Jabra EasyGo im Test:
Bequemer Bluetooth-Stengel

Das Jabra Easygo macht seinem Namen alle Ehre und überzeugt mit viel Leistung bei kleinem Preis.

Irgendwann gibt auch das beste Headset seinen Geist auf und die mühsame Suche nach einem Ersatz beginnt. Mühsam alleine schon deshalb, weil ich als Gadgetfreak keine Technik aus dem letzten Jahrhundert kaufen, gleichzeitig für eine Freisprecheinrichtung aber auch keine 100 Euro ausgeben will. Glücklicherweise bietet die reichhaltige Auswahl für jeden Geldbeutel und Geschmack das passende, in meinem Fall wurde es ein Jabra Easy Go (Affiliate-Link) mit vielversprechender Werbung – ob das Produkt auch hält was es verspricht?

Angefasst:
Eingepackt macht die edle Lack-Beschichtung auf der Vorderseite viel her, zweimal angefasst fragt man sich dann, wieso die Hersteller nicht kapieren, dass Lack und Fingerabdrücke nicht zusammenpassen. Dieses Problem löst man später mit feinem Schmirgelpapier (1000er Körnung) und einem beherzten, geradlinigen Wisch. Immerhin ist der restliche Korpus angerauht und verzeiht auch so manche ungeschickte Handhabe.

Jabra Easygo
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Die Rückseite zieren zwei Status-LEDs für Batterie und Bluetooth-Verbindung, sowie ein mechanischer Einschalter. Dabei erzählt mir eine Frauenstimme, wenn ich «Connected» bin oder wann ich den Akku wieder aufladen muss. Auf der Seite erkennt man noch den obligatorischen Lautstärkeregler.

Technik:
Das Jabra Easygo besticht jedoch nicht nur durch sein Äußeres, sondern vielmehr durch die inneren Werte: Ein Digitaler Sound Processor (DSP) soll die Verständlichkeit erhöhen – damit ist er so unterfordert, dass er auch gleichzeitig «die Lautstärke anpasst». Das suggeriert, es gäbe eine Normalisierungsfunktion, doch tatsächlich bewirbt Jabra damit eine Anhebung der Lautstärke bei unruhigen Umgebungen. Bei Lärm schraubt das Easygo mit kurzer Verzögerung die Lautstärke hoch, was zu einer gleichbleibenden Verständlichkeit des Gesprächspartner führt. In der Praxis funktionierte das sehr gut, die Sprache war zu jedem Zeitpunkt klar und verständlich und half, lästiges Nachfragen oder das ständige Nachregulieren zu vermeiden.

Kaufargument:
Das entscheidende Kaufargument war jedoch die Multipoint-Unterstützung für zwei Geräte gleichzeitig, bei einem moderaten Preis von 35 Euro UVP. So kann ich zuhause den PC für VoIP nutzen, unterwegs das Headset mit dem Laptop verbinden, während das Handy gleichzeitig eine ständige Verbindung hält, ohne jeweils neu zu koppeln. Während eines Gespräches kann jedoch nicht umgeschaltet werden, erhalte ich einen Telefonanruf, wird erst nach VoIP-Beendigung die andere Verbindung aktiviert, das geschieht nahtlos und ohne Probleme.

Akkulaufzeit:
Die Akkulaufzeit wird mit sechs Stunden für Gespräche oder acht Tagen im Standby angegeben. Da ich aber weder eine Quasselstrippe bin, noch acht Tage lang gar nicht telefoniere, habe ich das nicht nachgeprüft. In der Praxis komme ich bei moderatem Gebrauch mit einer Ladung durch die Arbeitswoche.

Durchdacht:
Im Lieferumfang befinden sich zwei verschieden große Ohrbügel – ohne läßt es sich auch bequem tragen -, drei unterschiedliche Ohrmuscheln und ein Ladegerät, dessen Kabellänge um die 20 cm liegt. Das kann man getrost zu Hause lassen, wenn das Smartphone über microUSB angeschlossen wird: Die Ladebuchse ist die gleiche.

Schwächen:
Der Hauptschalter zur Rufannahme ist optisch nett am oberen Ende als Verlängerung der Front gearbeitet, doch dadurch drückt man sich das Headset immer wieder ins Ohr, wenn man Befehle ausführt, während man das laute Knacken des Druckpunktes im Ohr hat. Die angesprochene Lackfront macht die Sache nicht gerade besser. Die minimale Lautstärke ist mir zu laut, doch das teilen sich alle bisher von mir getesteten Headsets wie sie Plantronics, Nokia oder Sony Ericsson bieten. Eine Plastikabdeckung für den Ladeanschluss wäre auch nicht verkehrt gewesen.

Meinung:
In dieser Preisklasse überzeugt das Jabra Easygo auf voller Linie. Die Verständlichkeit ist ausgezeichnet, die Verbindung stabil dank BT 2.1 EDR und eSCO. Alle nötigen Informationen werden vermittelt und durch den USB-Standard kann das Ladegerät getrost zu Hause bleiben. Es ist deshalb eine klare Kaufempfehlung.

Der Strassenpreis des Jabra Easy Go (Affiliate-Link) liegt um die 25 Euro.
Bei sehr empfindlichen Ohren lohnt sich auch ein Blick auf ein Over-The-Ear Headset, zum Beispiel dem Plantronics Voyager Pro (Affiliate-Link).

Die Produktseite ist bei Jabra zu sehen.

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6 Kommentare

  1. waga
    schrieb am 24. Januar 2011 um 09:39 Uhr (#)

    eine frage wie gut taugt das Ding mit der PS3 ?!

    1. Schreibt hier auf dem Blog Kai Zantke
      schrieb am 24. Januar 2011 um 12:15 Uhr (#)

      Das kann ich in Ermangelung einer solchen nicht sagen.
      Wenn die Frage auf die Qualität im Ohr abzielt: Der Gesamt-Klang ist erstaunlich gut, auch für Musik. Es klingt jedoch alles etwas dumpf, denn das ist ein Headset für Sprache, nicht Stereo-Musik.

  2. Nick
    schrieb am 24. Januar 2011 um 09:56 Uhr (#)

    Wie angenehm ist dieses Headset zu tragen? Kann man es mehrere Stunden täglich tragen?
    Danke

    1. Schreibt hier auf dem Blog Kai Zantke
      schrieb am 24. Januar 2011 um 12:24 Uhr (#)

      Es ist angenehm. Allerdings ertappe ich mich ab und an dabei, das Ohr zu wechseln.
      Bei sehr empfindlichen Ohren würde ich zu einem Over-The-Ear Headset greifen, beispielsweise von Plantronics, die sitzen auf dem Ohr und werden durch einen Bügel hinter der Ohrmuschel gehalten. Meist haben die Headsets auch mehr Ausdauer, weil die Hersteller den großen Akku hinterm Ohr verstecken können.

  3. Hugii
    schrieb am 24. Januar 2011 um 15:27 Uhr (#)

    Nur ein bisschen OT: Nachdem ich mit dem BT3030 von Jabra ein optimales BT-Set für Voice und Musik – und da machen die Ohren wirklich Augen! Das Ding hat Bums! – gefunden habe, gönnte ich mir nun noch einen Jabra HALO BT-Bügelkopfhörer. Auch wenn dieser nicht ganz an die Musik-Audioqualität des BT3030 rankommt, transportiert er die Sprache des Trägers besser ins Netz als der BT3030. Für Brillenträger ist der BT3030 sicher besser, das das Halo doch ein wenig auf die Ohren drückt.

  4. wowow
    schrieb am 24. Januar 2011 um 19:32 Uhr (#)

    Tipp: Sony Ericsson VH110, klasse Teil, nur Kopplung mit einem Gerät gleichzeitig, nahezu unspürbar auf dem Ohr, gute Verständigungsqualität, nur 16,-€ inkl. Ladegerät (z.B. beim großen Buchhändler). Hab´s schon länger im Einsatz.

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