Tenq P07:
Linux-Tablet mit Netbookmanieren

Das P07 von Tenq könnte das erste Ubuntu-Tablet sein.

Tenq P07

Tenq P07

Die beliebteste Linux Distribution dürfte Ubuntu sein. Das liegt nicht nur an der einfachen Installation und der riesen Software Auswahl, sondern auch an der sehr aktiven deutschsprachigen Support-Community. Dabei zeigt sich Ubuntu sehr Windows-ähnlich und kann über einfache Hilfsmittel auch Windowsprogramme nutzen – der Vollständigkeit halber sei gesagt, dass beispielsweise auch Fedora oder Suse einen leichten Umstieg für Windows-User ermöglichen. Die chinesische Firma Tenq (in Chaträumen in der Form “10q” Ersatz für “Thank You”) wagt sich als erste an ein Ubuntu 10.10 Tablet und nennt es schmucklos P07.

Das Tenq P07 ist noch nicht erhältlich, da einige Bugs ausgemerzt werden müssen, soll aber in absehbarer Zeit fertig gestellt sein. Auf dem 10 Zoll großen Display wird der Nutzer regen Gebrauch der Unity-UI machen, die touch-optimiert wurde, bisher jedoch vorallem im Launcher recht träge reagiert. Das Tablet liegt auf Augenhöhe mit einem Netbook und nutzt einen nicht näher angegeben 1.6Ghz Intel Atom Prozesor mit 2GB RAM, womit sich im Prinzip jedes PC-Betriebssystem installieren ließe.

Die Festplatte wurde gegen eine 32GB große SSD getauscht, Gerüchte sprechen schon von Instant-On und blitzschnellen Bootvorgängen, da Canonical tatsächlich großen Wert auf schnelle Ladezeiten gelegt hat. Weitere Daten sind nicht bekannt, allerdings soll das Gerät ursprünglich für Windows 7 konzipiert worden sein.

In wie weit das Tenq P07 außerhalb Chinas vermarktet wird, kann zu diesem Zeitpunkt keiner sagen, die Standardkomponenten und der Verzicht auf eine Windows-Lizenz könnten allerdings den Billiganbietern entgegen kommen. Bis zum offiziellen Verkaufsstart wird hoffentlich das Interface verbessert, das selbst eingefleischte Ubuntu-Nutzer in zwei Lager spaltet – alternativ wechselt man zu einer ähnlichen, aber flotteren Distribution wie Linux Mint oder zum ressourcenhungrigen Windows7.

Via Electronista.

 

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6 Kommentare

  1. Ich habe nur Ubuntu mit Windows XP 32 bit, SP3, verglichen. Hier jedoch kann ich sagen: Ubuntu verbraucht bei einem ACER 5620Z 17 Watt weniger als Windows.

  2. Zum schnellen Booten:

    Auf dem Dell Mini (das 10″er) braucht Ubuntu 10.10 10 sekunden!

    Könnte man doch mal erwähnen oder nicht? Zumal das ja ziemlich breit getreten wurde.

    Das ist übrigens schneller als der Ruhemodus nicht Standby/Bereitschaft

    • Ja, das ist richtig und diese Aussage habe ich schon gelesen, sie ist aber immer exklusive BIOS Bootzeit und verlängert sich dann auf 30+ Sekunden. Da ich die Optimierungen von Tenq nicht kenne, wollte ich hier keine falschen Erwartungen wecken.

      Der Ruhemodus hängt vom Arbeitsspeicher ab und kann sich bei Geräten mit mehr als 1GB RAM stark erhöhen.

  3. Ich denke mal, man sollte erst einmal abwarten, wann und ob überhaupt Tenq PO 7 auf den europäischen Markt kommt. Die Beschreibung liest sich zumindest schon gut. Im übrigen kann ich die Meinung nur teilen, dass die beliebteste Linux Distribution Ubuntu ist. Die Nutzer wissen dieses zu schätzen.

  4. alternativ wechselt man zu einer ähnlichen, aber flotteren Distribution wie Linux Mint oder Windows7.

    Wieso soll Win7 flotter sein als Ubuntu 10.10?
    Ich hab auf meinem Netbook Win7 und Ubuntu als Wubi 10.10 installiert. Von der Geschwindigkeit geben sich die beiden Systeme nichts, mag sein das Ubuntu in einer eigenen Partition schneller arbeitet.
    Unity ist eine tolle Sache, aber der Feinschliff fehlt noch. Da geht sicher noch was.
    Insgesamt fühlt sich Win7 deshalb kompletter an.
    Meine Internetverbindung funktioniert bei Win7 aus dem Ruhezustand problemlos tagelang. Bei Ubuntu muss ich jeden Tag beim ersten Mal neu starten, dann funktioniert aber die Verbindung aus der Bereitschaft heraus auch. Vielleicht liegt es an falschen Einstellungen?

    • Ja, da hast Du Recht, der Satz ist missverständlich, wurde geändert. Natürlich sollte sich “ähnlichen, aber flotteren Distribution” nur auf Linux beziehen, Windows ähnelt nur optisch, wenn überhaupt.

      Wubi.exe installiert Ubuntu in einen Windowsordner, Ubuntu arbeitet deshalb langsamer, ein Vergleich ist damit nicht möglich. Die Hibernate-Probleme sind nicht Linuxgebunden, sondern liegen an der Wubi-Installation, moderne Distros können mit dem Ruhemodus fehlerfrei umgehen.

      Auf einem Netbook reagiert Win7 deutlich langsamer als ein Linuxsystem mit Gnome-Desktop. Man darf Windows aber nicht verteufeln, aus interner Quelle weiß ich, dass der Kernel so schlank wie nur irgendmöglich ist und das “nackte” Windows ca. 200MB benötigt – der Rest geht zum Beispiel für Prefetching/- caching drauf – das ändert natürlich nichts am Endresultat, könnte sich in kommenden Versionen jedoch verbessern.
      Die Unity-UI, die sogar Standard bei Ubuntu werden soll, ist auch nicht gerade zimperlich in ihrem Speicherbedarf, weshalb die nahe Verwandte Linuxmint 10, eine gute Alternative darstellt.

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