Google Betriebssystem, allerdings ist das Betriebssystem von der Open Handset Alliance entwickelt worden.
    Nokia hat gedacht es könne alleine die Entwicklung finanzieren was anscheinend nicht so gut funktioniert.

    Apple kann Aufgrund seiner Vorreiterrolle und der damit verbundenen Verkaufszahlen und Verkaufsmargen noch sehr lange die Entwicklung alleine bezahlen. Bei sinkenden Verkaufzahlen läuft Apple allerdings Gefahr das gleiche Schicksal wie damals in den PC Anfängen zu erleiden.

  3. Florian
    schrieb am 4. Februar 2011 um 16:16 Uhr (#)

    Apple geht analog mit Jack Wolfskin, Ferrari, Bang&Olufsen, WMF, louis vuitton…….
    Das die Nähte von Jack Wolfskin-Jacken nicht Laserverschweisst sind, wie viele Pferdestärken der Motor eines Ferraris besitzt, die Akustik von B&O mit der von Hama Kadon – Anlagen identisch ist, das Metal von WMF auch “nur” 18/10 Edelstahl ist, das Leder von louis vuitton identisch mit dem anderer Taschenproduzenten….. interessiert nicht. Einzig und alleine der Wiedererkennungswert macht Apple zu dem was es ist. Eine extrem populäre Modeerscheinung welche bei der Damen wie Herrenwelt gleichermassen anklang findet. Das erste mal das Mann, Frau offiziell zum Geburtstag mit Technik beschenken darf. Zumal NUR Apple Produkte auf den Markt wirft, welche derart Stylisch sind, dass Burberry wie louis vuitton eigens Hüllen Produziert. Vom IPhone zum IPod bis hin zum Macbook Air und dem IPad. Es geht hier um Prestige das auch Spaß machen soll. Und das ist es was Apple verkörpert. Keine Gebrauchsgegenstände. Da können soviele “Eierlegendewollmilchsau” Androids auf den Markt kommen wie will, es gibt die Einen und den Rest und ganz ehrlich was Android heute bewirbt konnte 1996 mein Apple Newton 2000 auch schon. Obwohl ich sagen muss, dass der Newton ein besseres Handschrifterkennungssystem hatte als alle Smartphones heute zusammen inkl. IPhone :-)))

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